In WoW soll Sylvanas das große Genie sein, aber keiner versteht, was sie da tut

Sylvanas Windläufer ist der wohl umstrittenste Charakter in der aktuellen World of Warcraft. Der Grund dafür ist, dass keiner weiß, was sie eigentlich will.

Sylvanas Windläufer ist einer der beliebtesten Charaktere von World of Warcraft. Doch was Blizzard mit ihr in den vergangenen Jahren anstellt, stößt immer mehr auf Unmut der Fans. Doch woran liegt das eigentlich? Hat sich Sylvanas so verändert oder sind es die Fans, die nicht wissen, was sie möchten? Wir wagen eine kleine Analyse.

Wenn man Leute fragt, welche Charaktere sie aus dem Warcraft-Universum kennen, dann werden vor allem die Namen Thrall, Jaina, Arthas und Sylvanas fallen. Das sind allesamt Charaktere, die den Spielern schon seit Warcraft 3 ans Herz gewachsen und damit knapp 2 Jahrzehnte Teil ihres Hobbys sind. Umso emotionaler werden die Spieler, wenn diese Charaktere sich drastisch verändern oder von dem Pfad abkommen, der sich lange angebahnt hatte.

Sylvanas gesamte Story bis hin zu Battle for Azeroth gibt es in diesem Artikel.

Genau dieses Problem sehen die Spieler nun bei Lady Sylvanas Windläufer, der Bansheekönigin und Anführerin der Verlassenen. Keiner weiß, für was Sylvanas so richtig steht und keiner weiß, was sie eigentlich will. Keiner, außer Blizzard. Hoffentlich.

WoW BFA Advertorial Sylvanas title

Sylvanas wird nicht durch eine Rebellion fallen

Innerhalb der Horde formiert sich schon lange durch Saurfang, Baine und nun auch Thrall eine kleine, immer größer werdende Rebellion. Die Stimmen gegen Sylvanas werden lauter und immer mehr Charaktere zweifeln daran, dass Sylvanas das beste für die Horde will. Der logischte Schritt wäre auf diesem Pfad, dass Sylvanas am Ende von der Rebellion gestoppt wird – genau wie Garrosh einst aufgehalten und bezwungen wurde.

Doch dagegen sprechen gleich mehrere Argumente. In erster Linie sind das die Aussagen von Blizzard selbst. In Interviews wurde immer wieder betont, dass Sylvanas „kein Garrosh 2.0“ sei und dass Sylvanas „nicht in Ketten enden wird“. Das wäre nur eine stumpfe Wiederholung des Plots von Mists of Pandaria.

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Sylvanas soll nicht wie Garrosh enden – also niemals in Ketten.

Das Problem an der Sache ist, dass Sylvanas von der Rebellion weiß. Sie weiß, dass Saurfang auf freiem Fuß ist und gegen sie und ihre Pläne war. Sie weiß, dass Baine sie verraten hat und er dabei Hilfe hatte. Sie hat einkalkuliert, dass Baine in Patch 8.2 gerettet wird – das sagt Nathanos dem Spieler nach Abschluss der Mission.

Sylvanas ist nicht übermäßig arrogant. Sie ist selbstbewusst und weiß, was sie kann. Und sie weiß, wie sie Rebellionen und aufwallende Gegenstimmen nicht nur im Keim ersticken kann, sondern sie sich zunutze macht.

Ein großartiges Beispiel hierfür gab es im Buch „Before the Storm“. Einige Verlassene sehnten sich nach langen Jahren in Unterstadt nach zwei Dingen:

  • dem endgültigen Tod
  • ein Wiedersehen mit ihren noch lebenden Verwandten

Das hat Sylvanas beunruhigt und doch hat sie diese aufkeimenden Widerworte nicht unterdrückt. Sie hat die Verlassenen und Menschen machen lassen und das Treffen zugelassen – bis es eskaliert ist. Dann hat sie den Spieß umgedreht, alle Aufständler präzise hingerichtet und gleichzeitig dafür gesorgt, dass jene, die nur leicht an ihr zweifelten, wieder fest entschlossen waren.

