Jeder kennt Godzilla, doch wie realistisch ist es, dass die gigantische Kreatur in der echten Welt existiert? Ein Astrophysiker hat sich der Frage gestellt und kommt zu einem eindeutigen Ergebnis.
Godzilla ist eines der bekanntesten Monster der Filmgeschichte und verwüstet schon seit 71 Jahren Städte auf der ganzen Welt. Doch wie realistisch ist es, dass so ein gigantischer Kaiju wirklich existiert? Dieser Frage stellte sich der Podcast StarTalk.
Dort bespricht der Astrophysiker Neil deGrasse Tyson (der auch mal Serien- und Filmauftritte hatte) mit seinen Gästen wissenschaftliche Themen mit popkulturellem Bezug. In einer Folge (via YouTube) vom 28.10.2025 setzte er sich mit Charles Liu, einem anderen Astrophysiker, zusammen und sprach über Godzilla. Das traurige Ergebnis: Godzilla könnte wohl nicht existieren.
Physikalisch unmöglich
Warum könnte Godzilla nicht existieren? In der StarTalk-Folge sprechen die Wissenschaftler über diverse Sci-Fi-Monster und kommen auch auf Godzilla zu sprechen. Nachdem sie über verschiedene Aspekte des Franchise und anderer Kaijus gesprochen hatten, sprachen sie über das größte Problem von Godzilla: die Größe.
So flink und gleichzeitig so groß zu sein, sei laut Liu physikalisch unmöglich
. Das hat mit mathematischen Kräften
zu tun. Wenn man etwa von der Höhe her doppelt so groß wird, wächst man insgesamt eigentlich mit einem Faktor von 8. Da man nicht nur von der Höhe, sondern auch von der Länge und Breite wächst, muss man 2 mal 2 mal 2 rechnen. Man hätte also das achtfache Volumen.
Gleichzeitig wird man aber auch 8-mal so schwer. Je größer man also wird, desto schwerer wird der gesamte Körper. Liu arbeitet mit einem Beispiel:
- Wenn man 10-mal so groß wird, wird man 1000-mal so massiv
- Die Beine erhöhen sich aber nur um einen Faktor von 100 in ihrer Querschnittsfläche.
- Die Knochen müssten also noch einmal 10-mal stärker sein, um das gesamte neue Gewicht tragen zu können.
- Das liegt daran, dass die Kraft nicht vom gesamten Volumen abhängt, sondern von der Querschnittsfläche des Muskels.
Godzilla wiegt so viel, dass es physikalisch unmöglich wäre: Alle bekannten Knochen würden zerbrechen, alle bekannten Muskeln würden reißen. Er wäre nur noch ein Klumpen aus protoplasmatischem Material, weil er sich nicht mehr aufrecht halten könnte, geschweige denn seinen fröhlichen Gang gehen könnte.
Bedenkt man, dass er in diversen Filmen durch radioaktive Strahlung gewachsen ist, würde er sich gar nicht halten können.
Im Zuge dessen erklären sie auch, dass etwa ein Floh, der ein Zigfaches seiner Größe springen kann, in menschlicher Größe auch unmöglich wäre. Er würde unter seinem Gewicht kollabieren.
Dinosaurier waren auch groß, hatten aber Vorteile
Wieso konnten Dinosaurier so groß werden? Einer der größten bekannten Dinosaurier (der Patagotitan) ist zwar mit 37,5 Metern und 60 bis 70 Tonnen nicht ganz so groß wie diverse Godzilla-Versionen, doch wie konnte er seinen Körper halten? Dafür gibt es nur Theorie und Indizien, wie das Natural History Museum erklärt.
Es könnte zum einen an ihrer Haltung liegen, aber auch an dem langen Hals der Sauropoden. Dadurch brauchen sie keine schnellen Bewegungen und können sich Futter von Bäumen holen. Ein weiterer, wichtiger Faktor könnten die Knochen gewesen sein. Die waren hohl und mit Luft gefüllt. Die Saurier hatten zudem einen effizienteren Energieverbrauch als Säugetiere.
