Zwei Entwickler halten Guild Wars 1 am Leben – trotz Server-Explosion

Obwohl es mit Guild Wars 2 längst einen Nachfolger gibt, läuft Guild Wars 1 fröhlich weiter. Selbst eine Serverexplosion 2017 lässt Guild Wars 1 unbekümmert, dank des Einsatzes zweier Entwickler von ArenaNet, die ihre Freizeit opfern, um das Spiel zu verbessern. 

Guild Wars 1 erschien 2005 und ist damit 13 Jahre alt. 2013 beendete ArenaNet offiziell die Unterstützung des Spiels. Guild Wars 1 läuft zwar weiter, aber hat seitdem eigentlich kein Team mehr. Aber so ein bisschen eben doch. Zwei Entwickler haben sich Guild Wars 1 mittlerweile angenommen. Und dank derer Hilfe explodierte erstmal ein Server.

guild wars 1 ascalon

Das war die Ausgangslage: Die Hardware des bisherigen Server von Guild Wars 1 lief auf einer veralteten Plattform. ArenaNet wollte daher die Server auf den Cloud-Computing-Anbieter Amazon Web Services (AWS) umstellen. Der Technical Director des Studio und Langzeitfan von Guild Wars, Stephen Clarke-Willson, wurde damit beauftragt.

Das ist passiert: Clarke-Willson war gerade dabei, die Daten auf AWS zu transferieren, als die unterbrechungsfreie Stromversorgung explodierte.

Shiro Tagachi

2 Entwickler helfen Guild Wars 1

Die Explosion verursachte einiges an Schaden, also holte sich Clarke-Willson Verstärkung. Der Programmierer Bill Freist sollte bei der Reparatur helfen. Freist hatte wie Clarke-Willson seine Karriere einst mit Guild Wars 1 begonnen.

Weiteres Problem entdeckt: Während beide Entwickler versuchten, die Server zu transferieren, fanden sie einen Bug. Einen ähnlichen gab es bereits in Guild Wars 2 und er führte dazu, dass einzelne Spieler an einem viel zu hohem Ping litten. Für Clarke-Willson war dies der Anlass, mehr für Guild Wars 1 zu tun, als nur den Server zu transferieren.

Community begeistert: So eröffnete er schweren Herzens einen Thread bei Reddit. Das machte er nun ungern, denn aus der Sicht des Teams sollten Subreddits nur von der Community geführt werden.

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Dennoch entschieden sich die zwei Entwickler für ein „Ask Me Anything“. Bei diesem konnten die Spieler den Entwicklern alle möglichen Fragen stellen. Das Team rechnete mit 5-10 Fragen, doch es waren 380.

Guild Wars Eye of the North Sylvari

Guild Wars weiterhin beliebt – Entwickler wollen Spiel verbessern

Der Kontakt mit der Community motivierte Clarke-Willson dazu mehr zu tun, als er eigentlich geplant hatte. Er wollte die Spielererfahrung bei Guild Wars 1 nun weiter verbessern.

Umfangreiches Grafikupdate: 2005 gab es für Guild Wars noch zahlreiche technische Limitierungen. Doch heutige Computer sind um ein Vielfaches leistungsfähiger. Deshalb wollte das kleine Team einige der Limitierungen aufheben und konnte dadurch die Grafik von Guild Wars 1 wesentlich aufwerten.

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Arbeiten in der Freizeit: Was das Zweier-Team da tat, hatte nur noch wenig mit ihren offiziellen Jobs im Studio zu tun. Zwar unterstützte ArenaNet sie in einigen Bereichen, doch der Programmierer Freist investierte auch seine Freizeit. Denn er brauchte über 30 Stunden, um den Bug zu beheben, der zu dem hohen Ping geführt hatte. Freist erzählte der US-Seite Kotaku, dass sich viele Mitarbeiter von ArenaNet persönlich bei ihnen bedankt haben. Viele bei ArenaNet liebten nach wie vor, das erste Guild Wars 1 und seine Community.

guild wars 1 mesmer

Kein neuer Content, aber Pläne für die Zukunft

Mit neuem Content ist für Guild Wars 1 allerdings nicht zu rechnen. Dafür sind zwei Entwickler zu wenig. Auch gibt es mit den Entwickler-Tool Probleme. Dennoch haben Clarke-Willson und Freist einige Pläne für die Zukunft.

Bots und Spam bekämpfen: Insbesondere die Bots sind für das Team ein Ärgernis. Doch sie arbeiten bereits an einer möglichen Lösung. Die „Click to Move“-Steuerung soll über längere Distanzen etwas ungenauer werden. Aus Sicht von Clarke-Willson stelle dies für den Spieler kein Problem dar. Doch die Bots können damit nicht umgehen. Diese seien auf absolute Präzision angewiesen. So kann man auch mit einem kleinen Team große Probleme lösen.

Guild Wars 1 Wallpaper

Spiel am Leben erhalten: Clarke-Willson und Freist wollen Guild Wars so lang wie möglich am Leben erhalten. Laut Feist ist Guild Wars so entwickelt, dass es für immer laufen könne.

Wie seht Ihr das? Sollen MMOs für die Ewigkeit entwickelt werden. Oder ist es vielleicht sogar besser, wenn alte Spiele sterben, um für etwas neues Platz zu machen?

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Quelle(n): Kotaku
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