WoW: Torghast verliert den Reiz – So könnte Blizzard das beheben

Torghast in WoW ist ziemlich gut. Doch wie kann Blizzard eine vernünftige Langzeitmotivation schaffen? Cortyn von MeinMMO hat einige Ideen, wie das leicht möglich wäre.

Seit einigen Wochen ist der Turm Torghast nun in seiner Gänze zugänglich. Damit ist eines der Kern-Features von WoW: Shadowlands komplett und kann vollständig gemeistert werden.

Auch wenn es in der Community eher gemischte Meinungen zu Torghast gibt, bin ich noch immer von dem Feature absolut begeistert.

Torghast wurde als eines der großen Features von World of Warcraft Shadowlands angekündigt. Für eine Weile ist der Turm des Kerkermeisters auch quasi Pflicht für jeden Spieler. Immerhin gab es hier wichtige Ressourcen für die Herstellung von legendären Gegenständen. Doch sobald genug Seelenasche gesammelt wurde, um alle gewünschten Legendarys herzustellen, entfällt der Nutzen von Torghast nahezu vollständig.

Auf der einen Seite ist das gut, weil Torghast so für niemanden zu einer lästigen Pflicht wird, der darauf keine Lust hat. Auf der anderen Seite ist das schade, weil der Turm vielen Spielern Spaß bereitet, aber nicht genug Anreize bietet, um auch außerhalb der reinen Unterhaltung zu locken. Dabei sind vor allem die Gewundenen Korridore vielversprechend und könnten Platz bieten für zahlreiche langfristige Ziele und Belohnungen.

Ich will einige Möglichkeiten nennen, wie Torghast noch lange Freude bereiten könnte.

Ja, ich geb’s zu. Ich gehörte zu den „Verrückten“, die sich gleich in den ersten Tagen durch die Gewundenen Korridore gequält haben, nachdem diese geöffnet waren. Ich bin nicht stolz darauf, dass mein finaler Run auf Stufe 8 satte 5 Stunden dauerte und bis 6:30 Uhr in der früh ging. Aber hey, ich hatte Urlaub und musste das nutzen. (Okay, ein bisschen stolz bin ich doch).

WoW Torghast Achievement
8 Erfolge und 4 Belohnungen – danach sind die Gewundenen Korridore quasi “fertig”.

Insgesamt gab es dafür 4 Belohnungen, nämlich ein Haustier, einen Titel, ein Spielzeug und ein Reittier, das sogar im Schlund gehorcht. Einmal erlangt, gibt es in den Gewundenen Korridoren nichts mehr, das eine Reise dahin rechtfertigt – außer dem reinen Vergnügen.

Torghast-Belohnungen dürfen nicht “sinnvoll” sein

Auch wenn ich weiß, dass ich mir damit nicht nur Freunde mache: Torghast und vor allem die Gewundenen Korridore müssen frei von Belohnungen bleiben, die einen richtigen Nutzen für den Charakter haben. Das heißt: Ausrüstung mit guten Werten ist ein absolutes Tabu. Denn sobald Torghast richtige Ausrüstung gewährt, steht es in Konkurrenz zu anderen Aktivitäten wie „Mythisch+“, PvP oder Raids. Ab dann müsste Torghast einem strengen Balancing unterworfen sein, damit die Belohnungen dem Leistungsniveau des jeweiligen Spielers entsprechen.

Aktuell muss Torghast das nicht. Torghast kann außerhalb aller Balancing-Regeln existieren und komplett verrückt sein. Das kann in beide Extreme kippen:

  • Es gibt Torghast-Runs, in denen kann ich quasi alles onehitten und selbst Bosse in 20 Sekunden wegschmelzen.
  • In anderen Runs komme ich freudestrahlend auf Ebene 13 an, nur um festzustellen, dass ein einziger Treffer im Nahkampf mich sofort aus dem Leben pustet, wo doch Ebene 11 und 12 noch gar kein Problem waren.

Das Schöne hier ist: Beides ist egal. Ich „gewinne“ nichts, wenn ich durch die 18 Ebenen rausche und ich „verliere“ auch nichts, wenn ich nach 2 Stunden feststelle, dass ich nicht weiterkomme und aufgeben muss.

