Diese Pros durften FIFA 21 schon spielen – 6 Dinge, die es anders macht

Die FIFA-Profis Cihan und Benny Ratzlaff haben FIFA 21 in der Beta eingehend getestet. MeinMMO hat im Interview mit beiden gesprochen und nachgefragt: Was macht das Spiel anders als FIFA 20?

Das sind die Profis: Cihan Yasarlar (27) ist professioneller FIFA-Spieler der Agentur eSports Reputation und steht beim VfL Bochum unter Vertrag. In den vergangenen Jahren sicherte er sich so manchen Titel, unter anderem holte er den Sieg in der virtuellen Bundesliga und der ESL.

Cihan holte schon viele Erfolge
Bild: VfL Bochum

Benny Ratzlaff hingegen steht noch am Anfang seiner Karriere. Der 18-Jährige ist bei L4K eSports unter Vertrag, spielt für das Team Paranoia und steht kurz vor dem Sprung in die virtuelle Bundesliga. Den Fußballplatz kennt er auch aus der realen Welt gut: Bis vor kurzem spielte er noch für den FC Energie Cottbus in der U17-Bundesliga, bevor ein Kreuzbandriss seine Karriere vorzeitig beendete. 

Benny Ratzlaff startet gerade seine Karriere als FIFA-Pro

Beide Spieler hatten die Gelegenheit, den Ultimate Team Modus von FIFA 21 in der Beta zu testen. Dabei ist zu betonen, dass es sich dabei noch nicht um den finalen FIFA-21-Build handelt und das Spiel bis zum Release noch geändert werden kann. Erst kürzlich veröffentlichte EA Sports eine Liste mit Änderungen, die bis zum Release von FIFA 21 durchgeführt werden sollen.

Dennoch konnten die beiden Pros bereits einige Änderungen gegenüber FIFA 20 feststellen. Da es in diesem Jahr keine Demo gibt, haben wir von MeinMMO bei den Profis nachgefragt: Was macht FIFA 21 anders als FIFA 20?

1. FUT im Koop macht Spaß, aber ist chaotisch

FUT im Online-Koop: FIFA 21 hat einige Neuerungen bei Ultimate Team zu bieten. Dazu gehört unter anderem die Möglichkeit, Ultimate Team online im Koop zu spielen. Ein Feature, das bei Profi Benny gut ankam: „Ich hab ein bisschen mit nem Kumpel gespielt. Als Abwechslung ist das ein sehr guter Modus“, so der Pro, der allerdings auch erklärt: „Es ist noch ein bisschen chaotisch, gefühlt jedes Spiel ging 5-5 aus.“

Gerade in der Defensive muss man ein wenig an der Abstimmung feilen: „Als Einzelner hat man vielleicht in der Abwehr leichte Vorteile.“

Ultimate Team kann man dieses Jahr zu zweit spielen

2. Creative Runs könnten wichtig werden

Mit den neuen Creative Runs ist es Spielern möglich, nach einem Pass die Laufwege des abgebenden Spielers zu beeinflussen. Cihan zufolge könnte dies ein verdammt starkes Gameplay-Element werden – wenn man es erstmal raus hat: „Das neue Feature ist ein bisschen kompliziert. Ich hab das ein paar Mal getestet, das ist noch gewöhnungsbedürftig“, so Cihan.

Kein Wunder, schließlich steuert man bei den Runs einen zusätzlichen Spieler mit dem richtigen Stick: „Da muss man sich reinarbeiten. Aber da bin ich richtig gespannt.“  Benny nutzte das Feature vor allem bei Angriffen über die Flanken: „Ich hab den Außenverteidiger angespielt und bin dann mit dem LM/RM durchgelaufen. Das klappt ganz gut.“ Hat man die Runs erstmal verinnerlicht, ergeben sich ganz neue Offensivmöglichkeiten. Auch in unserem Test waren die Runs extrem stark.

Mit Creative Runs kann man am Gegner vorbeiziehen

3. Spieler blocken stark – zu stark?

In der Abwehr gibt es eine Menge neue Blockanimationen für Verteidiger – die vielleicht noch etwas zu stark ausgefallen sind: „Ich muss sagen, ich war gefühlt 50 Mal im Strafraum des Gegners und der wurde 48 Mal abgewehrt“, erzählt Cihan. Die Verteidiger machen eine Menge selbst, wenn es darum geht, Abschlüsse im letzten Moment zu verhindern: „Ich bin zum Schuss gekommen, aber immer wurde der abgefälscht oder abgeblockt. Das müssen sie auf jeden Fall verbessern.“

„Beim Blocken hat Cihan Recht“, stimmt auch Benny zu: „Ansonsten ist das Verteidigen aber gleich geblieben.“ Bei der KI-Verteidigung etwa konnten beide keine großen Unterschiede feststellen.

