FIFA 23: EA erklärt, warum Spieler die Lootboxen lieben – Sagt, 9 von 10 Packs in FIFA 22 sind verdient und nicht gekauft

FIFA 23: EA erklärt, warum Spieler die Lootboxen lieben  – Sagt, 9 von 10 Packs in FIFA 22 sind verdient und nicht gekauft

Electronic Arts wird mit FIFA 23 den letzten FIFA-Titel herausbringen. Danach verlieren sie die Rechte an dem Namen „FIFA“. Auch FIFA 23 wird wieder Lootboxen bieten, obwohl das System als „Glücksspiel“ mittlerweile stark in der Kritik steht. In einem Statement erklärt EA, wie man selbst die Lootboxen sieht.

Was für eine Rolle spielen Lootboxen in FIFA?

  • Die Lootboxen sind Teil des Modus „FIFA 23 Ultimate Team“ (kurz: FUT). Man kann sich die Lootboxen entweder direkt für Geld kaufen oder sie sich mit Zeitaufwand in FIFA 23 erspielen.
  • In FUT bauen sich Spieler eigene Teams mit Spieler-Karten, die für Spieler aus der echten Welt stehen.
  • In Loot-Boxen, sogenannten „Packs“, sind solche Spieler-Karten enthalten: Die Lootbox funktioniert wie ein Los bei einem Glücksspiel: Die „Gewinne“, starke Spieler, sind extrem selten. Die „Nieten“, schwache und durchschnittliche Spieler, sind häufig in den Boxen enthalten.

FIFA 23 wird das letzte FIFA von EA sein, das den Namen trägt:

Was ist die Kontroverse? Lootboxen, wie diese FUT-Packs, wurden in den letzten Jahren zunehmend kritisch gesehen. Denn einige halten diese Boxen letztlich für Glücksspiel und fürchten, dass Kinder, die mit Lootboxen aufwachsen, damit ans Glücksspiel herangeführt werden könnten.

Als EA es mit Lootboxen beim Star-Wars-Spiel „Battlefront II“ übertrieb, gab es einen gewaltigen medialen und öffentlichen Aufruhr: EA wurde vorgeworfen, „die Kinder zum Glücksspiel zu verleiten“ und auszunehmen.

In einigen Ländern gibt es Bestrebungen, die Lootboxen einzudämmen. Einige neue Spiele mit Lootboxen erscheinen gar nicht mehr in Belgien und den Niederlanden, weil die Publisher den Regulierungen dort nicht entsprechen wollen.

EA sagt: Lootboxen sind Teil des FIFAs, das Spieler lieben

Das sagt EA jetzt zu Lootboxen: In einem Statement zu Eurogamer erklärt EA jetzt, wie man selbst Lootboxen sieht (via Eurogamer):

Wir glauben aus ganzem Herz, dass Ultimate Team und FUT Packs, die seit mehr als einem Jahrzehnt Teil des Spiels sind, ein Teil des FIFAs sind, das Spieler lieben – Fans lieben es, dass das Spiel die Aufregung und Strategie in der echten Welt widerspiegelt, ein Team zu bauen und zu managen. Spielern die Möglichkeit zu geben, dafür Geld auszugeben, ist fair.

Außerdem muss man sagen, dass das Geldausgeben komplett optional in unserem Spiel ist und wir die Spieler nicht dazu ermutigen, Geld auszugeben, statt sich die Belohnungen im Spiel zu verdienen. Die FUT Packs funktionieren genau gleich, egal, ob man sie kauft oder sie sich verdient. Die meisten Spieler geben gar kein Geld aus. Als Beispiel: Von 10 FUT Packs, die in FIFA 22 geöffnet wurden, waren 9 verdient.

Wie wichtig sind die Lootboxen in FIFA für EA? Die Lootboxen in ihren Sport-Spielen machen für EA einen beträchtlichen Teil ihres Umsatzes aus und sie wachsend immer weiter.

Im Finanzjahr 2021 verdiente EA 1,62 Milliarden $ über Lootboxen in ihren Spotspielen (FIFA, NHL, Madden): Und das meiste Geld in FIFA.

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29 % ihres firmenweiten Umsatzes 2020 kamen aus Lootboxen. Das Krasse ist, dass sich die Umsätze innerhalb von 6 Jahren verdreifacht haben. Die Tendenz ist weiter steigend.

