Die Chefs von Elder Scrolls Online verraten die Erfolgsformel für MMORPGs, die in Zukunft begeistern wollen

Die Chefs von Elder Scrolls Online verraten die Erfolgsformel für MMORPGs, die in Zukunft begeistern wollen

MeinMMO hatte auf der gamescom 2025 die Gelegenheit, mit den beiden Lead-Entwicklern Rich Lambert und Nick Giacomini über The Elder Scrolls Online und die Herausforderungen des MMORPG-Genres zu sprechen.

Neue Führung bei Zenimax: Nach den Entlassungen im Juli 2025 und dem Weggang des langjährigen Studio-Chefs Matt Firor muss sich Zenimax neu aufstellen. Während Jo Burba ab jetzt die Führung von Zenimax übernimmt, wechselt der bisherige Game Director von Elder Scrolls Online, Rich Lambert, auf die Position des Studio Game Directors. Seine Nachfolge tritt indes Nick Giacomini an.

MeinMMO-Chefredakteurin Leya Jankowski hatte auf der gamescom 2025 die Möglichkeit, mit Rich und Nick über die aktuelle Situation bei Zenimax, The Elder Scrolls Online sowie die derzeitigen und kommenden Herausforderungen des Genres zu sprechen.

Eine vollständige Zusammenfassung des Interviews findet ihr in Kürze auf MeinMMO. An dieser Stelle möchten wir aber schon jetzt einige Antworten der beiden Lead-Entwickler herausstellen, in denen es um die zukünftige Erfolgsformel für MMORPGs geht.

Leya trifft Rich Lambert und Nick Giacomini von Zenimax.

Grenzenlos in die Zukunft

Was ist das für eine Erfolgsformel? Im Interview mit MeinMMO erklärt Rich, dass das ESO-Team über die Jahre Änderungen am Verhaltens- beziehungsweise Spielmuster der Community beobachten konnte.

Dinge wie Spielzeit – du kannst an unseren Zahlen ablesen, wann ein neues Spiel rauskommt, weil sie [die Spielerzahlen] kurz runtergehen. Und dann steigen sie wieder. Und auch, wie Spieler auf das Spiel zugreifen. Es gibt heute so viele verschiedene Wege, und es gibt eine starke Nachfrage nach Dingen wie Crossplay oder Cross-Save.

Rich Lambert im Interview mit MeinMMO

Laut Rich wird der Zugang beziehungsweise die Verfügbarkeit auf möglichst vielen Plattformen ein entscheidender Faktor für aktuelle und kommende MMORPGs sein. Aber auch der Umstand, ob ein Spiel die Community erfolgreich mit ins Boot holen kann.

Jeder hat heute ein Handy, ein Tablet. Das ist ein großer Faktor. Leute sind immer online. Wie geht man damit um? Und die Community ist entscheidend. Darum sind ESO, Guild Wars 2 und WoW da, wo sie heute sind. Sie leben durch die Community. Die Spieler spielen nicht nur das jeweilige Spiel, sondern tauchen voll in der Welt ein, leben sie und spielen dort mit ihren Freunden. Wie kann man diese Dinge unterstützen? Dinge wie Cross-Save und Cross-Progression sind heute große Themen in der Community, das gab es früher nicht. Heute verwischen die Plattform-Grenzen. […] Gebt den Spielern Zugang und sie spielen.

Rich Lambert im Interview mit MeinMMO

Nick betont, wie rasant die Veränderungen allein seit dem Launch von Elder Scrolls Online vorangeschritten sind, und wie wichtig es ist, sich als Entwickler ebenfalls ständig zu verändern. Er nennt aber noch einen weiteren essenziellen Faktor für den Erfolg von MMORPGs.

Die Entwicklung war rasant, besonders in den letzten Jahren. Für ein 11 Jahre altes Spiel wie ESO ist es gleichzeitig beängstigend und aufregend. Wir wollen den Wurzeln treu bleiben und den Spielern weiterhin das liefern, was sie an Elder Scrolls Online lieben. Ständig ändern sich Technologien und Erwartungen. Wir beschäftigen uns daher dauernd mit der Frage, wie wir dem gerecht werden und gleichzeitig dieses Vermächtnis ehren können […].

Das gilt für alle MMORPGs heute: Der Konkurrenzkampf wird immer schwieriger, die Erwartungen immer höher. Warum sollten Spieler dir ihre wertvollste Ressource schenken? Ihre Zeit. Die musst du dir verdienen, durch Vertrauen, Engagement und einen großen Community-Fokus. […] Meiner Meinung nach sollten MMORPGs generell viel mehr auf die Spieler hören, um herauszufinden, was sie wollen oder brauchen.

Nick Giacomini im Interview mit MeinMMO

Fassen wir zusammen: MMORPGs, die in Zukunft erfolgreich sein wollen, müssen laut Rich und Nick die Zeit der Spieler wertschätzen, den Austausch mit der Community suchen, einen möglichst grenzenlosen Zugang über diverse Plattformen hinweg ermöglichen und so eine Gemeinschaft aufbauen, die für das Spiel brennt. Würdet ihr dem zustimmen oder seht ihr andere oder weitere Faktoren?