4. Endlich wieder Kopfballtore

In FIFA 20 war es nahezu unmöglich, Tore per Kopfball nach Flanken zu schießen. Über Außen zu rennen und den Ball reinzuflanken war also relativ unbeliebt und wenig erfolgreich. Das könnte sich in FIFA 21 wieder ändern: „Die Flanken haben sie verbessert, die Kopfbälle auch. Also kann man wieder ganz normal über außen kommen“, berichtet Cihan aus der Beta.

Auch, wenn man den Ball per scharfem Pass (R1 + X) in die Mitte spielte, brachte das Erfolg: „Ich hab viel über die Flügel gespielt, denn die R1-X-Pässe waren sehr OP, gerade wenn du die scharf in den Sechzehner gespielt hast. In FIFA 20 hat der Gegner den Ball einfach weggeschossen.“

fifa 21 liverpool 2
Flanken und Kopfbälle sollen sich wieder lohnen

5. Welche Tricks lohnen sich in FIFA 21?

Der „Drag Back“ war letztes Jahr ein extrem starkes Mittel, das viele Spieler ausnutzten, um Gegner auszuspielen und den Ball zu halten. Er gehörte zu den wichtigsten Tricks in FIFA 20. Und in FIFA 21? „Der Drag-Back ist viel schwieriger geworden. Die sind nicht mehr so effektiv, wie sie dieses Jahr waren“, berichtet Benny. 

Das liegt auch daran, dass der Drag-Back in FIFA 20 einfach mit R1 ausgeführt werden konnte. Dort liegt nun aber die neue Dribblingtechnik „Agile Dribbling“: „Das neue Dribbling ist gewöhnungsbedürftig“, findet Cihan: „Ich glaube, das R1-Dribbling ist im Sechzehner sehr effektiv, gerade wenn du einen Richtungswechsel machen willst. Spieler wie Messi werden das sehr gut beherrschen.“ Auch enge Ballführung sei damit möglich – also perfekt, wenn man unter Druck ist und den Ball auf keinen Fall verlieren will.

Apropos Tricks: Die 5-Sterne-Skiller scheinen zumindest in der Beta ebenfalls extrem stark gewesen zu sein. Cihan verdeutlicht das am Trick „Elastico“: „Die Elasticos waren richtig OP. Wenn ich einen 5-Sterne-Skiller hatte, hab ich das bis zu drei Mal hintereinander gemacht und dann die Kiste reingeschossen“ erzählt Cihan: „Das wird wahrscheinlich ein sehr wichtiger Skill-Move werden. Gerade mit Neymar und Mbappé, die führen das sehr schnell aus.“ Auch die Ballrolle sei wieder stark.

6. Pressing als Taktik stark – aber nicht die ganze Zeit

Da könnte das Team-Pressing wieder sehr beliebt werden: „Team-Pressing war auch OP. Du hattest kaum Möglichkeiten rauszukommen. Die Gegenspieler rücken komplett raus“, berichtet Cihan. Wenn man die Taktik aktiviert, stürmen Spieler auf den ballführenden Gegenspieler zu – schon in FIFA 20 war das stark, kostete aber viel Ausdauer. Und auch in FIFA 21 wird es eine Einschränkung geben: „Da läuft jetzt ein Limit ab. Was ich relativ gut finde, denn dann kann man nicht mehr dauernd Teampressing anhaben“, erzählt Benny. Eine starke Taktik also, die man aber nicht über 90 Minuten spielen kann. 

Ob sich diese Punkte in dieser Form komplett aus der Beta ins fertige Spiel übertragen, bleibt natürlich abzuwarten. Ein Gefühl für das Spiel haben am Ende aber beide bekommen: „Das Spiel an sich spielt sich insgesamt gar nicht mal so schlecht“, bilanziert Cihan: „Ich hatte das Gefühl, dass die Spieler sich besser bewegen, es bessere Laufwege gibt.“

Ein abschließendes Urteil wolle er aber erst fällen, wenn das fertige Spiel da ist: „Ich denke, sie sind noch nicht ganz fertig mit dem Spiel und werden auch die nächsten Wochen noch Zeit investieren.“ Benny sah das ganz ähnlich: „Die ersten zwei Wochen nach Release werden entscheidend sein. Da sieht man dann auch, welche Taktiken und Formationen die besten sind.“

Wer schon Lust hat, sich ein Team für FUT 21 zu bauen, braucht nicht mehr lange warten. Die Web App für FIFA 21 steht bereits in den Startlöchern und dürfte bald veröffentlicht werden.

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