Doch selbst wenn man Godzilla mit den Dinosauriern vergleicht, ist er noch eine andere Hausnummer: Die kleinste Godzilla-Version ist die aus dem ersten Film. Sie war 50 Meter groß und soll 20.000 Tonnen gewogen haben (via Wikizilla). Ein solches Gewicht zu halten, ist wohl für jedes Wesen physikalisch unmöglich.
Kleiner Funfact noch zu großen Tieren: Blauwale sind mit bis zu 180 Tonnen das schwerste Tier der Welt und sie können nur überleben, weil das Wasser die große Masse unterstützt. Am Land könnte ein solches Tier nicht existieren.
Godzilla hat viele verschiedene Varianten mit diversen Größen, Eigenschaften und äußerlichen Merkmalen. Auch ein deutscher Regisseur versuchte sich am Kultmonster, doch das kam nicht gut an: 1998 verfilmte ein deutscher Regisseur Godzilla, doch der kam so schlecht bei den Japanern an, dass sie sich 6 Jahre später rächten
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Und dafür braucht man einen Astrophysiker?
Toll, ein “Wissenschaftler” erklärt uns die fantastische Welt. Warum fängt er nicht in der antiken Götter- und Sagenwelt an, uns ihre Absurdität zu beweisen,
Ich stelle mir den im Kino vor, wie er aufsteht und laut ruft:”Alles Unsinn, das geht ja garnicht nicht, ich kann das beweisen”. Das Publikum wird ihn sicher begeistert beklatschen…
Die Welt braucht Alles, aber ganz gewiss keine Spaßbremsen und wissenschaftliche Besserwisser.
Ich glaube die Spaßbremse hier bist du. Den Leuten hat es wohl schon Spaß gemacht darüber nachzudenken.
Ich glaube auch, es geht den Wissenschaftlern nicht darum, jemandem den Spaß zu versauen. Es ist einfach ein Gedankenexperiment, das für Wissenschafts-Affine interessant sein könnte.
Hier geht es um wissenschaftliche Themen mit popkulturellem Bezug. Das ist das gleiche wie wenn Wissenschaftler Star Trek erklären und mit der heute bekannten Physik aufklären.
Natürlich ist das mit einem Augenzwinkern erklärt aber ge3nau das macht die Wissenschaft ja so spannend.
Aber wenn man Humor nicht versteht, kann man natürlich auf alles steil gehen.
Naja, er spricht von bekannten Muskeln und bekannten Knochen, die das nicht aushalten würden. Wenn wir kaum ausgehen, dass die Menschheit nicht allwissend ist und es noch Dinge gibt, die sich anderen Verständnis entziehen, wäre es also doch Möglich.
Ausreichend starke Knochen, Muskeln und Fleisch würde es möglich machen.
Zu der Zeit der Dinosaurier war aber auch der Sauerstoffgehalt 50% höher als heute. Das wirkt sich natürlich auf die Leistungsfähigkeit aus…
Ja, finde es komisch das solche Faktoren nicht berücksichtigt werden. Sehr Wissenschaftlich…
Puh, eine Gefahr für die Menschheit abgewendet, da bin ich ja beruhigt 😀
Hoffentlich weiß der Godzilla das auch. Hieß es nicht auch mal dass Bienen, physikalisch gesehen, eigentlich nicht in der Lage sein dürften zu fliegen (sie das aber nicht wissen und trotzdem tun)?
Hummeln 😉
Das basiert aber auf fehlerhaften aerodynamischen Berechnungen. Der Mythos entstand dadurch dass die Berechnung im Vergleich zu Flugzeugen berechnet wurden. Dadurch dass sie elastische und bewegliche Flügel haben, anders als Flugzeuge, können sie auch mit diesen kleineren Flügeln fliegen.