Künstliche Intelligenz klaut hart arbeitenden Influencern ihre Sponsor-Deals

In Südkorea hat eine Firma eine KI entwickelt, die eine virtuelle Influencerin erschaffen hat: Rozy hat bereits mehr als 100 Sponsor-Deals an Land gezogen und ist kurz davor, eine Million US-Dollar an Werbe-Geld einzunehmen. Die Erschaffer der Figur schwärmen von ihren Vorteilen: Sie altert nicht, wird nie krank und ist absolut skandalfrei.

Das ist Rozy:

  • Die 22-jährige Südkoreanerin arbeitet als Influencerin auf Instagram, hat dort über 66.000 Follower und ist völlig virtuell. Sie kommt aus dem Computer, eine künstliche Intelligenz hat sie erschaffen und füttert nun ihren Instagram-Account
  • Rozy schwimmt in Cash: Sie hat bereits 100 Sponsor-Deals an Land gezogen. Die Firma hinter ihr glaubt, sie schafft es 2021 noch auf 1 Milliarde koreanische Won, das sind etwa 854.000 US-Dollar
  • Ihre Erschaffer schwärmen von den Vorteilen, die sie gegenüber „echten“ Menschen hat
Mutter trifft ihre tote Tochter in der Virtual Reality wieder

So konzipiert, dass sie für Millenials attraktiv erscheint

Das weiß man über Rozy: Wie bei einer realen Influencerin teilt Rozy eine Menge Information über ihr Leben, obwohl sie gar keins hat. So ist sie 1,71 Meter groß und stellt ihr Leben unter das Motto „Hakuna Matata“, was soviel heißt wie „Guck dir König der Löwen von Disney an.“

Sie liebt Surfen, das Skateboard-Fahren und das Laufen. Außerdem setzt sie sich für den Umweltschutz ein.

Tatsächlich entstammt sie aber der 3D-Technik eines Studios und wurde so konzipiert, dass sie für Millenials und Angehörige der Gen Z besonders attraktiv erschient. Sie kann fast 800 verschiedene Gesichts-Ausdrücke annehmen, ihre Bewegungen kommen von einer Schauspielerin.

Während der ersten 3 Monate ihres Daseins als Influencerin auf Instagram bemerkte angeblich kein Zuschauer, dass sie gar nicht echt ist: Rozy wurde im August 2020 erschaffen; man enthüllte erst im Dezember, dass sie virtuell ist. Da hatten ihr schon viele Fans eine Nachricht geschrieben, man wolle sie doch im echten Leben mal treffen.

Einer ihrer erfolgreichsten Werbe-Deals hat sie für eine Lebensversicherung, dort tritt sie als Modell auf. Das Video hat mittlerweile über 11 Millionen Aufrufe auf YouTube erreicht und zeigt, wie eine junge Frau völlig grundlos durch Wald, U-Bahn und Supermarkt tanzt. Offenbar freut sie sich, dass sie so gut versichert ist.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Link zum YouTube Inhalt

Altert nicht, wird nie krank und hat keine lästige Vergangenheit

Das sagen ihre Erschaffer: Der CEO der Firma hiner Rozy, Baek Seung Yeo, stellt die Vorteile von Rozy gegenüber echten Menschen heraus:

„Heutzutage ziehen sich Prominente manchmal zurück wegen der Schule, wegen Gewalt, Skandalen oder weil sie belästigt werden. Ein virtueller Mensch hat keine Skandale, um die man sich sorgen müsste. Sie ist nicht nur 100% drama-frei, sondern wird nie älter als 22 Jahre sein und wird nie krank werden. Außerdem gibt es nichts aus ihrer Vergangenheit, das ans Licht kommen könnte – denn sie hat keine Vergangenheit, um die man sich Sorgen machen müsste.“

Baek Seung Yeo, CEO Sidus Studio X

Gibt’s noch andere wie Rozy? Seit 2016 ist „Miquela Sousa“ auf Instagram aktiv. Sie hat bereits 3 Millionen Abonnenten und kommt vom Technologie-Startup Brud aus Los Angeles. Lil Miquela hat über 11 Millionen US-Dollar eingespielt.

Auch bei den Gaming-Influencern gibt es mittlerweile sehr erfolgreiche “VTuber”, die selbst hohe Spenden ungerührt entgegennehmen.

Die virtuelle Influencerin “Projekt Melody” hatte mal Ärger auf Twitch, weil einer ihrer Erschaffer einen Anspruch auf ihren Körper erhob.

Das steckt dahinter: Der „Influencer“-Markt gilt als ein wichtiger Wachstums-Markt. Zwischen 2019 und 2022 soll das Budget in den USA für Influencer-Werbung von 8 Milliarden US-Dollar auf 15 Milliarden US-Dollar steigen. Das glauben etwa die Experten von Bloomberg. Gerade während der Corona-Krisen hätten virtuelle Influencer große Vorteile gegenüber ihren “regulären Rivalen” gehabt.

Gut möglich, dass in Zukunft nicht nur Influencer und ihre Agenturen Geld aus diesem Topf ziehen, sondern auch Technik-Firmen, die sich ihre eigenen virtuellen Influencer erschaffen.

Nicht immer steckt hinter Influencern das, was wir erwarten:

Junge Influencerin entpuppt sich als 50-jähriger Mann: „Niemand will den alten Onkel sehen“

Quelle(n): nexthsark, dexerto, bloomberg
Deine Meinung? Diskutiere mit uns!
8
Gefällt mir!
Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.