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Torghast spaltet die Spieler – doch einige lieben den Turm richtig.

Was für Anreize könnte Torghast noch bieten?

Klar ist allerdings auch, dass Torghast ganz ohne Belohnungen sehr schnell an Reiz verlieren wird, selbst für die Spieler, die dort keine „Verbesserungen“ für ihren Charakter haben wollen.

Ich persönlich glaube, dass Blizzard zum Launch Torghast absichtlich mit wenigen kosmetischen Belohnungen ausgestattet hat. Zwar empfinde ich 4 Belohnungen (plus eine Handvoll Pets) als deutlich zu wenig, doch es ist leicht zu erahnen, warum das der Fall war.

Mit den Insel-Expeditionen ist Blizzard gehörig „auf die Schnauze gefallen“. Die waren nach kürzester Zeit bei einem großen Teil der Spieler extrem unbeliebt. Umso trauriger ist es, dass die Inseln eigentlich voller cooler kosmetischer Belohnungen stecken. Mehrere Hundert verschiedene Transmog-Gegenstände, einzigartige Sets, Waffen, Reittiere und Spielzeuge warten auf den Inseln – versteckt hinter einem Feature, das kaum jemand mag.

Die Inseln steckten voller Loot – aber kaum jemand mochte die Expeditionen.

Ich vermute, dass Blizzard dieses Problem bei Torghast vermeiden wollte. Hier gibt es lieber weniger Belohnungen zum Anfang und man kann schauen, wie das Feature angenommen wird.

Jetzt, nachdem klar ist, dass ein bestimmter Teil der Spieler extrem viel Spaß in Torghast hat und Anreize will, kann das System ausgeweitet werden.

Alte Belohnungen im neuen Torghast

Wenn es nach mir geht, dann könnte Blizzard für den Anfang einfach sämtliche Transmog-Gegenstände aus den Inseln in Torghast stecken. Denn wenn wir ehrlich sind: Im Vergleich zu den Inseln ist Torghast um Längen besser und bietet viel mehr Spaß – zusätzlich zu der Option, es vollkommen alleine und im eigenen Tempo angehen zu können.

Das könnte nur der Anfang sein. Blizzard muss nicht einmal viele neue Gegenstände entwickeln, um Torghast besonders ansprechend zu machen. Eine Handvoll weiterer Pets, Spielzeuge und Mounts würden reichen, wenn Torghast einfach mit „alten“ Transmogs angereichert wird.

WoW zu wenig Loot Shadowlands titel title 1280x720

Immerhin gibt es eine ganze Reihe von Gegenständen, die nicht mehr im Spiel erhältlich sind. Das sind Questbelohnungen aus der Spielwelt vor der Erweiterung Cataclysm oder aber Transmogs etwa aus dem ersten Naxxramas oder anderen inzwischen veralteten Inhalten.

Wenn sich Blizzard besonders spendabel zeigen will, könnten sie sogar eine kleine Chance auf eine der Schwarzmarkt-Kisten einbauen, die man am Ende eines Runs bekommen könnte.

Storytechnisch lässt sich dafür auch sicher ein einfacher Grund finden. Immerhin retten wir viele Seelen aus Torghast, die dort ungerechtfertigt gelandet sind – da ist sicher ein ehemaliger Inselbewohner oder ein NPC dabei, der über entsprechende Gegenstände verfügt und sich dankbar zeigt.

Mir würde das genügen. Die Aussicht, in Torghast eine weitere Vorlage für irgendein noch nicht erhaltenes Kleidchen zu bekommen, wären genug Anreiz, um mich immer wieder in die 18 Ebenen der Gewundenen Korridore zu stürzen.

Anima als Belohnung? Ja, aber …

Eine Forderung die man oft in den Foren oder dem Subreddit von WoW liest, ist der Wunsch nach Anima als Belohnung für Torghast.

Anima erfüllt nur einen sehr kleinen Nutzen im tatsächlichen Fortschritt des Charakters. Ja, man kann damit das Pakt-Set auf Itemlevel 197 aufwerten, was eine solide Ausrüstung für Twinks oder Spieler ist, die nicht gerne raiden oder mythische Dungeons absolvieren.