Der Trailer zur aktuell laufenden Saison von Elder Scrolls Online:

Was passiert gerade in Elder Scrolls Online? Diese Woche sind das Verlies-Paket „Feast of Shadows“ und das kostenlose Update 47 für PC und Mac erschienen. Wer die beiden Dungeons spielen will, braucht den Content Pass für 2025, die Premium Edition oder ein ESO-Plus-Abo. Alternativ schlagt ihr im Kronen-Shop zu. Zu den kostenlosen Neuerungen von Update 47 gehören:

  • Eure Reittiere können ab jetzt schwimmen.
  • Es gibt die neue Option, sich Quest-Dialoge erneut ablaufen zu lassen.
  • Einführung stapelbarer Fundberichte, wodurch ihr mehr Platz im Inventar haben sollt.
  • Die Möglichkeit, sich Visionen im Endlosen Archiv erneut auswürfeln zu lassen.

Die vollständigen Patch Notes findet ihr auf elderscrollsonline.com. Auf den Konsolen sollen die Inhalte am 3. September herauskommen. Elder Scrolls Online gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Genre-Vertretern überhaupt, mit mehr als 26 Millionen Spielern und bislang erzielten Umsätzen von mindestens 2 Milliarden Dollar.

Im Zuge unserer großen Grindfest-Themenwoche hatte unsere Chefredakteurin übrigens mit den CipSoft-Geschäftsführern Benjamin Zuckerer und Stephan Vogler über Tibia und die Anfänge des deutschen Studios gesprochen. Dabei ging es ebenfalls um einige der Herausforderungen, die das Team im Laufe der Jahre meistern musste: Nicht WoW war das Problem, sondern etwas ganz anderes – Deutsche Entwickler erklären das Ende vom Hype der MMORPGs

Deine Meinung? Diskutiere mit uns!
10
Gefällt mir!
Kommentar-Regeln von MeinMMO
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
3 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
Inline Feedback
Alle Kommentare anzeigen
Geroniax

Ein Problem, das alle größeren MMOs inzwischen mit sich bringen, ist FOMO. Ich denke nicht das dies alleine zum Erfolg beiträgt, aber während ich zur Zeit in GW2 meine Zeit verbringe, spiele ich schon mit dem Gedanken mir zumindest Legion Remix anzusehen. Retail WoW wollte ich erst so 2 Monate vor Midnight wieder spielen, aber wenn ich mir so ansehe was man alles verpassen würde wenn man jetzt nicht auch Remix spielt, wird mir schon wieder schlecht.

Neue Spiele werden es davon mal abgesehen aber eh schwer haben sich zu etablieren. Ein Problem, das schon sehr häufig angesprochen wurde, ist die Entwicklungszeit. Wenn ein MMO neu erscheint, muss es gegen Konkurrenten bestehen die mitunter 10-20 Jahre an neuen Content auf dem Buckel haben seit Release. Ich vermute (und teilweise befürchte) hier wird KI noch eine größere Rolle spielen. Es bleibt spannend, man kann nur hoffen das die Kunden am Ende die Gewinner sind.

MathError

Vom Gefühl her würde ich sagen, wird kein neues MMORPG den Erfolg erzielen den die Platzhirsche aktuell inne haben. WoW bekommt ja mit 2026 seine Midnight Expansion und +1 Jahr weiter drauf die nächste. GW bekommt ja nun seit neues Update und wird dann irgendwann mit GW3 den Markt versuchen zu erobern. FF14 und ESO werden auch noch enige Jahre laufen und Expansion bringen. Dann haben wir ja noch einige erfolgreichen Nischen Games mit sehr guten Spielerzahlen/Einahmen Black Desert, Swtor usw.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass in naher Zukunft irgendein MMORPG sich zwischen diesen erfolgreich etablieren kann. Mir ist bewusst das interessante MMORPG’s auf dem Vormarsch sind (Games aus Asia mal ausgeschlossen), z.B Ash of Creation, aber auch wenn das Spiel “gut” aussieht, habe ich Zweifel, dass es bei einem vollem Release noch eine gute Chance hat, höchsten im Nischen Bereich.

Auch wenn ich die Lust habe was neues und vllt gar innovatives zu zocken im MMORPG Bereich, wäre ich auch eine Person die doch sehr schnell wieder zu einem der Platzhirsche zurück gehe, da man dort genau weiß was man hat.

prally
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
evo

“einen möglichst grenzenlosen Zugang über diverse Plattformen hinweg ermöglichen”

ESO hat weder Crossplay noch Crosssave, die Versionen sind wie völlig unabhängige Spiele, selbst zwischen Xbox und PS. Aber sie bedienen wenigstens alle wichtigen Plattformen.
WOW und GW2 gibt erst gleich gar nicht auf Konsolen.
Einzig und allein FF14 hat es verstanden.
Erfolgreich sind sie dennoch alle.

New World hat zumindest Crossplay und ist auf allen Plattformen, wie erfolgreich es dadurch ist/wird weiss ich nicht. In der obigen Liga spielt es wohl (noch?) nicht mit.

Hätte ich die Möglichkeit mit den verantwortlichen Herren zu sprechen würde ich sie wohl darauf ansprechen.
Bin gespannt auf das ganze Interview 🙂

Man soll ja nicht auf Aussehen reduzieren usw. blabla aber Leya sieht auf dem Foto da richtig suess aus. Das darf man wohl noch sagen ohne gleich ihre Kompetenz zu untergraben.🤗

Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.

3
0
Sag uns Deine Meinungx