Beim Bemalen von Miniaturen, sei es für Dungeons & Dragons oder Warhammer, gibt es verschiedene Gadgets, die das Hobby erleichtern können, wenn man bereit ist, das nötige Geld zu investieren. MeinMMO-Redakteurin Caro arbeitete auch lange mit simpleren Methoden, um ihre Tabletop-Miniaturen anzumalen, allerdings half ihr eine Anschaffung endlich bei einem ihrer größten Probleme – und die muss nicht einmal teuer sein.
Ich bemale nun fast seit einem Jahr Miniaturen, seitdem ich das Hobby durch Dungeons & Dragons für mich entdeckt habe. Neben den Miniaturen, Pinseln und Farben habe ich mich, was die anderen Utensilien betrifft, eher sporadisch eingedeckt. Ich hatte noch eine alte Unterlage, nutzte meine normale Tischlampe als Lichtquelle und Pappe alter Verpackungen als Farbpalette.
Das war auch vollkommen ausreichend, um herauszufinden, ob ich mehr Zeit in das Hobby investieren will oder nicht. Nach fast einem Jahr kann ich jedoch sagen: Ja, es macht einfach richtig Bock.
Ich will mich verbessern, endlich Unterschiede zu meinen ersten Versuchen sehen, weshalb ich meine größten Probleme (wortwörtlich) genauer unter die Lupe nahm.
Eins meiner größten Probleme bis heute ist, dass ich zu viel Farbe nutze, wenn ich eine Miniatur deckend anmalen will, ohne dass zu viel Grau des Primers hindurchscheint. Überall, ob auf Reddit oder YouTube, predigt man: Verdünnt. Eure. Farben. Sonst verliert man zu viel Detail. Nur leider erwies sich das auf meinem Altpapier als große Hürde.
Ich entschied mich genau deswegen dazu, in ein Gadget zu investieren, das mir genau diese Mal-Sünde austreiben sollte. Und beim ersten Testen habe ich festgestellt: Ich war bereits nach 5 Minuten dankbar, dass ich diese Entscheidung getroffen habe.
Dank einer Wet Palette können meine Figuren endlich lächeln
Zunächst möchte ich euch erklären, wieso eine Wet Palette überhaupt so ein Retter ist, wenn man ein Problem mit zu dicken Farbschichten hat.
Eine Wet Palette, auch Nasspalette genannt, sorgt zum einen für den sicheren Transport sowie die Frischhaltung der Farben, wenn man eine Malpause einlegt, da sie vor Verdunstung schützt. Zum anderen sorgt der feuchte Untergrund dafür, dass die Farben nicht austrocknen und leichter mit anderen Farben vermischt oder mit Wasser verdünnt werden können.
Eine Wet Palette, egal von welchem Anbieter, funktioniert immer gleich: In einem flachen Behälter liegt eine wasserspeichernde, schwammartige Schicht. Diese muss sich mit Wasser vollsaugen, bevor eine feuchtigkeitsdurchlässige Membran darauf platziert wird, die letztendlich die Farbe tragen wird.
Um euch das zu veranschaulichen, hier einmal meine Wet Palette:

Durch die Feuchtigkeit des Schwammes unter dem Papier kann ich meine Farben viel leichter verdünnen, ohne dass sie von dem Material gefressen werden, wie damals auf der Pappe. Bereits bei meinem ersten Versuch, bei dem ich mit einem Primer startete, konnte ich erkennen, wie viel leichter es mir fiel, dünne Schichten beizubehalten. Anstatt meine Miniaturen wie mit Tapetenkleister stumm zu machen, konnte ich selbst nach zwei Schichten noch viel Detail erkennen. Sie haben tatsächlich ein Gesicht!

Aus meiner bisherigen Erfahrung der letzten zwei Wochen bleiben die Farben mindestens 2 Tage lang feucht, bei größeren Mengen sogar noch 1–2 Tage darüber hinaus. Damit spare ich nicht nur Farbe, sondern kann auch jederzeit Fehler korrigieren, wenn ich später über eine falsche Stelle male, ohne frische Farbe für einen Mini-Klecks opfern zu müssen.
Wer sparen will, muss nicht auf den Luxus einer Wet Palette verzichten
Ich selbst war dazu bereit, mir eine fertige Wet Palette zu kaufen. Ich besitze die XL Wet Palette von The Army Painter, die sogar so groß ist, dass ich sie mir mit dem ganzen Tisch teilen kann, wenn man mit befreundeten Menschen malt. Wirklich verglichen habe ich sie mit anderen Paletten nicht, sie war schlichtweg die, die es im Laden gab.
Wer jedoch ungerne noch mehr Geld in ein Hobby investieren will, das ohnehin nicht zu den kostengünstigsten zählt, muss nicht auf eine Wet Palette verzichten. Man kann sie sich auch aus Gegenständen zusammenbasteln, die man zu Hause findet.
