WoW: Legion – Die beklemmende Questreihe der Schneider

Die Berufsquests von World of Warcraft: Legion sind spannend gemacht. Cortyn schwärmt von der Questreihe für Schneider.

Besser als erwartet, finsterer als gedacht

Seit knapp einer Woche ist World of Warcraft: Legion nun verfügbar und so langsam nähere ich mich dem Abschluss aller (nicht wiederholbaren) Quests. Als letzten Schritt habe ich nun die Berufe weitestgehend abgeschlossen und muss sagen: Nicht schlecht, was Blizzard da abgeliefert hat. Im Folgenden gibt es es einige Spoiler zur Story der Schneiderquestreihe. Ihr wurdet gewarnt.

Um ehrlich zu sein, habe ich von den Berufsquests nicht sonderlich viel erwartet. Und während viele Schritte (bei so ziemlich allen Berufen) nur beinhalten: „Gehe in Dungeon X und bringe uns Gegenstand Y“ sind es doch die storyhaltigen Zwischenschritte, die mir in Erinnerung geblieben sind. Als Schneider stellt man früh fest, dass die Stoffe der Verheerten Inseln sich kaum verarbeiten lassen, sodass man auf Hilfe eines Anwohners angewiesen ist – den Nachtsüchtigen Lyndras.

WoW_Legion_Berufe_Lyndras
Lyndras hilft. Er erklärt, wie wir die Stoffe der Verheerten Inseln verarbeiten können.

Nach einer Reihe von Missionen laden wir den Elfen im Verfallszustand nach Dalaran ein. Immer wieder verschwindet Lyndras und wir können ihn dabei erwischen, wie er den Versuchungen der Stadt erliegt und Mana aus allen Ecken gewinnen will. Man ist sich nie so wirklich sicher: Spielt Lyndras nur seine Rolle, um an Mana zu kommen? Oder versucht er tatsächlich, uns so gut wie möglich zu helfen?

Nachdem er mehrfach spurlos verschwindet, kommt es letztlich zu einem schlimmeren Vorfall: Lyndras erliegt der Sucht, attackiert Anwohner von Dalaran und wird zur Strafe in die Violette Festung gesperrt. Als wir nach ihm sehen wollen, ist seine Verwandlung in einen Verdorrten bereits abgeschlossen – Lyndras ist fort, lediglich seine magiehungrige Hülle blieb zurück. Ich habe mich selten so schwer getan, einen NPC zu töten (Val’Sharah ausgenommen – Ihr wisst, wen ich meine).

WoW Legion Suramar Husk
Verdorrte abschlachten, um sich von ihnen zu distanzieren. Finster.

Aber damit endet die Questreihe noch lange nicht. Um bessere Schneider zu werden, führt die Reise nach Suramar, wo wir uns den Nachtgeborenen anschließen – jenen Elfen, die Lyndras verbannt und von der Magiequelle des Nachtbrunnens abgeschnitten haben. Die Schneidergilde der „Leywirker“ nimmt uns auf, aber nur, wenn wir uns von Lyndras distanzieren. Um zu beweisen, dass wir keinerlei Mitleid mit den Ausgestoßenen haben, sollen wir ausziehen und 25 vertriebenen Nachtsüchtigen die Lebenslichter auspusten. Diese „Töte 25 Verdorrte“-Quests ist zwar nur ein kleiner Zwischenschritt, der nichtmal sehr kreativ ist, doch das Gefühl, was diese Quest auslöst, war beklemmend. Jeder der 25 „Kills“ fühlte sich falsch und wie ein Verrat an Lyndras an, der uns so lange geholfen hatte.

Überschattet wird das Ganze nur noch vom letzten Schritt der Questreihe. Die Leywirker verraten uns, im Austausch für jede Menge Ressourcen und Aufträge, wieso ihre Schneiderkunst so perfekt ist. Sie benutzen dafür den „Webstuhl der Königin“ – doch der ist eigentlich nichts weiter, als ein gewöhnlicher Webstuhl. Die wahre Kraft dahinter, wird uns gleich offenbart. Der Webstuhl wird permanent von Dämonen der Brennenden Legion mit Felmagie verstärkt.

WoW Schneiderei Felmagie
Kein Wunder, dass der Webstuhl „magische“ Ergebnisse erzielt. Dämonen betreiben ihn.

Die Leywirker selbst haben einen Pakt mit Gul’dan geschlossen – Wissen der Legion im Austausch für magische Kleidung, welche die Dämonen weiter stärkt. Am Ende der Questreihe sind wir nichts anderes als die Ausstatter der Brennenden Legion, die wir mit massig Ressourcen versorgt haben und fragen uns, für welche Seite wir eigentlich arbeiten.

Die ganze Questreihe war so finster, dass ich sie noch lange in Erinnerung behalten werde. Für eine Mission, die etwas so nebensächliches wie einen Beruf thematisiert, kann ich nicht anders, als sie einfach zu loben. Bitte mehr davon.

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cyber

Also mir kommt das Addon in vielerlei Hinsicht sehr wertig vor. Vor allem, ist es wirklich sehr düster gestaltet und es segnen gefühlt mehr bekannte NSC’s das Zeitliche als in allen anderen Erweiterungen + Classic zusammen. Das ist in manchen Fällen wirklich sehr bedauerlich, wie im genannten Beispiel in Val’Sharah. Aber auch die Tode unbedeutender Charaktere wie eine Gruppe Tauren die mit unter Entsetzen- und Schmerzensschreien gepfählt werden, geben den Geschehnissen eine Tragik und Ernsthaftigkeit, welche es in WoW bisher auch noch nicht in dem Ausmaß gab.

Mittlerweile geht es mir fast wie bei Game of Thrones, wo man sich auch ständig Fragt wer wird am Ende überleben.

Caldrus82

Puh, dass hört sich auf jedenfall richtig creepy an^^ Mir kommt es überhaupt so vor, als wäre Azeroth mit Legion wesentlich düsterer geworden. Ist eine willkommene Abwechslung 🙂

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