Hearthstones neues Abenteuer ist so gut, dass es mich aufregt

Das neue Hearthstone-Abenteuer ist richtig gut, spielt aber mit den Gefühlen der Nutzer um Geld zu verdienen. Cortyn von MeinMMO findet das ziemlich hinterhältig.

Wenn ich ehrlich bin, dann erwarte ich von einem Hearthstone-Abenteuer nicht viel. Für mich hat ein Abenteuer nämlich auch immer etwas mit cooler Story zu tun und das war in Hearthstone eher selten bis nie der Fall. Doch mit „Die Höllenfeuerprobe“ hatte sich das gewandelt. Egal wie ich es auch drehe und wende, das kostenlose Abenteuer war richtig gut.

Die Story in 17 Kapiteln ist richtig cool gemacht. Sie handelt von der Forscherin Aranna Sternensucher, die im Schatten ihrer Schwester steht. Sie erforscht die Scherbenwelt und trifft dabei eine Naga in Gefahr. Sie findet etwas über die Bedrohung der merkwürdigen „Rostlegion“ heraus und macht sich auf, um diese zu bezwingen. Dabei trifft sie neue Charaktere, die „Außenseiter“ sind. Nicht nur die Naga kommt dazu, sondern auch ein Sporregar, ein Orc und sogar eine weibliche Zerschlagene – die hat man bisher nichtmal in World of Warcraft gesehen.

Die Zerschlagene ist cool – und es endet leider nicht gut.

Tolle Charaktere und eine klasse Geschichte

All diese Charaktere sind liebenswert und interessant, obwohl sie nur wenige Sätze sprechen. In fast jedem Kampf geben sie den einen oder anderen Kommentar ab, sodass sie schnell ans Herz wachsen. Es sind in diesem Fall mehr als einfache Karten, sondern tatsächliche Charaktere und „Helden“, auf die man sich im Notfall verlassen kann. Wie oft der kleine Sporregar mich mit seinen Pilzen gerettet hat, kann ich vermutlich gar nicht mehr an den Händen abzählen.

Illidan, der Gott des Reimens – denkt er zumindest.

Doch es ist nicht nur die Geschichte an sich, sondern auch die Art der Präsentation. Jeder Schritt des Abenteuers wird nämlich von Illidan kommentiert, der zumeist in Reimen spricht. Auch Aranna und die anderen wichtigen Charaktere reimen den Großteil der Zeit. Zwar sind die Reime manchmal so schlecht oder unrein, dass meine Deutschlehrerin mich dafür damals viergeteilt hätte, aber das macht auch irgendwie den „Trash-Charme“ des Abenteuers aus.

Auch Aranna reimt – sie ist zumindest besser als Illidan.

Spätestens wenn Aranna und Illidan gemeinsam in bester „Team Rocket“-Manier reimen, dann kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Als die beiden dann anfangen über ihre Geschwister abzulästern, erreicht der Humor seinen Höhepunkt. Die beiden beschweren sich über Druiden und Illidan merkt an, dass er ja 10.000 Jahre gefangen war, während sein Bruder „ein Nickerchen“ gemacht hat.

Druiden sind schlimm. Die beiden Dämonenjäger lästern ab.

Ja, die Höllenfeuerprobe war richtig, richtig gut.

Und jetzt kommt das große „Aber“.

Die Kampagne ist eine Verkaufsaktion

Die ganze Story ist im Grunde nur eine riesige Werbung für die neue Heldin im Shop. Denn zeitgleich mit der Veröffentlichung der Höllenfeuerprobe kann man Aranna Sternensucher auch im Shop kaufen – zusammen mit 20 der aktuellsten Kartenpackungen und einem Kartenrücken für 20 €.

Hearthstone Aranna Packet

Sicher, das Angebot ist ziemlich fair. Selbst wenn man die Heldin Aranna Sternensucher gar nicht haben will, sind 20 € für 20 Kartenpackungen aus Ruinen der Scherbenwelt ein ziemlich gutes Angebot – im Vergleich zu den regulären 15 Packungen für 20 €.

