SOS soll Twitch-Stars bevorzugen, normale Spieler auf Zuruf bannen

Beim neuen Survival-Spiel SOS bricht ein Konflikt hervor, der auch in Spielen wie PlayerUnknown’s Battlegrounds oder Friday: The 13th gärt: Gibt es eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zwischen Streaming-Stars und normalen Spielern?

Unterschwellig merkt man schon lange, wie im Gaming unserer Zeit ein Konflikt schwelt: Bevorzugen Spiele die großen Streamer und das zu Lasten der normalen Gamer?

Twitch-Stars werden immer wichtiger für Spiele, um wahrgenommen zu werden

Keine Frage, Twitch-Stars sind für Spielefirmen zu einem wichtigen Marketinginstrument geworden, um aus der Masse herauszustechen. Erfolgreiche Twitch-Streamer bringen große Communities mit, tausende sehen ihnen zu.

Disrespect-Twitch

Der Erfolg von Spielen wie Friday the 13th: The Game oder PUBG kann eigentlich nur damit erklärt werden, dass diese Spiele so gut auf Twitch funktionieren und dem Streamer eine Bühne geben, seine Fans zu unterhalten.

Der Chef von Gun Media, dem Publisher von Friday: The 13th, bringt den Wandel hin zu Twitch auf den Punkt. 

Es geht um die Frage: Welche Fragen stellten sich Publisher während der Entwicklungsphase:

  • Früher war das: Welche Wertungen können wir von den Reviews erwarten?
  • Heute dominiere die Frage: „Wie gut macht sich unser Spiel auf Twitch?“

Friday The 13th

Wie lockt man Streamer an?

Aber wie kriegt man Streamer dazu, ausgerechnet das eigene Spiel zu streamen?

  • H1Z1 richtete 2015 noch ein großes Turnier mit 170.000$ Preisgeld aus und lud dazu nur Streamer ein.
  • Andere hofierten Streamer gerne, boten Partnerschaften an oder beteiligten sie am finanziellen Erfolg hinter den Kulissen – die sogenannten „Influencer“
  • In letzter Zeit wird Streamern mehr und mehr eine Extrawurst von den Entwicklern gebraten und das vor den Kulissen: Man schützt sie vor Stream-Sniping, bannt Leute, die sie in ihren Streams vermeintlich stören, oder gewährt ihnen Spezial-Modi.

Diese offene Vorzugsbehandlung regt immer mehr normale Spieler tierisch auf. Bei PUBG entzündete sich der Konflikt am Stream-Sniping: Sollten normale Spieler gebannt werden, wenn sie vermeintlich absichtlich das Spielen eines großen Stars stören?

PUBG Mobile Titel

SOS treibt Konflikt „Streamer vs. Spieler“ auf die Spitze

Bei dem neuen Spiel SOS scheint diese Sonderbehandlung jetzt eine neue Dimension zu erreichen. SOS wird auch als „Streamer vs. Spieler“ bezeichnet.

Die Idee von SOS ist: Die Spieler sind Schauspieler vor einem Live-Publikum, das sie unterhalten müssen, während sie ums Überleben kämpfen. Das Publikum kann in der Theorie dem „unterhaltsamsten Spieler“ dann Vorteile zuschanzen. In der Praxis wird dieser „unterhaltsamste Spieler“ wohl häufig der sein, der am meisten Zuschauer von Twitch mitbringt.

In viel beachteten Reviews auf Steam wird dem Spiel vorgeworfen:

  • Eigentlich so konstruiert zu sein, dass Streamer massive Vorteile erhalten – die könnten mit eigenen Fans zusammenspielen und würden zudem durch Spiel-Mechaniken ständig bevorzugt werden, weil sie die Zuschauer auf ihrer Seite haben
  • Außerdem würden die Entwickler auf Zuruf der bekannten Streamer jene Leute bannen, welche die Twitch-Streamer nerven
  • Zudem sollen Leute, die sich kritisch geäußert haben, aus den Communities gebannt worden sein
  • den Entwicklern wird Vetternwirtschaft und Bevorzugung vorgeworfen, sie hätten gerade eine Schwäche für weibliche Streamer

SoS-Snoop-Dogg-01

Solche Vorwürfe sind schwierig von außen nachzuweisen. Die deutsche Gaming-Seite GameStar hat den Entwickler vor zwei Wochen um ein Statement gebeten und keins erhalten.

Interessant ist in jedem Fall, dass auf Steam die Reviews „größtenteils positiv“ sind. Allerdings ist das hilfreichste Review auf Steam mit über 2300 Leuten, die das hilfreich fanden, eine Abrechnung mit SOS und dem „Stream vs. Spieler“-Konflikt.

Das hilfreichste positive Review finden 11 Leute hilfreich.


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Autor(in)
Quelle(n): gamestar
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