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Guild Wars 2: Warteschlangen im WvW – Plötzlich lebt es wieder!

Guild Wars 2: Warteschlangen im WvW – Plötzlich lebt es wieder!

Bock auf mal eine kleine Runde WvW in Guild Wars 2? Seit dem überraschenden Feature Paket-Patch am Dienstagabend ist das kaum mehr möglich! Lange Warteschlangen quälen WvW-Willige, doch die Community ist darüber fast durchgehend erfreut! Warum dem so ist, erklärt euch unser Leser und Gastautor Erzkanzler.

Überraschung: Feature-Paket haucht PvP Leben ein

Feature-Pakete sind Spiel-Updates für Guild Wars 2 von Arenanet, die nicht zwangsläufig neue Gebiete oder Story-Erweiterungen bringen sollten. Sie erweitern abseits des üblichen Update-Rhythmus das Spiel um Funktionen, wie etwa das Garderobensystem oder UI-Elemente.

Guild Wars 2 Scrapper Herat of Thorns

Aber nach zwei Feature-Paketen war Schluss, es wurde still um diese Updates und sie gerieten in Vergessenheit.

Das änderte sich nun schlagartig mit dem unerwarteten Blogpost der Entwickler am 31. Mai: “Macht euch bereit für das Wettkampf-Feature-Paket” war da zu lesen und selbst altgediente Veteranen trauten ihren Augen nicht. Noch überraschender war der angegebene Zeitplan. Die ersten grundlegenden Änderungen sollten bereits eine Woche nach Ankündigung live gehen, was sie dann auch taten.

WvW in Guild Wars 2 – Eine holprige Geschichte

Um die Tragweite des Ganzen zu erfassen, muss man sich die Geschichte des Massen-PvP-Systems von Guild Wars 2 anschauen. Um es aber nicht gleich zur Fachvorlesung ausarten zu lassen, hier eine stark verkürzte Version:

Die Inspiration für World versus World in Guild Wars 2 liegt ganz klar im Server-vs.-Server-PvP des Spieles Dark Age of Camelot. Es geht  darum, in einem großen Gebiet die Vorherrschaft zu erreichen, indem man mehr Kartenpunkte für seinen Server beansprucht als die gegnerischen Truppen. Ein autark laufendes System, das einen Großteil seines Inhaltes selbst erzeugt.Guild Wars 2 PvP Liga

Wöchentlich gibt es einen Neustart des Systems, um unterschiedliche Server gegeneinander antreten zu lassen und so durchgehende Dominanzen zu vermeiden. Ein recht gut funktionierendes Prinzip. Doch gerade Spieler, deren Fokus das WvW war, wurden mehr und mehr gelangweilt von den immer gleichen Abläufen, ausbleibenden Erfolgserlebnissen und fehlenden Langzeitzielen.

Arenanet steuerte entgegen, führte mit dem Rand der Nebel Warteschlangen-WvW-Karten ein, versuchte mit serverübergreifenden WvW-Turnieren mehr Spieler für den Spielmodus zu begeistern und vergab sogar spezielle Waffenskins, welche es zeitweise nur dort zu ergattern gab. Doch selbst eine Überarbeitung der gesamten Schlachtfeldkarte brachte weniger Erfolg als gehofft. So richtig zünden wollte all dies nicht.

Im WvW nix Neues

Nach und nach wurde das WvW eine vernachlässigte Spielwiese mit wenigen altgedienten Veteranen. Selbst die ehemals so verhassten PvE-Spieler, die einst für den Komplettabschluss ihrer Karte ins WvW einsteigen mussten, wurden per Patch von diesem Leid befreit. Kein williges Frischfleisch für die alternden WvW-Spieler, keine aufkeimende Motivation sich mit dem WvW auseinandersetzen zu müssen.Guild Wars 2 PvP

Viele neue Spieler kamen höchstens durch die wöchentlichen Gildenmissionen in Kontakt mit diesem Spielmodus. Also tauschten man im WvW Festung gegen Festung und erzählte sich von besseren Zeiten, als sich französische Server für die Nachtschicht noch kanadische Spieler aus anderen Zeitzonen ausliehen, um die Karte für sich zu erobern. Oder an eigene Nachtschichten der Servercommunity, um dies zu verhindern und an gut koordinierte „Zergs“ im eigens dafür eingerichteten Teamspeak. Doch das war Vergangenheit.

Das WvW drohte zu verblassen.

Belohnungen sollen Spieler ins WvW locken

Die (mögliche) Lösung scheint das nun aufgespielte Feature-Paket zu sen. Denn es bietet neue Anreize das WvW zu betreten. Ähnlich wie bereits in den sPvP-Seasons gibt es nun ein Belohnungssystem, das den Fortschritt dokumentiert Belohnungen gewährt.

