Josh Strife Hayes gilt als smarter MMO-Experte auf YouTube und Twitch. Für eine Reihe bezahlter Videos muss er sich nun aber rechtfertigen.
Was ist das für ein YouTuber? Josh Strife Hayes ist ein Content Creator, der für seine fundierten Inhalte zu MMOs bekannt ist, wie etwa seine YouTube-Reihe „Worst MMO Ever?“ oder eine ausführliche Analyse zu den Pay2Win-Mechaniken in Diablo Immortal.
Für eine aktuelle Reihe von gesponserten Short-Videos steht Josh Strife Hayes nun aber in der Kritik. Fans werfen ihm vor, sich verkauft zu haben. Auf X rechtfertigt sich der Content Creator und zeigt sich enttäuscht von dem Verhalten.
Fans werfen MMORPG-Experten vor, er habe sich verkauft
Was hat es mit der Kritik auf sich? Zwischen dem 16. und dem 23. März 2026 veröffentlichte Josh Strife Hayes eine Reihe von Short-Videos auf seinem YouTube-Kanal, die im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit World of Warcraft und Pinterest entstanden. Der Content Creator schickte Zuschauer auf eine Art Schnitzeljagd durch London, bei der sie limitierte Housing-Gegenstände für WoW abstauben konnten.
Viele Zuschauer reagieren mit Belustigung: Das sei eine heimtückische Falle, um die Leute nach draußen zu schicken, kein WoW-Item sei es wert, dafür nach London zu gehen.
Einige Fans werfen dem YouTuber allerdings vor, sich verkauft zu haben. So steht in den Kommentaren etwa „Wir haben einen gefallenen Josh Strife Hayes vor GTA 6 bekommen“ oder „Ich frage mich, wie viel sie ihm bezahlt haben“. Ein Fan verkündet sogar, den Kanal nach 5 Jahren nun nicht mehr zu abonnieren.
Andere verweisen spöttisch auf die Anzahl der Nullen, die wohl in dem Deal gestanden hätten. Das ist eine ziemlich eindeutige Anspielung darauf, dass Josh Strife Hayes eine Zusammenarbeit mit Blizzard 2024 abgelehnt hatte. Damals sagte er:
„Ich hätte Leute getroffen und ich bin mir sicher, sie hätten eine Wagenladung Geld geboten. Die Anzahl der Nullen auf dem Vertrag war ziemlich beeindruckend. Aber ich hab nur gesagt: Ich glaube nicht, dass meine Zuschauer das wollen.“

„Würde lieber das Geld einer Firma nehmen, als eures“
Wie reagiert Josh Strife Hayes? Auf X veröffentlichte der Content Creator in der Nacht des 23. März eine Reihe von Posts, in denen er sich enttäuscht vom Verhalten der Fans zeigt und seine Entscheidung erklärt. Der YouTuber sagt, er habe seinen MMO-Content in den vergangenen Jahren hauptsächlich über Werbung und die Unterstützung von Fans finanziert. Sponsorships habe er nur selten angenommen.
Die Kampagne habe er nun angenommen, weil er diese Art Schnitzeljagd im echten Leben möge, und, weil er lieber „das Geld einer Firma nimmt, als das [seiner Fans].“ Diese ganze Erfahrung sei für ihn nun „total überwältigend und mental auszehrend“ gewesen (Quelle: X).
Der Content Creator erklärt weiter, dass es ihm nicht darum gehe, zu jammern. Doch als Künstler sei es manchmal einfach notwendig, Geld anzunehmen, um die Inhalte produzieren zu können, die man machen möchte. Abschließend sagt er: Von Leuten im Internet beleidigt zu werden, die man niemals treffen wird, sei ein lohnender Preis dafür, eine stabile Zukunft für sich und die Familie zu sichern.
So wird das jetzt diskutiert: Die Kommentare zeigen sich überwiegend solidarisch mit Josh Strife Hayes. Den Leuten würde einfach das Verständnis dafür fehlen, wie Content Creator funktionieren, so der Konsens. Schließlich kann man von Leidenschaft allein keine Rechnungen bezahlen.
Die Diskussion zeigt aber auch, wie unterschiedlich die Erwartungshaltung an einzelne Creator ist. Denn für die meisten sind bezahlte Inhalte mittlerweile ganz normal. Auch das war jedoch nicht immer so – wie frühe YouTube-Stars schmerzhaft lernen mussten:
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Prinzipiell hab ich kein Problem damit. Muss jeder selbst wissen und im Zweifel mit den Konsequenzen leben, wie im aktuellen Fall.
Seine Aussage klingt schon nach der Standard Ausrede. Ist ja nicht so das er nicht eine Menge Geld verdient mit den 1 Mio Abonennten allein auf YT.
Viele wissen sicher wie ein Content Creator ” funktionniert, trotzdem hat er sich verkauft. Ich finde das jetzt nicht persönlich schlimm, aber dann sollte er auch offen und ehrlich kommunizieren, dass dies so ist, egal welche seine Bewegründe sind.
Jein, ich denke schon, dass einigen Leuten nicht bewusst ist, wie viel Arbeit hinter einem gut recherchierten, ansprechend präsentierten 30-minütigen Video steckt. Die möchten halt, dass jemand das aus purem Spaß an der Freude in seiner Freizeit macht, während er Vollzeit arbeitet, um über die Runden zu kommen ^^
Das mit dem “verkauft” ist auch so eine Sache, da hat vielleicht auch jeder andere Maßstäbe. Gemessen an seinen bisherigen Aussagen war es Josh Strife Hayes vor allem wichtig, seine Integrität zu bewahren. Da gab es z.B. die Geschichte mit Maple Story. Da meinte er ganz klar: Er nimmt kein Geld an, um positiv über ein Spiel zu sprechen oder so zu tun, als würde er es zum ersten Mal spielen.