Final Fantasy XIV: Twitch-Streamerin sagt, sie will aus der Ukraine fliehen und dabei streamen

Final Fantasy XIV: Twitch-Streamerin sagt, sie will aus der Ukraine fliehen und dabei streamen

Die US-Amerikanerin Zepla ist eine der größten Streamerinnen auf Twitch zum MMORPG Final Fantasy XIV. Seit 2014 lebt sie in der Ukraine. Jetzt plant sie, das Land zu verlassen, sie fürchtet eine Invasion durch Russland. Auf ihrer Flucht will sie weiter streamen und in Kontakt mit ihren Fans bleiben.

Das ist Zepla:

  • Zepla ist eine der größten Streamerinnen zu Final Fantasy XIV: Sie hat 220.000 Follower. Wenn sie streamt, schauen ihr etwa 2000 Leute zu. Im letzten Jahr war sie 820 Stunden auf Sendung. Sie macht eher kurze Streams, dafür regelmäßige.
  • Zepla ist eine freundliche, nette Streamerin, die gerne Hasenohren trägt und Zuschauern Tipps zu Final Fantasy XIV gibt. Dabei schwärmt sie für die Viera, eine der spielbaren Rassen im MMORPG, die für ihre hasenartigen Schlappohren bekannt sind.
  • Jetzt aber wendete sie sich erstaunlich ernst an ihre Fans. Denn die Streamerin lebt in der Ukraine und fühlt sich dort nicht mehr sicher.
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Stimmung in der Ukraine ist wie vor einem Hurrikan

Wie landet eine US-Amerikanerin in die Ukraine? Ursprünglich kommt Zepla aus Louisiana in den USA. Vor 8 Jahren pflegte Zepla einen ungebundenen Lebensstil und unterrichtete Englisch in Taiwan, wo sie einige Ukrainer kennenlernte und sich mit ihnen anfreundete, wie sie in einem Interview mit VICE erzählt.

Die Ukraine klang für sie wie ein toller Ort zu leben, dort wollte sie unterrichten. Die Streamerin sagt, es habe sie 2014 in die Ukraine verschlagen – nach der Maidan Revolution war das Land in Aufruhr und im Aufbruch:

„Als ich in Kiev ankam, waren da immer noch Barrikaden und einige ausgebrannte Autos auf der Straße. Aber die Leute waren echt glücklich, dass Janukowytsch weg war – aus gutem Grund. Es war eine erschreckende Situation, aber ich hab mich nicht gefürchtet. Meine Familie, auf der anderen Seite, war echt nicht so begeistert, von meiner Entscheidung, nach Kiev zu gehen.“

So ist es heute: Die Streamerin sagt, in Kiev gäbe es heute ein ganz schräges Lebensgefühl, ähnlich wie in den Momenten, bevor ein Hurrikan einschlägt:

„Jeder bereitet sich darauf vor, du entscheidest, ob du es durchziehst oder nicht, ob du abhaust. Es ist aber schräger und schlimmer als das. Bei einem Hurrikan siehst du die dunklen Wolken, du weißt, dass etwas kommt. Es ist offensichtlich. Du kannst den Wind spüren, du kannst ihn in der Luft schmecken und siehst den Regen, der kommt. Du kannst den Blitz am Horizont sehen.

Aber hier gibt es immer noch wunderbare, sonnige Tage. Und jeder geht seinem üblichen Tagwerk nach. Während du in einem Restaurant sitzt, hörst du, dass Leute miteinander über ihre Pläne reden, zu bleiben und zu kämpfen. Es gibt irgendwie noch eine Normalität. Das ist das Bedrückendste daran.“

Warum haut sie nicht einfach ab? An sich könnte Zepla als US-Amerikanerin das Land jederzeit verlassen, aber sie hat sich ein Leben in Kiev aufgebaut, mit Hund, Haus und Katze.

