Astellia: Was kann das erste und vielleicht einzige große MMORPG aus 2019?

Fast eine Woche lief die erste Closed Beta zum Asia-MMORPG Astellia. Unser Autor Alexander hat diese ausführlich gespielt und möchte euch hier sein Fazit mitteilen.

Was ist Astellia? Astellia ist ein Buy-to-Play MMORPG von Studio 8 und Barunson E&A. Es erschien bereits im Dezember 2018 in Südkorea und war dort einige Monate recht erfolgreich unterwegs. Aktuell belegt es laut Multiclick immerhin Platz 68 der meistgespielten Spiele.

Das Asia-MMO bietet euch fünf unterschiedliche Klassen und bringt als Besonderheit die Astels mit sich. Ansonsten möchte es sich eher an traditionellen Themepark-MMOs orientieren und diese in einem neuen Gewand präsentieren.

Im Endgame setzt es auf legendäre Dungeons, PvP-Arenen und das Gebiet Avalon, welches mit dem Welt-gegen-Welt aus Guild Wars 2 vergleichbar sein soll.

Wann soll Astellia erscheinen? Der Release ist aktuell für das dritte Quartal 2019 angesetzt. Bis dahin wird es mindestens einen zweiten Beta-Test geben.

Aktuell ist Astellia sogar das einzige größere MMORPG, bei dem wir sicher von ausgehen können, dass es dieses Jahr kommt und sogar schon relativ bald seinen Release haben wird. Kann Astellia den Durst der MMORPG-Fans, die sich ein gutes und neues Themepark-MMO wünschen, stillen und auch für sich nutzen – oder ereilt dem Spiel das gleiche Schicksal wie zuletzt Bless?

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Viele Möglichkeiten bei der Charaktererstellung

Was kann der Charakter-Editor? Wie bei vielen Asia-MMORPGs üblich, bietet mir der Charakter-Editor in Astellia eine Vielzahl an Möglichkeiten zur Gestaltung eines Charakters.

Nach der Wahl der Klasse, bei der es in der Beta noch Genderlock gibt, habe ich die Möglichkeit, eines von 20 vorgefertigte Pre-Sets zu benutzen oder selbst jedes Detail anzupassen.

Egal ob Augen, Nase oder Mund, selbst in den kleinsten Inhalten kann ich mich austoben. Beeindruckt haben mich besonders die 20 unterschiedliche Pupillen mit je 25 verschiedenen Farben. Auch bei der Hautfarbe gibt es 58 unterschiedliche Töne, wobei die Unterschiede teilweise so gering ausfallen, dass sie mir kaum aufgefallen sind.

Bei so einer großen Auswahl darf natürlich eine Sache nicht fehlen: Die Speicherfunktion. Und auch an die hat man bei Astellia gedacht. Dabei scheint es auch keine Beschränkungen zu geben. Im Test habe ich über 150 Speicherungen vorgenommen.

Charakter-Editor mit vielen Details

Gute, aber nicht überragende Grafik

Kann die Grafik von Astellia überzeugen? Das Spiel beginnt mit einer Cutscene, in der mir das Astel Rota vorgestellt wird. Dieses Video sieht extrem schön aus, spiegelt jedoch nicht die Ingame-Grafik wider, wie ich schnell herausfinden würde.

Die Grafik des Spiels ist zwar durchaus gelungen, aber auch kein wirklicher Ausreißer nach oben. Positiv ist, dass Inhalte der Gebiete nicht nachgeladen werden und plötzlich auftauchen, sondern auch in der Entfernung schon klar sichtbar sind.

Ebenfalls angenehm empfinde ich die Effekte im Spiel. Diese sind klar und nicht zu überladen, wie es in manchen anderen MMORPGs der Fall ist. Instanzen mit vier Spielern wirkten deshalb zu keinem Zeitpunkt unübersichtlich.

Negativ fiel mir hingegen der Verwaschungseffekt (Blur) auf. Selbst auf niedrigen Einstellungen habe ich diesen nie ganz wegbekommen.