Dafür braucht ihr einfach nur eine Plastikdose (es reicht oft auch der Deckel) als Behältnis, ein Schwammtuch aus der Haushaltsabteilung als Feuchtigkeitsspeicher und Backpapier als Membran, auf der ihr eure Farben auftragen könnt.
In diesem Video von RookieBrushes auf YouTube könnt ihr sehen, wie so eine selbstgebastelte Wet Palette aussehen kann:
Ich befinde mich immer noch am Start meines jungen, aber hoffentlich stetigen Weges zur wahren Miniatur-Künstlerin und würde mich sehr über eure Tipps und Tricks freuen. Egal ob zur Wet Palette oder zu anderen nützlichen Gadgets, die ihr beim Bemalen entdecken konntet.
Ich hatte (und habe immer noch) mit einigen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen, die einem am Start eines neuen kreativen Hobbys echt den Optimismus nehmen können, jemals besser zu werden. Doch mit diesem Gefühl bin ich nicht die einzige: Ich habe einen Miniatur-Neuling gefragt, wie er nach nur 4 Monaten schon einen so coolen Warhammer-Relaxo malen konnte
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Als Tipp für eine Nasspalette:
-Backpapier für eine quadratische Schale zuschneiden
– in die Schale mehrere Lage Küchenpapier falten und gut nässen
-darauf das Backpapier legen und andrücken.
– fertig ist die Nasspalette
Gerade wenn man das ausprobieren will, muss man rein gar nichts ausgeben.
Genau, das kommt dem ja recht nah, wie es in dem eingebetteten Video gezeigt wird! Leider bin ich erst später darauf gestoßen, dass man sie so leicht selbst nachbasteln kann. Nun ja, anschließend ist man immer schlauer, deswegen auch der Hinweis in dem Artikel 😊
Meine nützlichen Fähigkeiten sind eher bescheiden, nicht anders sieht es beim bemalen von Miniaturen aus.
Es werden keine Meisterwerke, doch ich bin mit meinen Ergebnissen zufrieden. Irgendwelche Techniken erlernen ist eher so naja- dafür male ich dann zu selten, dass diese sich bei mir gut einprägen würden.
Drei, vier Farben ausgewählt und los gehts! Rüstung1, Rüstung2, Waffe, Spezial und vielleicht noch Farben für Accessoires/Haut/Gesicht. Bei 40k Minis passt das. 100x korrigieren, zum Schluss noch nen Shade drüber und
Z-U-F-R-I-E-D-E-N
sein Werk betrachten. Anschließend die neu bemalten Minis mit den älteren, aus der viel zu kleinen Vitrine austauschen, paar Wochen lang freudig betrachten und nach Monaten plötzlich feststellen, wie eingestaubt die doch wieder alle sind.
Aber macht schon Spaß. 😃
Danke für die Tipps, habe auch vor kurzem damit angefangen und bin tatsächlich noch ein wenig überfordert ^^ Aber es ist super entspannend, keine Ahnung wieso. 😄
Ich finde, die Überforderung gehört ein bisschen dazu. Dann ist es auch umso schöner, wenn man eine bestimmte Technik irgendwann nicht nur beherrscht, sondern auch versteht. Und ja, ich bin selbst auch noch ein Anfänger und habe trotzdem ein paar kleine Erfolgserlebnisse erlebt, die mich nun wirklich dazu motivierten, besser werden zu wollen! Schau gerne zwischendurch vorbei und berichte, wie es läuft! Vielleicht findest du etwas Spannendes heraus, das ich mir im Gegenzug abgucken kann hehe 😈
Ja, exakt. Ich male immer mal wieder etwas, oft mit Monaten Pausen dazwischen. Mich dazu zu bewegen, Alles heraus zu kramen, zu platzieren und los zu legen, braucht manchmal Überwindung. Dabei ist auch ein wichtiger Tisch zugestellt, der im Nutzungs-Mittelpunkt vieler anderer Alltäglicher Dinge steht. Es muss also gerade passen. Aber wenn ich dann male, dann ist es Entspannung pur.
Das fühle ich sehr. Aufgrund von Platzmangel male ich immer am Küchentisch, den ich aber täglich auch offensichtlich fürs Kochen brauche. Mir hilft hier eine Hobbykiste, wo ich einfach alles reinschmeißen kann. Aber ich würde sehr gerne meinen Arbeitsplatz „umbauen“, um gleichzeitig einen Platz für Miniaturen zu schaffen, doch dafür fehlen noch Zeit und Ideen 😅
Dieser Schwamm aus der Wet Palette zieht sich beim Trocknen bei mir immer so übel zusammen, bin heilfroh, dass er beim Nassmachen wieder seine alte Form annimmt.
Länger als ne Woche sollte man die Farben btw nicht in der Palette lassen. Hatte Angst, dass die schimmeln, aber es ergab sich eher ein anderes Problem: Sie trockneten dann doch aus und nach dem Bewässern hatte ich überall so Farbkrümel der obersten, angetrockneten Schicht, das war auch nicht schön. Man sollte sich also mehrere Malabende hintereinander einplanen ^^”