Sie hängt vor allem an ihren Haustieren, wie sie erzählt. Die aus dem Land zu kriegen, erweist sich als schwierig. Sie will sie nicht in einem potenziellen Kriegsgebiet zurücklassen und einfach mit ihnen ausreisen funktioniert auch nicht – in den USA gelten Hunde aus der Ukraine etwa als „Hochrisiko-Träger für Tollwut“.

Zepla will sich Pässe für ihre Tiere besorgen und dann das Land verlassen.

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Auf Twitter schreibt Zepla von ihrem Leben zwischen „der Pest“ und „dem Krieg“ – was für eine seltsame Zeit.

Wie sieht sie den Konflikt? Die Streamerin sagt, sie liebt die Leute in Russland, es gäbe viele Verbindungen aus der Ukraine ins Nachbarland, das Problem sei für sie Russlands Staatschef Vladimir Putin, der in der Ukraine als „erblühende Demokratie“ eine Bedrohung sehe, an der sich Russen ein Beispiel nehmen könnten, aber sie schränkt ein:

„Also schaut mal, ich will nicht so tun, als wäre ich eine geopolitische Analystin. Ich versuch mich auf dem Laufenden zu halten, aber ich mache mir keine Illusionen über meine Glaubwürdigkeit. Ich bin eine Final Fantasy XIV Twitch-Streamerin, die jeden Tag im Stream Hasenohren trägt.“

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Streamen als „willkommene Abwechslung“ von der eigenen Lage

Warum streamt sie noch? Zepla erklärt, sie versuche weiter täglich 3 bis 4 Stunden auf Sendung zu sein, 5 Tage die Woche. Sie unterhält sich mit ihrer Community um Discord, schneidet YouTube-Videos zurecht und lernt Japanisch. All das, was die Twitch-Streamerin sonst auch macht:

„Das sind willkommene Ablenkungen. Wenn ich das mache, denke ich nicht über meine Lage nach. Sobald der Stream zu Ende ist, denke ich aber wieder an meine Situation.“

Zepla hat sich fest vorgenommen, auf der Flucht weiter mit ihren Fans in Kontakt zu bleiben und so viel wie möglich zu streamen. Sie sagt, sie werde an jedem Hotel und AirBnB halten und ganze Tage auf Twitch verbringen.

Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist immer wieder ein Thema, das die Welt der Videospiele streift:

Spieler wirft Battlefield 2042 vor, „russische Terroristen“ zu zeigen – EA reagiert

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Andy

Fliehen aus einem frei offenem Land brauch sie schon mal nicht und sie könnte jetzt schon anfangen mit den Vorbereitungen auch ihr Tiere mitzunehmen ganz legal usw.Hat doch sicherlich Familie oder Bekannte die sie in den USA(zb)aufnehmen bis sie wieder selbstständig ist.

Skyzi

Ziemlich politisch.

N0ma

Ohne die USA wäre das ein ruhiges Land, da kann sie sich gleich zu hause bedanken. Dabei kann sie auch gleich mal nachfragen warum sie als Amerikanerin problemlos in der Ukraine wohnen kann aber nicht umgekehrt. Vielleicht werden sie das einige ihrer Freunde eh fragen.

Blacky90

Kann man einfach mal dieses völlig absurde USA-Bashing unterlassen ?

Ja die Amerikaner haben schon viel Mist gebaut,die Russen aber genauso,die sind in der Hinsicht kein Stück besser.

Auf die Ukraine bezogen ist es aber eine Tatsache das die USA daran ganz sicher KEINE Schuld tragen.

Wie sieht denn die Realität aus ? Es waren RUSSISCHE Soldaten die damals VÖLKERRECHTSWIDRIG die Krim besetzt haben und es war der russische Geheimdienst der damals in der Ostukraine die Separatisten organisiert hat und den Krieg dort angezettelt hat und nicht die neue ukrainische Regierung oder die USA.