Diese Belohnungen sind diesmal weit ab von den üblichen netten Kleinigkeiten die das WvW so mit sich brachte. Es gibt eine aufgestiegene WvW-Rüstung (Rang 3) mit unverwechselbarem Skin und auch ein neuer legendäres Rückenteil ist jetzt über das WvW zu ergattern.

Geschenkt wird einem aber auch hier nichts, ähnlich wie in den PvP-Seasons muss man sich durch erfolgreiches Spielen in den Divisionen nach oben kämpfen und am Ende einer Woche erwartet den Spieler ein Reset.

Es zählt aber nicht nur die eigene Leistung, sondern auch die des Servers, denn dies beeinflusst – neben weiteren Aspekten wie etwa der Kampf in Unterzahl oder z.B. das Führen eines ganzen Schlachtzugs als Kommandeur – die Anzahl an Punkten die ihr angerechnet bekommt.

Goodies für Neulinge und Veteranen

Dieses neue System fordert Spieler also deutlich intensiver auf, an der aktiven Mitgestaltung des WvW-Verlaufs teilzunehmen und stellt dafür auch entsprechend reizvolle Belohnungen in Aussicht. Doch wer jetzt hoffte, innerhalb kürzester Zeit in neuer glänzender Rüstung und legendärem Rückenschmuck durch die Welt zu springen, der möge gewarnt werden.

Zwar kann der Rang 1 Rucksack bereits mit dem WvW-Rang 50 erworben werden, aber die legendäre Ausführung setzt bereits Rang 350 voraus. Das mag viel erscheinen, aber im Vergleich zu den Rüstungsteilen ist es wohl noch harmlos.

Wer die Rang 3 Rüstung anstrebt, kann diese mit Rang 1500 freischalten und erst mit Rang 2000 wird er sie komplett besitzen.

Somit bleiben diese prestigeträchtigsten Rüstungen letztlich den langjährig aktiven WvW-Spielern vorbehalten. Ein kluger Schachzug, denn jene, die bis jetzt das WvW ignoriert haben, bekommen einen Anreiz sowie ein motivierendes Belohnungssystem, aber auch Veteranen erhalten eine Adelung ihrer Verdienste. Als Sahnehäubchen verbessert Arenanet die Gruppensuche und gibt dem Spieler Statistiken über Siegpunkte, Kriegspunktzahl oder die K/D-Ratio an die Hand und schafft so Transparenz.

Endlich wieder Leben im WvW!

Das System wirkt! Seit dem Release des Patches bilden sich lange Warteschlangen für das WvW. Natürlich nicht zur Freude aller Spieler, wer wartet schon gerne.

Doch ausnahmsweise ist sich die Community fast durchgehend einig: Diese Änderungen sind ein guter Schritt gewesen und können letztlich dem WvW nur nützen. Sei es durch neue Spieler, die so den Weg in diesen Spielmodus finden, oder durch neue Motivation der bestehenden Spielerschaft.

Nicht allen gingen die Änderungen weit genug, nicht alle freuen sich über die Schwemme unerfahrener Spieler im WvW und auch Wunder erwartet kaum jemand. Doch nach einer langen Durststrecke ist das WvW von Guild Wars 2 mit diesem Feature-Paket wieder ein aktiver Teil des Spielgeschehens geworden. Langfristige Auswirkungen lassen sich derzeit noch schwer absehen, sicher wird der aktuelle Hype etwas abnehmen, doch ist es ein Schritt in die richtige Richtung.

Auch sPvPler bekommen etwas Neues

Bei all diesen Neuerungen sind die weiteren Ankündigungen der Entwickler fast schon untergegangen, denn auch die sPvP-Spieler haben Grund zur Vorfreude. So beginnt am 13. Juni die siebte PvP-Liga und ab dem 20. Juni wird es tägliche automatisierte PvP-Turniere geben, in welchen man sich für ein monatliches Turnier qualifizieren kann. Dessen Belohnungen sind noch unbekannt, werden aber als “prestigeträchtig” angepriesen. Und für eine kleine Rangelei am Rande wird eine neue Arena-Karte eingeführt, die einen 2-gegen-2-Kampf ermöglicht.


Dieser Artikel stammt von unserem Leser Erzkanzler.

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QUELLE Arenanet
Jürgen Stöffel

Jürgen Stöffel begann seine Karriere als Spiele-Redakteur 2013 bei buffed und war danach Freelancer bei Gamestar, Online-Redakteur bei GIGA und dann für einige Zeit freiberuflicher MMORPG-Redakteur bei Gamestar. Als Mein-MMO dann zu Webedia kam, wurde Jürgen von Dawid mit ins Team geholt. Seit April 2017 ist Jürgen bei Mein-MMO fest dabei. Neben Online-Rollenspielen mag er vor allem taktische MMOs wie World of Tanks und MOBAs. Und zu einer Runde Borderlands oder Fortnite im Coop sagt er auch selten nein. Hauptsache, man spielt nicht alleine.

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