„Wir haben ein Monster geschaffen“ – Ein spanisches Model verdient bis zu 10.000 Euro im Monat, dabei ist sie nicht echt

„Wir haben ein Monster geschaffen“ – Ein spanisches Model verdient bis zu 10.000 Euro im Monat, dabei ist sie nicht echt

KI-Influencer boomen auf Instagram und sogar Twitch. Hunderttausende Menschen folgen ihnen, gerade Jüngeren scheint es egal zu sein, ob die Influencer echt sind – das Geld, das sie verdienen, ist hingegen real.

Was ist das für ein Model? Aitana ist eine 25-Jährige aus Barcelona, deren Markenzeichen ihre pinkfarbenen Haare sind. Sie hat knapp 330.000 Follower auf Instagram und bekommt regelmäßig Nachrichten von Leuten, die mit ihr ausgehen wollen.

Doch Aitana ist nicht echt: Sie wurde von künstlicher Intelligenz geschaffen. Ähnlich wie auch die Instagram-Influencerin Milla Sofia: Eine 24-Jährige auf Instagram begeistert Tausende Fans, dabei ist sie gar nicht echt.

KI-Influencer sollten nicht mit Vtubern verwechselt werden, denn hier steckt hinter dem virtuellen Avatar eine echte Person:

Agentur hatte genug von echten Models und Influencern

Was steckt dahinter? Hinter Aitana steht der Designer Rubén Cruz mit seiner Agentur The Clueless. Die KI-Models rief er ins Leben, weil ihre menschlichen Gegenstücke offenbar zu unberechenbar waren: „Viele Projekte wurden auf Eis gelegt oder abgesagt, aufgrund von Problemen außerhalb unserer Kontrolle. Oft war es die Schuld der Influencer oder Models […]“, erklärt Cruz gegenüber Euronews.

Mit KI-Models gibt es diese Probleme nicht: „Wir haben es getan, um einen besseren Lebensunterhalt zu verdienen, ohne auf andere Leute angewiesen zu sein, die Egos und Manien haben[…]“

Aitana ist eines von 3 KI-Models, die derzeit auf der Website von The Clueless vorgestellt werden, alle mit ausgearbeiteten Persönlichkeiten.

Dort gibt es die platinblonde Maia Lima, die sich durch „Schüchternheit und Reinheit“ auszeichnet und deren „liebende Natur sich in ihrer bisexuellen Orientierung manifestiert“, sowie die Singer-Songwriterin Lia Z., die als erste KI-Künstlerin einen Plattenvertrag erhalten haben soll.

Aitana allein verdiente laut Cruz zum Zeitpunkt des Gesprächs mit Euronews bis zu 10.000 Euro pro Monat, wobei es im Durchschnitt eher 3.000 Euro sein sollen. Pro Werbe-Post soll es etwas über 1.000 Euro geben. Dazu werden Bilder des Models in Dessous auf Fanvue gepostet, einer Seite ähnlich wie OnlyFans.

Mittlerweile haben sich ihre Follower verdreifacht, es könnte also durchaus sein, dass sie inzwischen noch mehr Geld einbringt.

KI-Influencer führen ein ganzes virtuelles Leben

So funktionieren die KI-Influencer: Hinter Aitana steckt ein ganzes Team, das ihr digitales Leben in wöchentlichen Meetings durchplant: Was wird sie tun, wohin wird sie reisen, welche Fotos werden gepostet?

Cruz erklärt, dass man schnell verstanden habe, dass die Leute „Leben folgen, nicht Bildern“. Aitana ist daher komplett durchdesignt: „Wir haben sie basierend darauf erschaffen, was der Gesellschaft am besten gefällt“, so ihr Schöpfer. „Wir haben uns Gedanken über die Vorlieben, Hobbys und Nischen gemacht, die in den letzten Jahren im Trend lagen.“

Diana Núñez, die Mitgründerin von The Clueless, verriet gegenüber Fortune, dass es einige Monate gedauert habe, bevor man mit Aitana „den Jackpot geknackt“ habe. „Wir haben versehentlich ein Monster geschaffen“, scherzt Núñez. „Aber ein hübsches.“

KI-Influencer sind für Marken und junge Menschen attraktiv

Warum sind KI-Models so attraktiv? Für Firmen sind KI-Influencer reizvoll: Sie haben keine Star-Allüren, keine dunkle Vergangenheit, keine Skandale, die ans Licht kommen könnten. Sie können den Bedürfnissen und dem Image der Marke genau angepasst werden. Außerdem sehen sie immer perfekt aus und werden nie alt, sofern nicht anders gewünscht.

