Streamerin wurde von Twitch gebannt, weil jemand sagt: Ihr Körper gehört mir

Die virtuelle Streamerin „Projekt Melody“ wurde für kurze Zeit von Twitch gebannt. Dahinter steckt eine bizarre  Urheberrechtsbeschwerde: Der Künstler, der den Avatar erstellte, erhob Anspruch auf den Kanal, wie die Streamerin erläutert.

Was ist das für eine Streamerin? Projekt Melody ist eine virtuelle Streamerin und einem Anime-Mädchen nachgebildet. Sie hat blaue Haare und trägt ein Pflaster auf ihrer Nase. Ihr Avatar wird in Echtzeit von der Unity Engine gerendert.

In ihrer Biografie behauptet sie, eine künstliche Intelligenz zu sein, die programmiert wurde, um lästige Pflichtaufgaben zu erledigen. Dann entwickelte sie sich aber selbstständig weiter und begann sich für die menschliche Sexualität zu interessieren. Künstliche Intelligenzen tun so etwas ständig, wenn sie nicht gerade DOTA 2 spielen – das ist allgemein bekannt.

Projekt Melody ist auf verschiedenen Plattform im Netz zu finden, als Content-Creator, aber auch als erotisch auftretendes Camgirl, wenn man solchen Dingen zugeneigt ist. Auf Twitch hat sie in jedem Fall über 300.000 Follower. Da ist sie viel in Just Chatting zu hören, spielt aber auch mal Minecraft oder Among Us.

Sie betont, auf Twitch „ein braves Mädchen“ zu sein.

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Geschäftsbeziehung geht furchtbar schief

Was war das für ein Bann? Vor kurzem wurde der Kanal von Projekt Melody auf Twitch gebannt. Wie sich später herausstellte, hatte der Ersteller des Avatars eine Urheberrechtsbeschwerde gegen die Betreiberin des Kanals bei Twitch eingereicht und behauptet, die Kanalbetreiberin würde gegen seine Rechte verstoßen.

Twitch bannte daraufhin den Kanal, stellte ihn aber später wieder her.

Das sagt „Project Melody“: In einem Tweet an die Fans hat die virtuelle Streamerin die Situation erläutert:

  • Der Modellierer habe Anspruch auf „ihren Körper“ erhoben und beanspruchte die Urheberschaft darauf – das führte zu dem Twitch-Bann
  • Sie hatte einen Deal mit den 3D-Modellierern DigitrevX über 5.000$, den Avatar zu erstellen
  • Nachdem der Avatar fertig war, bot DigitrevX an, weitere Dienste zu entrichten – eine Bezahlung für diese weiteren Dienste lehnte die Firma ab
  • Letztlich wollte DigitrevX aber, dass Projekt Melody einen Vertrag über 40.000$ im Monat mit einer Partner-Firma unterschreibt – das wollte wiederum Projekt Melody nicht
  • danach wollte DigitrevX dann angeblich, dass Projekt Melody deren neues Projekt YFUBaby (12.000 Follower auf Twitch) bewirbt und boostet – dann wäre man quitt
  • Nachdem das aber alles in die Brüche ging, kippte die Geschäftsbeziehung ins Negative und mündete jetzt in dieser Copyright-Beschwerde. Die Firma fühlte sich um ihre Leistungen geprellt, Project Melody wiederum fühlte sich in eine Geschäftsbeziehung gepresst, die sie nicht wollte

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Er hat nur den Körper gebaut – mir gehört die Marke

So ging das aus: Die Streamerin konnte jetzt aber beweisen, dass die Künstler, die den Körper erschufen, anerkannt haben, dass Project Melody die Besitzerin der geistigen Marke ist und daher weiter auf Twitch auftreten darf.

Sie hat die Urheberrechtsbeschwerde zurückweisen können.

Die Streamerin sagt: Im Hintergrund des Streams habe sie sich seit Monaten mit diesem Problem rumgeschlagen. Das habe sie schwer belastet.

Sie sagt: Man wolle ihr alles wegnehmen, dabei habe sie „für den Körper bezahlt.“ Ihr gehöre die Marke, er habe nur das Modell erstellt.

