Hearthstone ist so langweilig wie seit Jahren nicht mehr

Blizzards Kartenspiel ist auf einem Tiefpunkt angekommen und jedes Match ist gleich. Das meint zumindest Hearthstone-Dämon Cortyn von MeinMMO.

Seit einigen Wochen ist die neuste Hearthstone-Erweiterung „Vereint in Sturmwind“ live und trotz einiger Nerfs und Änderungen haben sich ein paar starke Favoriten als Decks durchgesetzt.

Hearthstone war bisher immer eines meiner Lieblingsspiele. Klar, es gab immer mal wieder Zeiten, in denen ich es weniger oder mehr gespielt habe, doch es war durchgängig auf dem aktuellsten Stand und jede Woche wurden zumindest ein paar Runden gezockt. Allerdings hat sich das in den letzten Wochen drastisch geändert.

So langweilig und frustrierend wie jetzt, habe ich Hearthstone noch nie erlebt.

Normalerweise spiele ich Hearthstone nach dem Release einer Erweiterung ziemlich intensiv. Zwei, drei oder vier Stunden am Tag kommen da schon manchmal bei rum. Immerhin erledige ich gerne den Belohnungspfad und kaufe mir sogar den „Season Pass“, seitdem es den gibt.

Quests sind eintönig und man muss sich nicht anstrengen

Das Problem lässt sich aus meiner Sicht auch sehr leicht feststellen: Die Quests und deren Design. Sämtliche Hearthstone-Quests der neusten Erweiterung sind so gestaltet, dass der Abschluss der Quest im Regelfall zügig zu einem Ende des Matches führt.

Hinzu kommt, dass Quests sich nicht wirklich wie Quests anfühlen. Das erste Design der Quests von Hearthstone war so, dass man sich für den Abschluss der Missionen anstrengen und Ressourcen „opfern“ musste. Es musste fast immer suboptimal gespielt werden und Mana für eigentlich nachteilige Sachen geopfert werden, um später die große Belohnung zu kassieren. Es war eine „Risk-Reward“-Sache, bei der man gewinnen und verlieren konnte.

Das ist mit den neusten Quests nicht mehr der Fall. Die Quests sind so designt, dass jeder Schritt zur Erfüllung der Quest gleichzeitig auch positiv für das aktuelle Spiel ist und eine Verbesserung der eigenen Situation herbeiführt. Viele der Quests-Decks wären sogar richtig stark, selbst wenn man die Quest rauslassen würde. Das ist einfach nur eine weitere Ebene von „Gewinne noch mehr“ – und das macht die Quests so unsagbar langweilig in meinen Augen.

Wenn ein Jäger für seine Quest mit Zaubern Schaden anrichten muss, dann ist es das, was er sowieso schon tut. Wenn ein Magier 3 Zauber verschiedener Zauberschulen wirken soll, dann geschieht das im Regelfall ohnehin im Laufe der Partie. Auch ein Krieger, der vor allem Piraten ausspielen soll, reißt sich dabei kein Bein aus. Das ist schlicht langweilig und exakt das, was die Klassen sowieso schon tun.

Interaktion ist quasi nicht mehr vorhanden

Gleichzeitig ist das Level der Interaktion in Hearthstone auf einem für mich nie dagewesenen Tiefpunkt angekommen. Interaktion mit den Karten des Gegners findet quasi gar nicht mehr statt. Alles ist so darauf optimiert, die eigene Quest abzuschließen, dass viele Karten – etwa bei Magier – sogar dafür sorgen, dass ausgespielte Diener von dem Magier gleich selbst wieder besiegt werden.

Die einzige Interaktion, die ich alle Jubeljahre mal zu sehen bekomme, ist, wenn ein Spieler seine Quest „aus Versehen“ im falschen Zug abschließt und dann schon seinen großen Belohnungs-Diener auf der Hand hat. In dem Fall wird gelegentlich mal „Mutanus der Verschlinger“ ausgespielt, der den gegnerischen Belohnungsdiener frisst und zur sofortigen Aufgabe des Gegenspielers führt.

Die einzige Interaktion, die man manchmal sieht – wenn jemand einen Fehler macht.

Besonders frustrierend sind die Matches gegen Hexenmeister und Dämonenjäger. Die spielen quasi komplett ihr „eigenes Spiel“ des Kartenziehens und Reduzieren der Kosten, bevor sie dich mit einer Onehit-Kombo abziehen, die immer identisch abläuft. Die einzige Chance auf den Sieg? Die eigene Quest einen Ticken früher fertig haben als der Gegner.

Spaß kommt da nicht auf – und deswegen hänge ich Hearthstone erst einmal an den Nagel. Wo ich in der Scholomance-Erweiterung noch richtig Spaß hatte und auch im Brachland noch echt schöne Runden erlebte, ist jetzt nur noch Frust übrig geblieben.

