Guild Wars 2 in der Kritik: Community hält Anti-Cheat-Tool für Spyware

Bei Guild Wars 2 wurden über 1500 Cheater gebannt. Einer der Gebannten wirft ArenaNet vor, die hätten Spyware benutzt und dabei auch Unschuldige erwischt. Das schlägt hohe Wellen.

Publisher sind bestrebt, ihre Spiele vor Cheatern zu schützen. Daher lassen sie Programme laufen, die nach betrügerischer Software scannen. So nutzt Blizzard zum Beispiel Warden. ArenaNet verwendete im März wohl ein ähnliches Programm. Das führt jetzt zu einer Kontroverse.

ArenaNet verkündet 1583 Bans in Guild Wars 2

In einer offiziellen Stellungnahme gab ArenaNet am Donnerstag bekannt, dass 1583 Accounts gesperrt wurden. Diese hätten unzulässige Drittanbieter-Software verwendet und damit gegen die Benutzervereinbarung verstoßen. Beschwerden über Account-Sperren wurden dort nicht zugelassen.

Post auf reddit löst große Kontroverse aus

Ein Nutzer auf Reddit untersuchte diesen Vorfall genauer. Der wurde selbst gebannt, ist nach eigenen Angaben aber ein Experte für Software Reverse Engineering. Daher hätte er Tools auf dem Rechner, die zwar für Hacking genutzt werden könnten, die aber nichts mit Guild Wars 2 zu tun gehabt hätten.

Dieser Nutzer auf reddit sagte: ArenaNet solle eine Software parallel zu Guild Wars 2 installiert haben, die Hintergrundprozesse scannt. Diese Software sei mit einem Patch am 6. März eingeführt worden und sei am 27. März entfernt worden. Der Nutzer wirft ArenaNet vor, Grenzen der Privatsphäre überschritten und dabei auch Leute erwischt zu haben, die keine Cheat-Absichten in Guild Wars 2 verfolgt hätten.

Guild Wars 2 Spy

Er wirft ArenaNet fachliche Fehler vor und den Einsatz von Spyware, also Schnüffel-Software. 

Einer der Hauptpunkte der Kritik ist es, dass der Nutzer Guild Wars 2 Willkür vorwirft. ArenaNet würde nicht für Taten im Spiel bannen, sondern lediglich dafür, dass man die Werkzeuge auf dem Rechner habe, um solche Taten theoretisch begehen zu können.

Kontroverse kocht hoch – Tausende von Kommentaren

Der Post kommt gerade zu einer Zeit, in der sich viele Nutzer wegen des Facebook-Datenskandals so ihre Gedanken über Privatsphäre machen und traf voll ins Schwarze. Selten hat ein Thema die Community von Guild Wars 2 so bewegt wie dieses.

guild-wars-season-4-balthazar

Allein der Reddit-Post hat 1348 Kommentare. Im offiziellen Forum kommen mehr als 1600 weitere Kommentare dazu.

Stellungnahme von ArenaNet

Der Reddit-Post zwang ArenaNet zu einer zweiten Stellungnahme am Samstag. So gibt der Publisher zu, dass über einen mehrwöchigen Zeitraum nach folgenden Prozessen gesucht wurde:

  • CheatEngine
  • Nabster
  • GW2MHRexe
  • UNF
  • MMOMINION

Sollten diese Programme über einen signifikanten Zeitraum von mehreren Stunden parallel mit Guild Wars 2 gelaufen sein, so führte dies zu einem Bann.

Ob die CheatEngine tatsächlich genutzt wurde oder ob Nutzer nur vergessen hatten, sie zu schließen, macht keinen Unterschied. Im Gegensatz zur früheren Stellungnahme können Beschwerden zu den Sperren dem Support nun mitgeteilt werden.

Im Post macht ArenaNet deutlich, dass man weiß, wie wichtig die Accounts für die Nutzer sind und dass man deren Vertrauen respektiert.

guild wars 2 ascended aufgestiegen

Verschiedene Tech-Seiten haben bei Guild Wars 2 um weiterführende Stellungnahme gebeten. Es ist davon auszugehen, dass der Fall in den nächsten Tag ArenaNet und die Spieler von Guild Wars 2 weiter beschäftigen wird.