Projekt Melody hat zahlreiche Screenshots von Chat-Nachrichten, Rechnungen und Verträgen auf imgur veröffentlicht, um zu beweisen, dass ihre Darstellung der Wahrheit entspricht (via twitlonger).

Auf dem Twitter-Kanal von DigitrevX gibt es keine Stellungnahme zu den Vorfällen. Die bewerben immer noch „ihre neue Version“ eines Anime-Mädchens. Das hat aber auf Twitch lange nicht so viel Erfolg wie das Original.

Twitch-Sodapoppin-Titel
Er hat Erfahrungen mit virtuellen Mädchen: Sodapoppin.

Die Geschichte der virtuellen Streamerin erinnert etwas an den Twitch-Bann von Sodapoppin. Auch der bekannte Streamer hat sich einen Bann von Twitch eingehandelt, weil er Kontakt zu virtuellen Anime-Mädchen hatte, zu einem Sukkubus:

Zehntausende lachen über Bann eines Twitch-Stars, der sich im Sex-Dungeon verlief

Quelle(n): dexerto
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Scaver

Ganz ehrlich, wenn der Erschaffer meint, ihm steht noch etwas zu und die Kundin das nicht einsieht, dann beschreitet man den Rechtsweg. Dort wird es am Ende zweifelsfrei festgestellt. Und wenn man ein Urteil hat, DANN und erst dann geht man in die sozialen Medien und lässt sie dort sperren, wenn dann die noch als rechtmäßig anerkannte Bezahlung ausbleibt.

Denn wer hier im Recht ist, lässt sich nicht sagen. Die online gestellten Unterlagen sind so nicht auf Authentizität überprüfbar. Dabei müssen sie nicht mal gefälscht sein. Es reicht, wenn etwas fehlt.
So etwas trägt man vor Gericht aus und nicht in den sozialen Medien.

N0ma

mmh nachträglich Geld rausholen
bei Witcher hats geklappt 😲

Nico

hab da die monate 2-3x reingeschaut, ist witzig aufgezogen mit den avatar, ist eigentlich ne coole idee 🙂

Dimpfelmupser

Projekt Melody hat zahlreiche Screenshots von Chat-Nachrichten, Rechnungen und Verträgen auf imgur veröffentlicht, um zu beweisen, dass ihre Darstellung der Wahrheit entspricht

Gut das Sie die ganzen Sachen aufgehoben hatte

Zuletzt bearbeitet vor 19 Tagen von Dimpfelmupser
Wesker

Stimmt. In dem Fall sollte sie ja rechtlich auf der sicheren Seite sein. Sieht für mich nach einem verzweifelten Versuch aus, noch mehr aus einem bereits bezahlten Design herauszuschlagen, weil man erkannt hat, dass der Erschaffer des Kanals viel Geld damit gemacht hat.

Scaver

Ist die Frage, ob die Unterlagen auch vollständig sind. Auch eine Manipulation kann man so nicht ausschließen. Das kann man nur vor einem Gericht zweifelsfrei klären.

Aber ja, es wirkt als will der Erschaffer da noch mehr Geld raus holen, da sie damit so erfolgreich zu sein scheint.

Sanke

Für jemanden der es beobachtet in dieser Form geht es vor allem um „was ist Wahrscheinlicher“ und hier ist es das Projekt Melody im Recht ist.
Auch die Tatsache das er nicht vor Gericht gegangen ist dürfte diese Vermutung bestärken.
KANN es anders sein? Klar. Aber wie du schon sagtest können wir das nicht prüfen und gehen dann von „Wahrscheinlicher/besser untermauert“ aus.

Hamurator

Hat schon Gründe, warum geschäftliche Vereinbarungen immer schriftlich erfolgen.

Scaver

Nö, tun sie nicht!
Jedes mal wenn Du beim Discounter, Supermarkt oder sonst wo was kaufst, ist das eine geschäftliche Vereinbarung. Und da erfolgt nichts schriftlich.
Die Schriftform ist auch nur bei wenigen Rechtsgeschäften zwingend vorgeschrieben (z.B. bei Immobilien).
Ich bin Kaufmann und ich kann dir sagen, über 90% aller regelmäßig wiederkehrenden Rechtsgeschäfte (geschäftliche Vereinbarungen) erfolgen ohne die Schriftform.

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