WWE-Legende verklagt Call of Duty – Schlägt sich selbst mit seinem stärksten Argument

Der amerikanische Wrestler Robert Booker Tio Huffman (bekannt als „Booker T“) verklagte den „Call of Duty“-Publisher Activision vor mehr als zwei Jahren wegen eines Operators in Black Ops 4. Die Klage ging nun verloren und die Gründe dafür wirken etwas kurios.

Was bisher geschah:

Worum gehts? Black Ops 4 ist das Call of Duty von 2018 und setzt auf eine Spezialisten-Mechanik bei den Spielfiguren. Jede Figur hat damit ihre eigenen Fertigkeiten und Charakterzüge – so auch David „Prophet“ Wilkes. Der Operator trägt viele technische Implantate im Körper und ist beinahe mehr Maschine als Mensch.

Prophet war auch schon bei Black Ops 3 mit am Start; sein Gesicht war hier jedoch noch oft bedeckt. In Black Ops 4 zeigte Prophet mehr von seinem Antlitz und was die WWE-Legende Booker T dort sah, hat ihm gar nicht gefallen.

Booker T sah eine dreiste Kopie seines Wrestling-Gimmicks „G.I. Bro“ – jedoch nicht seiner Ring-Figur. Die Figur wurde auch in einem Comic verwendet, die unter anderem vom Künstler „Erwin Arroza“ illustriert wurde. Es ging konkret um ein ganz bestimmtes Poster, das tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit dem CoD-Operator Prophet aufweist:

cod blops gi bro prophet

Booker T verklagte Activision dann auf eine Urheberrechtsverletzung. Seiner Meinung nach sei die Figur eindeutig auf Grundlage der Comic-Version von G.I. Bro entstanden. Booker T hätte demnach Anspruch auf Schadensersatz, weil die Idee zur Figur von ihm kam und Activision sich an seinem geistigen Eigentum bedient.

Warum wurde die Klage nun abgelehnt? Das Gericht stellte mithilfe von Zeugenaussagen fest, dass sich der Künstler bei Erstellung des Artworks für das Poster nicht nur an dem Körper von Booker T orientiert hat. Vom Nacken abwärts war eher der Wrestler Dwayne „The Rock“ Johnson die Inspiration.

Entfernt man als nun alles vom Nacken abwärts, bleibt als Gegenstand der Klage nur noch der Gesichtsausdruck und die Haltung – was vom Kläger Booker T bestätigt wurde. Im Urteilsantrag heißt es dazu:

Ein Urheberrecht zu einer Haltung kann man nicht erlangen. […] („Das Urheberrechtsgesetz schützt greifbare, originelle Ausdrucksformen von Ideen, nicht Ideen selbst.“) Der Kläger besitzt die Idee eines wütenden Mannes mit finsterem Blick nicht. Der Anspruch des Klägers auf ein Urheberrecht an „Gesichtsausdruck“ oder „Haltung“ ist nicht […] zulässig und abzulehnen. […] Die Ähnlichkeiten, die es hier gibt – zwei schwarze Männer mit Dreadlocks – sind allgemeine, gemeinfreie Elemente, die den Anspruch auffallender Ähnlichkeit nicht stützen können.

Aus dem Urteilsantrag der Angeklagten (PDF via thomsonreuters.com)

Das Gericht wies auch die Vermutung des Klägers ab, wann und wo Activision mit dem „G.I. Bro“-Poster in Berührung kam. So argumentierten die Ankläger, dass Activision die Idee zu Prophet bei Booker T während einer Comic Con geklaut hätte. Jedoch überschnitten sich die Ausstellungen von Activision und G.I. Bro nur bei einer einzigen Comic Con – San Diego im Jahre 2015. Zu diesem Zeitpunkt gab es das Arroza-Poster noch nicht, auf dem sich die Anklage stützt.

Die Ankläger um Booker T schlugen sich quasi mit ihren eigenen Waffen. Erst war das Poster, auf dem sich die Klage hauptsächlich stützte, nicht komplett zulässig und auch den Indizien für die Möglichkeit des „Abguckens“ wurde nicht zugestimmt.

Wer ist Booker T? Der US-Wrestler stammt ursprünglich aus Texas und hatte sein Debüt in einer regionalen Wrestling-Show bereits 1989. In der „Western Wrestling Alliance“ trat er als G.I. Bro auf. Später in der „Global Wrestling Federation“ war Booker T in dem Tag-Team „Ebony Express“ zusammen mit seinem Bruder Stevie Ray und fiel den Verantwortlichen der großen „World Championship Wrestling“ (WCW) auf. Als Tag-Team „Harlem Heat“ durften Booker und Ray insgesamt 10 Mal den Tag-Team-Titel der WCW gewinnen.

Booker T bekam dann mehr Auftritte als Solo-Kämpfer und durfte den „WCW World Heavyweight Championship“ viermal gewinnen. Bei der Übernahme der WCW durch den Marktführer „World Wrestling Federation“ (WWF) im Jahre 2001 war Booker T der amtierende Schwergewichts-Champion und sicherte sich einen Vertrag bei der neuen Dach-Organisation.

Er kämpfe bis 2007 regelmäßig für die WWF, die später zur WWE (Word Wrestling Entertainment) wurde. Dort gewann er unter anderem 3 Mal den United States Championship und durfte auch einmal den World Heavywieght Championship gewinnen. Als prägend gilt auch sein Sieg beim Event „King of the Ring“ im Jahre 2006. Booker T machte diesen Sieg zu einem Teil seines Wrestling-Gimmicks und ließ sich von da an auch gern „King Booker“ nennen.

Danach folgten Auftritte für kleine Promotions. Mittlerweile ist Booker zumeist als Kommentator für die WWE im Einsatz und betritt den Ring nur noch selten. 2013 wurde er in die WWE Hall of Fame aufgenommen.

Mittlerweile setzt Call of Duty offen auf Schauspieler für manche Operator, die sich mit dem Militär-Image identifizieren können. Auch lizenzierte Skins sind mittlerweile im Spiel, sowie Figuren, die an Film-Characktere erinnern sollen.

Wie seht ihr die Entwicklung bei den Figuren? Gefällt euch die Vorstellung, womöglich mal einen Operator zu steuern, von dessen Grundlage ihr ein Fan seid? Oder gefällt es euch überhaupt nicht, welche Richtung das einschlägt? Diskutiert gern mit uns in den Kommentaren auf MeinMMO.

Quelle(n): Dexerto, Pro-Wrestling Fandom
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