Mit dem letzten Patches verbesserte ArenaNet die Werkzeuge: Guild Wars 2: Glyphen-System schenkt den Sammlern etwas Liebe

Quelle(n): Massively Overpowered, Reddit
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obermacker
obermacker
2 Jahre zuvor

. It only creates the list of all hashes of all modules loaded within the Guild Wars 2 process as well as of all the other processes running on your system and then sends this list off to the Guild Wars 2 server as part of the normal traffic (which by the way is poorly encrypted from what I can tell, so chances are anyone in between can figure out exactly what processes you were running as well).

Und das ist das eigentliche Problem. Warden matcht lokal und meldet sich bei Blizz nur wenn was gefunden wurde. ANet speichert einfach alles, alle Tasks, alle Prozesse, alle geladenen DLLs und speichert sie auf deren Server. D.h. von allen Spielern wurde ein Fingerprint erstellt. Laut EULA räumen sie sich das ein, jetzt die Frage, EU Recht ja/nein.

Deswegen schlägt das Wellen. Egal ob das da jetzt den ein oder anderen erwischt hat. Was zur Hölle sucht die Liste meiner Prozesse auf einem ANet Server in mieser Verschlüsselung?

Max
Max
2 Jahre zuvor

Komm doch mit deinen Fakten nicht der: Ist doch normal das wir ausspioniert werden Fraktion. Die kann damit ja gar nichts anfangen.

obermacker
obermacker
2 Jahre zuvor

Den technischen Kram kennen viele User nicht, auch nicht dass es einen Unterschied macht wie ich an die Infos komme und wo ich die abspeichere. Leider hat der Artikel das so nicht transportiert. Soll kein Vorwurf sein.

Es gehört schon mehr dazu. Es stellt sich ja auch die Frage wie lange die Informationen aufgehoben werden, ob ich jetzt z.B. meinen Account löschen könnte und die Daten dann auch weg sind oder sie bei ANet verbleiben.

Man hat als Spieler nicht nur Pflichten sondern auch Rechte und kriminalisiert und ausspioniert zu werden ist nichts was man einfach so hinnehmen sollte. Nicht gleich mit Fackeln losrennen aber kritisch Aufmerken das was im Argen ist.

Edit: Zur Erinnerung, flightsimlabs (Add-On Hersteller) hat sich 02/2018 dabei erwischen lassen wie sie nicht nur Systeme gescannt, sondern gleich noch Chrome Passwörter zum Server übertragen haben.
Das sind alles keine Hürden mehr.

Scaver
Scaver
2 Jahre zuvor

EU Recht: JA!
Begründung ist ganz einfach: Das EU Recht schützt nur personenbezogene Daten.
Welche Prozesse am PC ausgeführt werden sind vom EU Datenschutz nicht erfasst. Ob das nun eine Lücke ist, darüber kann man sicher diskutieren.
Fakt ist, dass ArenaNet mit den Daten nicht viel anfangen kann.

Wo ich zustimme was nicht geht ist, wenn die Übertragung nicht richtig durch Verschlüsselung etc. abgesichert ist. Denn Dritte könnten diese Daten z.B. für Angriffe auf ein System ausnutzen. Wie realistisch das ist, das kann ich hier nicht beurteilen.

Fionnghall
Fionnghall
2 Jahre zuvor

Ich wurde auch gebannt und habe nicht eines dieser oder andere Programme auf dem Rechner. Allerdings antwortet der Support seit Tagen nicht. Das einzige Programm was mir Suspekt vorkam war “ vsnp2uvc.exe: “ Was sich allerdings als Client für die Webcam raustellte. Kann wohl mitschreiben das Programm. Anyway, abwarten was passiert. Rechtlich ist es jedenfalls grenzwertig, zumal ich regelmäßig Geld investiert habe..

Lygras Hypocrit
Lygras Hypocrit
2 Jahre zuvor

Zeigt wieder mal wie scheissegal amerikanischen Unternehmen das Thema Privacy ist, überrascht mich nicht. Zudem ist die Methode die hier gewählt wurde die uneleganteste. Da hätte man auch intelligenter und unter Vermeidung der Performance Penalty vorgehen können.