FIFA bringt immer mehr Events und Spezial-Karten

Das steckt dahinter: EA profitiert finanziell enorm davon, dass Spieler Lootboxen kaufen. Zu sagen, dass man den Kauf nicht befeuert, dürften FIFA-Fans kritisch sehen, denn EA hat in den letzten Jahren immer mehr Spezial-Packungen, Events und Sonder-Editionen gebracht.

Das ist generell ein Problem bei Lootboxen: Zwar kann man sich die Lootboxen oft „auch durch Spielen verdienen“, aber

  • Entwickler erhöhen dann die Nachfrage nach Lootboxen durch „mehr neue Karten“ oder „neue Events“, so dass Spieler sich Boxen kaufen, um mitzuhalten
  • oder senken das Angebot, indem man es schwerer macht, die Lootboxen zu verdienen macht: Man knausert bei Events oder verteilt weniger Belohnungen

Indirekt hat der Entwickler also viele Möglichkeiten, den Verkauf von Lootboxen anzukurbeln, und so seinen Verdient im Laufe der Zeit in die Höhe zu treiben. Wenn man sich anschaut, wie sich die Einnahmen an den Lootboxen verändert haben, kann man deutlich sehen, wie der Verkauf der Lootboxen steigt.

Interessant ist auch das Statement:

  • EA sagt, dass Lootboxen Teil von FUT sind
  • EA sagt, dass Spieler FUT lieben, weil sie in dem Modus, wie ein echter Manager, sich selbst ein Team zusammenstellen
  • Im Raum steht dadurch: Spieler lieben Lootboxen

Warum Lootboxen aber ein Teil von FUT sind und ob FUT nicht genauso gut wäre, wenn es keine Lootboxen gäbe, sondern andere Systeme, um sich Spieler zu verdienen, führt EA nicht näher aus.

Die Parallele zum „richtigen Leben“ funktioniert nur mäßig, weil sich ein Fußball-Manager die Spieler ja direkt auf dem Transfermarkt holt und nicht blind 20 Spieler kauft und hofft da, einen Star dabei zu haben.

Vor allem 2019 kochte das Thema Lootboxen im Zuge der „Battlefront“-Kontroverse hoch:

EA nennt Lootboxen eine recht ethische Überraschungs-Mechanik

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Ina T.

Ok. —erstmals— in fifa 22, 9von 10 geschenkt. und das nur erst ab ende Mai -ja. Nach Gaming-Site jedes Jahr 4,6 Mrd Eur nur durch Coints bei Fifa. Und das alles ohne ohne viel Aufwand. Nun manche kriegens im Schlaf – das muss man EA-Fifa lassen.

Anonymus

Eigentlich mag ich ja Lootboxen aber bei Fifa wo jedes Jahr resettet wird…

SenorChang

naja wie in allen gacha games leben diese spiele von den whales. also dem 1% die unsummen reinstecken^^

Zaron

Schwieriges Thema.
Dann sind Pokemon und Magic Boosterpackungen ebenfalls Lootboxen und Glücksspiel.
Vom Prinzip her ist der Vorgang identisch.

Kinder haben ja durch die Eltern kein unbeschränkten Zugang zu Geld. Somit sollte es also kein Problem sein. (Im Normalfall)
Wichtig ist nur, dass Eltern diese Vorgänge/Mechaniken verstehen und den Kindern das klar machen etc.

Pierre

Die meisten Spieler geben gar kein Geld aus. Als Beispiel: Von 10 FUT Packs, die in FIFA 22 geöffnet wurden, waren 9 verdient.

Die wollen einem also nun erzählen, dass in FIFA 22 90% aller Packs über das Spiel erspielt worden sind und nicht gekauft?
Das entspricht unmöglich der Wahrheit, allein Trymacs und die ganzen YouTuber haben bei Release mehrere Tausend Euro in das Spiel reingefeuert, und dann noch die ganzen Casuals die sich Packs kaufen, ich persönlich kenne zumindest einen der gerne in FIFA reinshopped.

Also 90% aller Packs „verdient“ ist niemals im Leben richtig, ich kann es mir wirklich nicht vorstellen.

Toby87

Kann man sich aber auch schönrechnen.
Sind diese Packs wirklich mit Ingame Coins gezahlt worden, oder sind es teilweise Belohnungen aus Seaons, SBCs, Aufgaben usw

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