Ein Satz in der neuen ViDoc von Destiny 2 macht mich fertig

Bei Destiny 2 steht die Season des Drifters an. Dazu wurde eine neue Video-Dokumentation veröffentlicht. Unser Autor Schuhmann kommt über einen Satz nicht hinweg.

Ich mag ja die Video-Dokumentationen von Bungie wirklich.

Ich stell mir das Hauptquartier von Bungie gerne wie ein prachtvolles Schloss vor, das hinter dicken Mauern liegt und von einem Burggraben umgeben ist. Die Leute in der Stadt vor der Burg gehen ihrem Tagwerk nach, aber ab und an schauen sie zu der Burg hin und fragen sich, was da wohl vorgeht, hinter den Mauern von Burg Bungiestein.

Ab und an stellt sich der Herold dann prunkvoll auf, in seinem feinsten Gewand und spricht von den Burgmauern: „Wir hören Euch! Das ist nur der Start einer Unterhaltung.“

Die Leute schauen kurz auf, der Herold nickt, zieht sich dann wieder zurück und die Leute machen mit ihren Sachen weiter.

deej
DeeJ, der Herold von Bungie

Aber ab und an wird die Zugbrücke runtergelassen und die Stadtbewohner dürfen in die Burg.

Dann laufen sie da mit großen Augen durch die Gänge und sehen mal, wer da so ist und was die so tun. Das ist dann eine ViDoc.

Die Video-Dokumentationen sind kleine Werbefilme, in denen Bungie-Mitarbeiter erklären, was sie sich so für Destiny 2 vorstellen, was sie für die nächsten Monate planen und was sie sich dabei gedacht haben.

Man kennt die meisten Gesichter in diesen Video-Dokumentationen von Destiny seit Jahren:

Destiny-Entwickler-Eric-Osborne
Eric Osborne, links
  • Eric Osborne, der Kommunikationschef, ein bärtiger, lockerer Typ, ist eigentlich Held der Geschichte, aber der sagt kaum was, seit er mal eine Content-Flut versprach, die dann nicht kam
  • und Luke Smith, mittlerweile eine Art „Skywalker“-ähnliche Figur, der nur zu besonderen Auftritten von seinem Berg runterkommt, ist für die großen Visionen zuständig. Jetzt sagt er „Wir beginnen herauszufinden, wie der Fahrplan für ein Destiny aussehen könnte, das von Bungie kontrolliert wird.“ Bedeutungsschwanger, aber ohne echte Substanz. Cool.
Destiny-Entwickler-Luke-Smith
Luke Smith, der Franchise Director

In dieser Video-Dokumentation bin ich aber über einen Satz gestolpert, der mich echt beschäftigt:

„Das ist eine der aufregendsten Zeiten. Wir fangen damit an, die Muskeln auszubilden, um aus Destiny ein schnell reagierendes Live-Game zu machen. Und ich denke, von hier aus wird es nur noch besser.“

Design Lead, Ryan Paradis
Destiny-Entwickler-Ryan-Paradis
Ryan Paradis, Design Lead

Der Satz klingt, als wäre Destiny seit 2 Wochen auf dem Markt und nicht seit 5 Jahren. Jetzt will man also ein cooles, „schnell agierendes Live-Spiel“ werden – man hört in Klammern fast raus „So wie Fortnite.“

Seit mindestens 2014 weiß Bungie und sagt auch, dass sie

  • ein Live-Spiel sein müssen, das Spieler dauerhaft unterhält
  • und schneller auf Kritik reagieren müssen
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Seit 5 Jahren müssten sie daran arbeiten, genau so ein „schnell reagierendes Live-Spiel“ zu werden. Und nach allem, was wir wissen, hat Bungie große Anstrengungen und interne Umstruktuierungen unternommen, um so ein Spiel zu werden:

  • Man hat das Live-Team gegründet
  • lässt mehrere Teams gleichzeitig an DLCs arbeiten,
  • hat von Activision noch Hilfs-Studios bekommen
  • Community-Manager von reddit rekrutiert
  • und vieles mehr.

Es hat nur bisher nie funktioniert und man braucht immer noch 2 Monate, um das kleinste Problem zu fixen.

Dass es 2019 jetzt ernsthaft heißt, man ist dabei die „Muskeln“ dafür, also die Grundlage zu schaffen, lässt mir keine Ruhe:

  • entweder haben sie jetzt einen komplett neuen Ansatz gefunden, endlich das entscheidende Probleme gefunden und lokalisiert, das sie seit Jahren quält
  • oder sie haben 5  Jahre gar nichts gemacht und erst jetzt ist es ihnen wirklich klar geworden
  • oder es ist einfach ein Satz, von dem sie denken, die Stadtbewohner würden ihn jetzt gerne hören, weil es irgendwie im Trend ist

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich diese „gerade im Aufbau befindliche Muskulatur“ auf die Zukunft von Destiny 2 auswirkt. Ich hoffe, wir erfahren mehr, wenn sie das nächste Mal die Zugbrücke herunterlassen.

Bis dahin hoffe ich, Bungie geht kräftig ins Fitness-Studio, denn diese Muskeln brauchen sie dringend.

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