Dennoch werde ich das miese Gefühl nicht los, dass Blizzard da mit meiner Zuneigung zu den Charakteren spielt. Über 17 Missionen hat man Aranna kennengelernt, ihre Geschichte erlebt. Ich war dabei, wie sie Freunde gefunden und wieder verloren hat und durfte mir ziemlich lange ihre witzigen Reime anhören.

Hearthstone Aranna Starseeker Artwork
Aranna ist ziemlich cool – aber wer sie spielen will, muss sie kaufen.

Dieses Vorgehen erinnert mich an diese typischen asiatischen Gacha-Games, bei dem Anime-Fans mit ihren „Best Girl“ angelockt werden. Wer dort die ganze Story zum persönlichen Lieblingscharakter will, muss meistens viel Echtgeld bezahlen. Ganz ähnlich fühlt es sich jetzt mit Aranna an, auch wenn natürlich der „Lootbox“-Faktor fehlt. Zum Glück.

Nachdem ich mit ihr die Kampagne gespielt habe, will ich gar nicht mehr Illidan im gewerteten Modus zocken, sondern nur noch Aranna.

Aber vielleicht ist das auch nur mein ganz persönliches Problem. Ich seh‘ mich auf jeden Fall schon 20 € auf das Problem werfen – und das wurmt mich ziemlich.

Aber wie seht ihr das?

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Phoesias

Dich stört, dass Du 20 € ausgeben möchtest für ein „faires“ Paket weil Dich die kostenfreie Kampagne, welche den zu kaufenden Charakter vorab auf „sympathische“ und unterhaltsam Art näher beleuchtet, so gut unterhalten hat, dass Du…dahinter eine bösen Schachzug Blizzards vermutest weil Sie Dich mit der emotionalen Bindung zu den Charakter zum Kauf lockern wollen ?

Also absurder gehts einfach nicht mehr.

Neuerdings bei Blizzard:

„Hey Leute, lasst uns die Charaktere ein wenig unsympathischer machen, damit die Spieler nicht denken wir würden Sie dadurch zum Kauf des zugehöriges Pakets animieren….“

Einfach nur Facepalm

Also irgendwie müssen Sie Geld verdienen oder ? Und wenn Du für 20€ eine coole kampagne + Held + Packs bekommst gibt es nix zu meckern.

Ist es Dir lieber Sie würden keine kostenfreie Kampagne veröffentlichen und stattdessen auch diese hinter ne paywall stecken ? Wie man es macht, macht es falsch als entwickler.

Corbenian

Danke, hätte es nicht besser formulieren können.

Ich finde die Aktion super. Gerne viel öfter sowas! Hätte es schon gerne bei Medivh, Magni oder Alleria gehabt!
Hearthstone unterhält mich bestens. Und ja, dann gebe ich gerne mal dafür Geld aus, wenn ich gut unterhalten werde.

Zavarius

Genau das dachte ich mir. Erst füttern, dann eine Paywall. Die Story war suoer undbdie Masse absolut ungewohnt, kostenlos. Ich habe den Haken und den Nutzen für Blizzard gesucht – und ihn im Shop gefunden. Man kauft sich quasi die Belohnung der Story. Hätte die Story, wie andere, ca 20€ gekostet, hätten wir sicherlich eine ähnliche Anzahl bekommen + Abschlussheld.

Corbenian

Und wieviel hat dich das Spiel gekostet? 50 Euro? Nein? 0? Richtig… natürlich müssen sie irgendwie auch Geld verdienen – und wenn es auf so eine symphatisch inszenierte Art und Weise erfolgt… warum nicht?

Zavarius

Mein Beitrag war keine Kritik. Lediglich die Feststellung, dass man hier den Zeitvertreib kostenlos bekommt, sich aber die Belohnung erkaufen muss. Wäre es nicht so – hätte man halt direkt gezahlt.

Und ich glaube es keinem, mir egal wem, dass Hearthstone 0 € kostet. Es mag vielleicht Leute geben, die da eisern sparen und nie einen Cent ausgeben, aber Hearthstone ist eines der Spiele, wo man vorsichtig zwischen Metazwang, P2W und Balance wandelt.

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