WoW Legion Sylvanas Sadface

Die aktuelle Situation (und die von Patch 8.2) ist recht ähnlich. Sylvanas ist sich vollends darüber bewusst, dass gegen sie agiert wird. Wenn sie auch nur ansatzweise ihren analytischen, berechnenden Verstand benutzt, dann hat sie bereits ziemlich exakte Pläne, wie sie mit der Lage umgehen wird.

Und damit kommen wir nun zum Hauptproblem der ganzen Sylvanas-Sache: Was will die olle Banshee eigentlich?

Sylvanas leidet am Lost-Syndrom

Eine recht passende Analogie ist der Vergleich von Sylvanas mit der Serie Lost. Wann immer ein Geheimnis aufgedeckt wurde, entsprangen daraus weitere Rätsel, die am Ende so ein Chaos ergaben, dass nicht nur die Fans sondern auch die Schreiber der Serie ihren eigenen Faden verloren haben. Das Endergebnis war ein heilloses durcheinander, das jeden unbefriedigt zurück ließ.

Mit dem gleichen Problem hat Sylvanas in der Gunst der Spieler zu kämpfen. Man kennt sie als kalt, berechnend und (beinahe) gnadenlos. Sie hatte immer ihre Intrigen und Pläne, doch die wurden rasch aufgeklärt und für den Spieler nachvollziehbar – etwa als sie in Warcraft 3 Arthas in eine Falle lockte.

WoW Sylvanas Xalatath title

Doch genau dieser Aspekt fehlt. Es gibt seit fast einem Jahr keine Aufklärung, warum Sylvanas das tut, was sie tut. Ein Rätsel, eine undeutliche, verschwommende Aussage reiht sich an die nächste. Zu all ihren merkwürdigen Taten kommt nun auch noch die Klinge Xal’atath, die ganz eigene Probleme mit sich bringt.

Zwar sagt Sylvanas selbst immer wieder es sei „Für die Horde“, doch diese Antwort ist so unbefriedigend, dass die Spieler ihre eigenen Theorien spinnen und Vermutungen anstellen.

Spieler befürchten immer das schlimmste

Aktuell erscheint es so, als verbeißen sich die Fans in die jeweilige Variante, die sie persönlich am „schlimmsten“ empfinden.

Zu den gängigsten Befürchtungen oder Vermutungen gehören:

  • Sylvanas will „nur“ die vollständige Vernichtung des Lebens
  • Sylvanas wird ein Garrosh 2.0 und von der Rebellion abgesägt
  • Sylvanas wird immer mehr wie der Lichkönig
  • Sylvanas steht unter dem Bann der Alten Götter und handelt in deren Willen
  • Sylvanas hat einen geheimen Masterplan, der sie zur Retterin von Azeroth macht
  • Blizzard weiß selbst nicht so genau, wo es mit Sylvanas enden soll

Die meisten Spieler befürchten nun, dass genau ihre Zukunftvision von Sylvanas eintritt und der Charakter „kaputtgemacht“ wird.

Allerdings ist das auch eine Problem im Zeitalter des Internets. Je länger die Nutzer eines Mediums Zeit haben, sich über ein Mysterium auszutauschen, desto wahrscheinlicher wird es, dass eine Theorie dem Plan der Entwickler und Story-Schreiber entspricht. Das macht es in dieser Zeit ungeheuer leicht, sich um Nachhinein hinzustellen und zu sagen „Ich habs ja gleich gesagt“ und dann enttäuscht zu sein.

Wenn man einfach alle möglichen Ausgänge einer Situation schon vorher durchkalkuliert, sollte man nicht unzufrieden sein, wenn eines der Szenarien denn auch eintritt.

Egal wie Blizzard diesen Handlungsstrang nun zu einem Ende führen wird – die Enttäuschung lässt sich kaum vermeiden. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Storyschreiber auch so genial und planend sind, wie sie uns glauben lassen, dass es Sylvanas sei.

Was sind eure Hoffnungen für die Zukunft von Sylvanas? Was glaubt ihr ist der große Plan der Bansheekönigin? Sollte Blizzard langsam mal Auflösungen liefern oder findet ihr die Handlung rund um Sylvanas noch immer spannend?

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