Das erkannte auch schon Baek Seung Yeo, der Schöpfer der virtuellen Influencerin Rozy.

Besonders praktisch für Firmen: Gerade jüngeren Menschen scheint es nicht mehr so wichtig zu sein, ob Influencer authentisch sind – oder echt.

Laut einer Umfrage von Sprout Social, einer Plattform für Social-Media-Management, folgen Konsumenten hauptsächlich Influencern, die mit ihren persönlichen Wertvorstellungen übereinstimmen und als authentisch wahrgenommen werden – mit Ausnahme der GenZ.

Die zwischen 1997 und 2012 Geborenen legen laut der Befragung im Gegensatz zu den vorangegangenen Generationen vor allem Wert auf die Followerzahl von Influencern. Nur 35 % scheren sich um Authentizität. 46 % gaben sogar an, mehr Interesse an einer Marke zu haben, wenn sie mit einem KI-Influencer zusammenarbeite.

Auch auf Twitch hat die KI längst Einzug gehalten – wenn auch mit ein paar Kinderkrankheiten: Zuschauer entlocken KI-Streamerin auf Twitch furchtbare Äußerungen – Nun ist Neuro-sama gebannt

Bei KI-Influencern ist jedoch noch lange nicht Schluss. Das dürfte vor allem diejenigen erfreuen, die Models wie Aitana anhimmeln, denn in nicht allzu ferner Zukunft soll es möglich sein, Beziehungen mit der KI zu führen. Twitch-Streamer Asmongold hat die Zukunft gesehen – Glaubt, KI-Freundinnen werden ein „Billionen-Geschäft“

Quelle(n): Bild: Aitana/The Clueless via Instagram, Euronews, Fortune, Mint
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Moses

Cruz sollte endlich aufhören, solche Lügen zu verbreiten, wie etwa die Behauptung, er hätte zehntausende Euro damit verdient. Die meisten Bilder, auf denen Aitana nicht zu sehen ist, wurden ohne Credits von Pinterest gestohlen, und so einer nennt sich einen Designer… Ich selbst habe schon vor über einem Jahr damit angefangen, KI-Modelle zu generieren. Ich habe mehrere Gruppen gegründet, und wir hatten Hunderte von Teilnehmern, die ebenfalls KI-Modelle erstellt haben. Die meisten Follower von Cruz sind genauso fake wie bei all den anderen, die durch @models__ai promotet wurden. Wenn ihr auf Instagram danach sucht, werdet ihr Aitanas Bild ganz am Anfang sehen. Ein wenig Geld konnte er mit Nudes auf Fanvue verdienen, aber diesen Weg habe ich nie eingeschlagen, egal ob KI oder nicht, es braucht ein gewisses Maß an Anstand. Warum sollten Frauen noch mehr in ein solches Licht gerückt werden?

Ich möchte damit sagen: Fallt nicht darauf rein. Sie haben schon einmal solche Wellen an Lügen verbreitet, und auch damals ging es nur darum, Aufmerksamkeit zu bekommen und sich selbst besser darzustellen, als sie tatsächlich sind. Lasst euch nicht blenden von diesen erfundenen Erfolgen und den angeblichen Gewinnen. Bleibt kritisch und hinterfragt die Quellen, vor allem wenn es so offensichtlich ist, dass hier nur geprahlt und übertrieben wird.

T4nnenhirsch

Fehlen nur noch Cora Suxx oder BigBallBilly.
Dann rollt der Rubel… aber richtig !

Bud123

ich kann diesen ganzen sozialmediakram net nachvollziehen…abz promis profilieren sich, z promis zocken die leute ab mit ihren sinnlosen creator lines, fanboys geht einer ab wenn man nen like von nem b promi bekommt usw usf🤦
jetzt gibts auch noch “ki promis” alter was ist mit den leuten los?
ich habe zwar socialmedia acc´s aber nur um zb zu wissen wann es in spiel x wartungsarbeiten gibt oder nen schuh released wird, solche sachen halt, sonnst treibe ich mich da genau zero rum…
die menscheit verblödet in so rapiden maße, dank sowas…

Lamoras

Das ist erbärmlich auf so vielen Ebenen

Greenbeast

Simps will be Simps.

Yoma

Mir ist auch unverständlich wie man einer KI folgen kann.
Aber erbärmlich triffts nicht, auf keiner Ebene.

“Wir haben es getan, um einen besseren Lebensunterhalt zu verdienen, ohne auf andere Leute angewiesen zu sein, die Egos und Manien haben”
Man sollte lieber darüber diskutieren.

vulperabeste

ich finde das wort “erbärmlich” trifft es ganz gut.

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