Ansonsten ist Anima aber eine Ressource, die fast ausschließlich für kosmetische Upgrades benötigt wird. Egal ob Mounts, Transmog oder aber die Aufwertungen der verschiedenen Stationen in der Pakt-Halle – alles ist im Grunde Kosmetik, die über den Einsatz von Anima (und Seelen) freigeschaltet wird.

WoW Anima Nightfae Reservoir
Anima wird fast nur für kosmetische Belohnungen benötigt.

Wichtig wäre hier jedoch, dass Torghast keine „zu gute“ Quelle an Anima darstellt. Wenn ein Run über 6 Ebenen knapp 100 Anima einbringt oder ein Run über 18 Ebenen (Gewundene Korridore) knapp 250 Anima, dann wäre das schon mehr als genug, um einen kleinen, zusätzlichen Anreiz zu schaffen. Dann würde sich Torghast noch immer nicht nach einer Pflicht anfühlen, hätte aber zumindest eine kleine Belohnung, die ein kosmetisches Ziel ein bisschen näher in Reichweite bringt.

Das Ziel müsste hier ein Anima-Wert sein, der sich zwar belohnend anfühlt, Torghast gleichzeitig aber nicht zur besten Anima-Quelle im Spiel macht. Denn dann würden viele Kritiker wieder aus ihren Löchern gekrochen kommen, die fordern, dass Torghast leichter, schneller oder irrelevant wird.

Wie Blizzard genau mit Torghast verfährt, das werden wir vermutlich in den nächsten Wochen erfahren. Denn in knapp einem Monat findet die BlizzConline statt, in der sehr wahrscheinlich der Patch 9.1 vorgestellt wird. Da sind Informationen zur Zukunft von Torghast wohl auch mit dabei.

Was würdet ihr euch für Torghast wünschen? Wie sollte Blizzard das Feature verändern oder ausbauen?

Auch unser Autor Benedict Grothaus liebt Torghast – Vor allem die Gewundenen Korridore.

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tim

Irgendwie kann ich die Begeisterung für dieses Rogue-like-Minispielchen nicht nachvollziehen. Es bietet keinerlei Abwechslung, zieht sich unnötig in die Länge, ich muss so einen Run am Stück machen und wie im Artikel beschrieben hat man nichts davon. Warum sollte ich mir das antun? Klar, ich muss das nicht machen. Aber es soll ja angeblich eines der “Kern-Features” dieses Addons sein. Dafür ist es ziemlich armseelig.

Tennessy

Ich habe die 8te Ebene der Gewunden Korridore gestern auch endlich abschließen können und hatte eine Menge Spaß dabei!
Wie aber im Beitrag schon erwähnt wurde, gibt nun keinen weiteren Sinn mehr dafür außer halt “Funruns”.

Ich fragte mich ohnehin schon die ganze Zeit, wo die versprochenen Transmogitems eigtl abgeblieben sind.
Die Idee, die Items aus den Inselexpeditionen dort einzubringen finde ich sogar richtig gut. Mehr Mounts und Spielzeuge und was weiß ich was es da alles gab, würde gut passen. Zumal ich in den BfA Zeiten nie Lust hatte das zu machen.
Zusätzlich könnte ich mir auch vorstellen die alten Rüstungsset-Vorlagen aus den vergangenen Raidinhalten und/oder PVP-Rüstungsvorlagen als Zufallsbeute von jedem Ebenenboss droppen zu lassen. Davon gibt es sehr viele und man hääte eine gute, spaßige Alternative zu normalen Transmogruns.

Anima fände ich jetzt dort eher fehl am Platz. Wobei ich aber sagen muss dass, die Animabelohnungen generell recht mau sind bis auf wenige Ausnahmen.

Mal sehen was sie machen, hauptsache etwas Sinnvolles 😀

Alexander Ostmann

Kann man während so einem 5-Stunden-Run wenigstens Pinkelpausen einlegen oder muss man dann “Mama, Schüssel!” rufen?

Daniel

Wie machst Du das denn, wenn Du 8 Stunden auf Arbeit bist?

Wartet Mutti da auch mit der mobilen Latrine neben dir?

YaNein

fürs home office eigentlich keine schlechte idee 🙂

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