4 Ex-Entwickler von Cyberpunk 2077 sagen, Entwicklung laufe wie bei Anthem

Das neue Spiel von CD Project Red, Cyberpunk 2077, wird von Fans mit Begeisterung erwartet. Doch vier ehemalige Entwickler wollten angeblich schon mit einer Story an die Öffentlichkeit gehen, dass die Entwicklung des Projekt ähnlich holprig laufe wie bei Anthem. So heißt es jetzt aus den USA.

Woher kommt diese Information? Der US-Journalist Jason Schreier hat Anfang April einen großen Insiderbericht über die Entwicklung des SF-Shooters Anthem verfasst. Für den Bericht hat er mit verschiedenen Quellen bei BioWare gesprochen. Es gab Probleme mit Überstunden, schlechtem Management und es war eine Führungslosigkeit bei der Entwicklung des Online-Shooters festzustellen.

So hieß es, in der Entwicklung sei über Jahre wenig passiert, es habe an Entscheidungen gefehlt und die Entwicklung sei oft umgeschmissen worden. In den letzten 18 Monaten mussten dann alle bei BioWare Überstunden schieben, um das Ding noch fertigzustellen. Dabei haben sich Leute krank gearbeitet, um es doch noch im Zeitplan zu schaffen, sodass Anthem während des laufenden Finanzjahres von EA erscheint.

Laut Schreier hätten ihn nach dem Bericht vier ehemalige Angestellte von CD Project Red angeschrieben, um ihm zu sagen, dass es ähnliche Probleme in Warschau bei der Entwicklung von Cyberpunk 2077 gab.

Das haben die Ex-Entwickler gesagt: Einer der Ex-Entwickler hätte ihm etwa in einer E-Mail geschrieben (via Kotaku):

Ich hab das Gefühl, dass man 100 Parallelen ziehen könnte aus der Geschichte der holprigen Entwicklung von Anthem und der holprigen und sogar noch holprigeren Geschichte von Cyberpunk 2077. Man hätte nur den Namen des Spiels austauschen müssen und es hätte sehr ähnlich, fast gleich geklungen.

Ein anonymer Entwickler in einer eMail an die US-Seite Kotaku
Cyberpunk-Schrot

CD Project Red will bei Cyberpunk 2077 weniger Überstunden

Das ist nun passiert: Schreier hat jetzt ein Interview mit Marcin Iwiński, einem der Mitgründer von CD Project Red, und Adam Badowski, dem Chef des Studios, geführt.

Schreier glaubt, das Interview sei vielleicht auch zustande gekommen, weil man bei CD Project Red die Berichterstattung von Kotaku über die Überstunden-Mentalität in der Gaming-Industrie verfolgt hat und einem Enthüllungsbericht über Cyberpunk 2077 zuvorkommen wollte.

Im Interview heißt es, CD Project Red wolle künftig sicherstellen, dass die eigenen Entwickler mit demselben Respekt behandelt werden wie die Spieler.

Daher will man bei Cyberpunk 2077 nicht dieselbe Crunch-Time fahren wie bei Witcher 3. Über dessen Entwicklung war bekannt geworden, dass Mitarbeiter zahlreiche Überstunden geleistet hatten.

Gerade in der Endphase der Entwicklung von Cyberpunk 2077 wolle man das nun besser machen als zum Ende der Entwicklung von The Witcher, verspricht Badowski im Interview.

Cyberpunk-2077-Punk

Daher stellt man jetzt sicher, dass jeder weiß, dass Überstunden bei CD Project Red nicht „verpflichtend“ sind. Auch wenn ein Vorgesetzter seine Angestellten bittet, länger zu arbeiten, könnten die das ablehnen, ohne dass es ihnen einer übel nimmt.

Der Mitgründer Iwiński sagt, man wollte mit diesem Statement an die Öffentlichkeit gehen, damit es noch verbindlicher ist und Angestellte sie daran messen können.

Man will sich so selbst dazu zwingen, sich im Bereich „Überstunden“ zu verbessern.

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Warum cruncht CD Project Red überhaupt? Badowski weist daraufhin, dass die Entwicklung eines Spiels oft vier oder fünf Jahre dauert. Drei Jahre davon gebe es keinen Crunch. Nur zu manchen Zeiten, etwa vor der E3 crunche man, sonst laufe alles „super normal“.

Man rede hier von den allerletzten Runden vor dem Release – die seien immer schwierig zu organisieren und es komme häufig zu Problemen. Da sei es sehr schwer, am Ende nicht alle Kräfte zu nutzen.

Es gäbe einzigartige Menschen, die könne man nicht klonen – sondern die müssten an sehr speziellen Dingen arbeiten. Die bitte man dann, mehr Zeit an ihren Aufgaben zu arbeiten, weil es keinen anderen Weg gebe.

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Autor(in)
Quelle(n): kotaku
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