Egal, ob Sieg oder Niederlage – es fühlt sich nicht mehr befriedigend an. Der Sieg wird nämlich gerade einzig und allein dadurch entschieden, wer beim Kartenziehen schneller die passenden Puzzleteile hat, um seine Quest abzuschließen. Auf alles andere hat man quasi keine Auswirkung mehr.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer sehe ich aber. Denn am 30. August soll der neue „Mercenaries“-Spielmodus offiziell vorgestellt und ein Release-Datum verraten werden. Ich kann nur hoffen, dass mich das über die aktuelle extrem langweilige Hearthstone-Saison hinwegtröstet.

Habt ihr gerade Spaß in Hearthstone? Wie gefallen euch die aktuellen Quest-Decks? Habt ihr Spaß daran oder teilt ihr meine Meinung?

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Doktor Pacman

Ich bin umgestiegen auf Magic Arena. Back to the Roots. Beste Entscheidung für mich.

Phoesias

Ich spiele seit der beta, habe ALLE expansions (und mehr) gekauft seit Release, laut account über 2.400€ in HS investiert, kenne jede Meta in den nun 7 Jahren.

SO ein Fehl-Design im Rahmen einer gesamten expansion, gab es wirklich noch nie.

Ea gab Jade Druid, Shaman Stone, den unendliche overpowerten Demon Hunter und so weiter und so fort….dieses Maß an Verhältnislosigkeit von…einfach ALLEM, sprengt alles dagewesene.

Decks ziehen 10 Karten pro turn, spielen gleichzeitig 9 Karten, Manacheaten ist das normalste der Welt, 25 Schaden+ in einem
Turn zu fressen ist völlig normal – sogar offboard.

Die aktuelle Expansion hat 80% aller Karten in diesem Spiel obsolet gemacht. Die alten Götter für 10 Mana ? Lachhaft, unmöglich zu spielen.

Die gesamte Balance ist ist völlig aus den Fugen geraten. Was Warlock Turn 5 machen kann, zieht sein halbes Deck, spielt Karten im Wert von 30 Mana, Heilt sich um 20, während Du den endloses Animationen zugucken musst, im STANDARD FORMAT wohlgemerkt …es geht nichtmal so sehr um die Frage ist das jetzt TOTAL OP? Es passt einfach nicht wenn Du nur 30 Karten decks spielst und nur 30 HP hasst und es macht einfach null bock

Die gesamte Spielbalance ist in dem schlechtesten Zustand seit Veröffentlichung und das spiegeln die nicht enden wollenden Diskussionen auf reddit & Heartpwn wieder

Wirklich niemand ist zufrieden mit der Art & Weise wie sich HS derzeit spielt, die Quests sind einfach ein absolutes Desaster in der aktuellen Form

Zuletzt bearbeitet vor 29 Tagen von Phoesias
Phoesias

Immerhin, Warlock erhält kurzfristig einen Nerf wie Blizz gestern Abend bekannt gab.

Es wird nichts ändern, dass Problem liegt im Design, also viel zu tief vergraben als das klassische „Nerfs“ hier etwas fixen können.

Einzige Auswirkung: Es wird etwas weniger Warlock, stattdessen Quest Schamane – Mage – Hunter – DH – Krieger gespielt , die ebenfalls allesamt ihr eigenes Ding machen

Das Problem ist, wie Dein Artikel es bereits ausführt, es gibt keinen Grund die Quests NICHT zu spielen. Sie haben einfach keine downside oder selbige ist lachhaft gering für das was sie mir im gegenzug bieten

Zuletzt bearbeitet vor 28 Tagen von Phoesias
Phoesias

Jedes weitere Wort ist eigentlich zu viel, mann muss kein Game Designer sein um zu erkennen wo hier das Problem
liegt.

Ich wüsste nicht wie man das fixen will außer man nerft sie zu tode. Ansonsten bleibt nur der Gang zurück ans Reißbrett wie Du sagst und die Dinger überarbeiten – sonst habe wir 2 Jahre lang ein Problem.

Die Gamer erkennen den Unterschied zwischen „scheiss Meta“ , „das ist OP“ , wie wir es schon oft hatten und den aktuellen Umständen, man fühlt einfach das es nicht richtig ist beim spielen.

BlackStarNero

Darum hab ich mit Hearthstone aufgehört, da gefällt mir Gwent deutlich besser, allein wegen der Anpassungen an Karten, wenn ein Erweiterungspack rauskommt, die trauen sich zumindest noch etwas, Blizzard schafft es ja nicht wirklich da etwas Balance im spiel hereinzubringen.
Wenn da eine Karte/Combo zu stark wird, dann wird so abgeschwächt, dass sie wieder nutzlos ist.

Neni

So sehr ich das spiel Mochte, bin ich froh damit aufgehört zu haben Die oben aufgeführten Gründe kann ich absolut nachvollziehen und waren auch der gründe bei mir aufzuhören. Es gibts ja noch andere gute unterhaltsame zeitfresser 😀

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