Tronic48
Tronic48
2 Jahre zuvor

find ich völlig in Ordnung, wer drittanbieter software verwendet, (egal für was), die verboten sind, sollte gebannt werden auf Lebenszeit.

Jeder der nicht erst seid gestern Online Spiele spielt, der weis (oder sollte es wissen), was erlaubt ist, und was nicht…Punkt und schluss.

Zindorah
Zindorah
2 Jahre zuvor

Glaub Rechtlich könnten die jetzt ArenaNet verklagen, bin mir auch sicher einige machen das ^.^

Aber die Cheat-Hersteller haben eh schon alle gesagt, dank der Klarstellung gibt es jetzt schon fixes. Von daher 0 Punke für ArenaNet außer das es vermutlich Klagen hagelt^^

Wobei glaub GW2 eines der wenigen Spiele ist, wo sich Botten nicht lohnt oder? eek Da es eh nur Cosmetics gibt?

Marcel
Marcel
2 Jahre zuvor

Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Das ist doch eine ganz normal gängige methode in online spielen, wer sich da nun wundert bzw aufregt, sollte wohl lieber aufhören Online spiele zu spielen. Ich stehe voll hinter ArenaNet und wer da nun gebannt wurde, egal ob er ein Cheat tool benutz hat oder es nur aufm rechner hatte. Ist selbst schuld. Hört auf mit diesen dummen cheats und fertig.

Micro_Cuts
Micro_Cuts
2 Jahre zuvor

Wer solche Cheat Programme auf n Rechner hat ist selbst schuld.

Alzucard
2 Jahre zuvor

WoW als wenn es das erste anti spyware programm wäre, dass deinen pc scanned. Macht das spyware programm von black desert auch. Nur da ist es fast noch drastischer, da das programm ein treiber ist und selbst nach der deinstallation noch vorhanden ist. Kommt runter, von eurem hohen ross. Grade ein software entwickler sollte sowas wissen. Wenn nicht ist er leicht unfähig.

Scaver
Scaver
2 Jahre zuvor

Gängiges und legales Verfahren, sofern dies in den Nutzungsbedingungen angeben ist und diesen zugestimmt wurden. Bei Änderungen durch einen Patch muss vor der Installation oder bei ersten Start danach eine Abfrage zur (erneuten) Bestätigung der (geänderten) Nutzungsbedingungen erscheinen.
Ob man sie tatsächlich liest, ist rechtlich irrelevant.

Lilith
Lilith
2 Jahre zuvor

Ist schon krass was Entwickler sich erlauben.
Bei Blizz gab es vor einiger Zeit im wow Forum dazu auch eine Diskussion das Blizz permanent den Pc scannt und alles verfolgt was wir tun. Ist sowas überhaupt erlaubt ?

Scaver
Scaver
2 Jahre zuvor

ALLE Online Games, die ein Anti-Cheat Tool verwenden, scannen den PC. Entweder beim Start des Games oder permanent während das Game läuft, manchmal auch, wenn nur der Launcher an ist.

Und da ist NICHTS krass dran, denn in der Regel wird der Nutzer darüber informiert und gibt sogar sein Einverständnis, in dem er die Nutzungsbedingungen akzeptiert.

Bei Counter-Strike, UT, Quake usw. hat man das z.B. früher separat freiwillig installiert (z.B. PunkBuster). Später wurde es in die Games integriert und jeder der Steam installiert stimmt dem Scan des Systems durch VAC (Valve Anti Cheat) zu.
Bei anderen Games ist es nicht anders. Bei der Installation oder beim ersten Start werden einem diese gezeigt und man muss aktiv zustimmen. Man bekommt sie auch nach Änderungen jedes mal wieder angezeigt.

Es ist also unsinnig sich über etwas aufzuregen, was man theoretisch wissen müsste. Das so gut wie niemand die Nutzungsbedingungen auch durchliest, ist irrelevant. Auch rechtlich ist es völlig ausreichend!