Woher haben wohl die Separatisten ihr Kriegsgerät ? Wohl kaum alles Beute von der ukrainschen Armee,die haben u.a T72 Panzer Versionen die nur Russland besitzt und nie exportiert hat und ebenso gibt es Beweise das in der Ostukraine russische Soldaten verdeckt im Einsatz sind,z.B. Aussagen von russische Wehrpflichtige die sich darüber beschwert haben,dass sie dort zum Kampfeinsatz mussten oder nach Gefechte hat man Waffen und Uniformteile wie Abzeichen gefunden,die nur von russische Truppen eingesetzt werden,wie z.B. das WSS Wintores Gewehr,welches von russischen Speznas eingesetzt wird.

Dann noch die russische „Glaubwürdigkeit“ wie war es damals noch ? Erst hieß es aus dem Kreml die Soldaten auf der Krim würden nicht zu Russland gehören,kurz danach hat Putin offen zugegeben das die „grünen Männchen“ auf der Krim russische Soldaten sind.

Die Wahlen in den Gebieten sprechen auch für sich,nicht nur die Bevölkerung vor Ort auch unabhängige Wahlbeobachter haben mehrfach bestätigt das die Wahlen dort alles andere als demokratisch und ehrlich waren.

Hilfsorganisationen die heute in der Ostukraine unterwegs sind,bezeugen auch immer wieder was die ach so tollen Separatisten dort für Regime errichtet haben und damals wie heute wollte die Bevölkerung dort niemals einen Krieg und sogar ein namenhafter ehamliger russischer Geheimdienstmitarbeiter der 2014 dort die Kämpfer rekrutieren sollte,hat später ausgesagt,dass er Probleme hatte dort überhaupt Leute zu finden,die bereit waren einen sich den Separatisten anzuschließen.

Wer hat heute denn auch dort 100.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine stehen und das halbe Land umzingelt ? In Russland,Weißrussland,Krim,die halbe Ukraine ist von der russischen Armee seit Monaten umzingelt.

Würde also nicht schaden sich mal richtig mit dem Konflikt zu befassen,anstatt wieder mit diesen typischen albernen USA-Bashing anzufangen,die ganze Welt kann seit 2014 sehen das Russland der Aggressor ist und nicht die Ukraine oder USA oder EU bzw NATO.

In der Politik wird Russland auch nur von russlandnahen Parteien wie der AfD oder Linken in Schutz genommen,also auch denen Parteien die ohnehin immer nur die Schuld für alles bei den USA,EU,Nato etc suchen.

Zuletzt bearbeitet vor 3 Monaten von Blacky90
Blacky90

https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_in_der_Ukraine_seit_2014#Eskalation_nach_Ablauf_der_Amnestiefrist_im_April_2014

Hier übrigens eine schöne Zusammenfassung der Ereignisse,wie üblich auch mit massenhaft Quellenangaben.

Und bevor noch eine stumpsinnige Aussage kommt wie „Das ist alles westliche Propaganda“.
Hier eine schöne Karte zur Pressefreiheit,von Reporter ohne Grenzen.
Aber die Tatsache das es in Russland kaum noch Pressefreiheit gibt und alles verboten wird,was irgendwie regierungskritisch ist oder Russland auch nur ansatzweise eine Schuld für die Lage in der Ukraine zuspricht,sagt schon alles.

https://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste/rangliste-2021

MartyMcSky

Da hat wohl jemand zu viel Spiegel und Focus gelesen. Versuch es auch mal mit Internationalen Medien.
https://weltwoche.ch/daily/der-ukrainische-praesident-sieht-ploetzlich-keine-kriegsgefahr-wie-das-vielleicht-hat-er-nur-die-westliche-heuchelei-erkannt/
https://www.derstandard.at/story/2000011236567/ex-premier-umsturz-in-ukraine-von-usa-gesteuert
Gibt noch mehr Beispiele aber will hier keine Link Schlacht starten, übrigens ist Wikipedia keine gute Quelle, lernt man meistens im 1.Semester im Studium:)
Die Welt muss langsam verstehen das hinter jedem Konflikt die Energiepolitik steckt. Sei es Syrien, Libyen oder die Ukraine:) :Außerdem haben die USA 5 Milliarden US Dollar in die Ukraine investiert laut Victoria Nuland;)

Zuletzt bearbeitet vor 3 Monaten von MartyMcSky
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