Visterface
Visterface
2 Jahre zuvor

An Punkbuster kann ich mich noch gut erinnern. Was war das für eine unbeschwerte Zeit, so jung und noch gutaussehend smile
Aber ja, ein Anticheattool zeichnet sich dadurch aus den PC nach unerwünschten Prozessen zu scannen. Wie soll er denn auch sonst Cheater erkennen? Mit einem Fragebogen?

Scaver
Scaver
2 Jahre zuvor

Eben, mein Reden. Es geht nun mal nicht anders.
Fragebogen wäre doch mal was… leider hat es der Cheater an sich ja grundsätzlich nicht so mit der Ehrlichkeit smile

Miteshu
Miteshu
2 Jahre zuvor

„Ob die CheatEngine tatsächlich genutzt wurde oder ob Nutzer nur vergessen hatten, sie zu schließen, macht keinen Unterschied.“

Das ist also nicht krass?

Parthman
Parthman
2 Jahre zuvor

Wenn jemand sie nicht nutzt, wozu ist sie dann auf dem PC?
Ist das dann nicht krass? wink

Max
Max
2 Jahre zuvor

Anscheinend unfähig den ganzen Artikel zu lesen? Da steht z.b. ein Beispiel warum jemand so etwas in der Richtung am PC hatte!

Parthman
Parthman
2 Jahre zuvor

Scheinbar unfähig Zusammenhänge zu verstehen?
Ließ noch mal richtig, dann verstehst auch du es wink

Max
Max
2 Jahre zuvor

Dein „Zusammenhänge“ sind das Resultat deiner Unfähigkeit den Artikel zu lesen. Das einzige was du parrat hast, ist ne Floskel. Gut argumentiert..

Parthman
Parthman
2 Jahre zuvor

Danke wink
Kann ich ja nichts für wenn du nur von der Wand bis zur Tapete denken kannst…

Scaver
Scaver
2 Jahre zuvor

Nein, ist es nicht. Denn a) lässt sich nicht immer 100%ig feststellen, ob so ein Tool nur im Hintergrund lief oder auch aktiv genutzt wurde und b) steht dies eben auch genau so in den Nutzungsbedingungen. Das vorhanden sein auf dem PC reicht in der Regel schon aus. Es muss weder laufen, noch aktiv genutzt werden. Auch dem stimmt man aktiv zu!
Also entweder vorher richtig lesen und dann ablehnen oder hinter einfach nicht meckern!

Klare Aussage zu dem „wieso jemand so etwas auf dem Rechner hat“ von Valve ist zum dem Thema ganz einfach (Sinngemäß):
Dann nutze 2 verschiedene Rechner zum Zocken und für „das andere“. Oder sorge dafür, dass zum Zeitpunkt wo das AC Tool läuft, nichts zu finden ist (z.B. solche Tools nur auf externe Speichermedien packen und diese vor dem Spielstart entfernen und zur Sicherheit den Rechner komplett neu starten, damit nichts mehr im RAM ist).

Ich selber war einige Jahre AntiCheat Admin in der ESL. Das heißt ich hatte mit Cheats regelmäßig zu tun. Auch wenn die ESL und Valve doch recht eng zusammen gearbeitet haben… aber auch hier galt… wird man als AC Admin von VAC erwischt, ist der Account weg. Selbst die Tätigkeit als AC Admin in der größten europäischen Liga lässt keine Ausnahme zu, wenn VAC einen Cheat erkennen sollte.

Es ist nun mal fakt: Findet ein AC Tool etwas und es gibt keinen nachweislichen Bug im AC Tool, dann rechtfertigt REIN GAR NICHTS die Erkennung und der Bann bleibt! Und dabei ist es egal, ob es dabei und Valve, EA, Blizzard, ArenaNet oder sonst wie heißt.
immer vorausgesetzt, es ist teil der Nutzungsbedingungen, aber das ist eigentlich immer gegeben.

Chaggy
Chaggy
2 Jahre zuvor

Aja die brauchen eine neue Sau die sie durchs Dorf treiben können, nachdem sich das Lootboxen Thema erschöpft hat – dort hat ja auch keiner das ganze registriert bis es ausgeartet ist. Jetzt regt man sich halt künstlich über Datenschutz auf

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