Astellia Kampf Screenshot
Der Charakter mitten im Kampf

Frühes Mount und frühe Action

Was passiert zum Start des Spiels? Nach der Charaktererstellung geht es in eine Art Tutorial. Los geht es für mich mit dem Erlernen der Steuerung und einer kurzen Einführung in den Kampf.

Nach den ersten Bewegungen und der Kampfarena schenkt mir Astellia bereits ein Reittier, damit ich auch im Tutorial nicht zu lange laufen muss. Doch bevor ich mit diesem so richtig Fahrt aufnehmen konnte, griffen bereits Dämonen meine kleine Schwester Fey an.

Ich komme zu spät, doch zum Glück taucht meine erste Astel Rota auf und attackiert den Gegner. Gemeinsam gelingt uns die Rettung meiner Schwester Fey, die erstmal in Sicherheit ist.

Noch im Tutorial lerne ich mehr über die Story und auch über die Besonderheiten von mir und meiner Schwester. Doch zu viel möchte ich euch über die Geschichte nicht verraten.

Dieser Dämon möchte uns im Tutorial bereits zu Leibe rücken

Das Quest-Rad nicht neu erfunden

Wie sind die Quests aufgebaut? Das Quest-System in Astellia ist in meinen Augen nicht die Stärke des Spiels. In der Regel handelt es sich um sehr durchschnittliche Kost.

Laufe nach hier und da, besiege bestimmte Gegner und sammel verschiedene Gegenstände. 0815 Quests also, aber immerhin mit klaren Markierungen auf der Karte.

Das gefällt mir an den Quests: In meinen Augen ist das Quest-System aber auch sehr fair. Ich habe bis Stufe 18 alleine gelevelt und keine Quest getroffen, bei der ich übermäßig viel Zeit investieren musste.

Die ersten acht Level spielen sich sogar noch ganz spaßig, weil ich den Fortschritt gut spüren konnte. Danach wurde es etwas eintönig.

Das Quest-System hat für mich jedoch einen ganz großen Haken, der nichts mit dem Aufbau zu tun hat.

Astellia: Das wissen wir über das Crafting im neuen MMORPG

Das gefällt mir nicht an den Quests: Von Guild Wars 2 habe ich gelernt, wie schön das Spielen miteinander sein kann, selbst wenn man nicht in einer Gruppe ist. Astellia nutzt dieses System jedoch nicht.

Es gilt also wie früher die Regel: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Wer den Mob als Erstes angreift, der bekommt den Kill und den Loot. Das Problem kann man nur umgehen, wenn man eine Gruppe bildet.

In meinen Augen ist ein solches Quest-System nicht mehr wirklich zeitgemäß.

Gibt es Auto-Run? Im Tutorial wird mir bereits erklärt, wie ich am geschicktesten mit Quests umgehe. Ich klicke am rechten Rand einfach darauf und aktiviere damit den Auto-Run.

Dieser funktioniert in Astellia gut, auch wenn man manchmal deutliche Umwege läuft. Hängengeblieben bin ich aber bisher noch nicht.

Astellia Quest-Gebiet Screenshot
Ein Blick in die Landschaft von Astellia

Kämpfe sind nicht dynamisch, aber fertigkeitenreich

Wie funktioniert das Kampfsystem von Astellia? Im Beta-Test habe ich bisher nur den Archer und den Warrior ausprobiert. Astellia setzt zwar auf Tab-Targeting, aber auch auf dynamische Kämpfe.

So gibt es eine Ausweichrolle, die ich auch einsetzen muss, um besonders starken Angriffen von Bossen auszuweichen. Die Ausweichrolle unterbricht automatisch alle bisherigen Aktionen und hat eine Wiederaufladezeit von drei Sekunden.

Mir persönlich ist diese Rolle aber etwas zu langsam und nimmt damit indirekt wieder Dynamik raus. In Puncto Spiefluss ist sie nicht vergleichbar mit der Ausweichrolle aus Guild Wars 2.

Die meisten Fertigkeiten meiner beiden gespielten Klassen kann ich auch während der Bewegung nutzen, was ein deutlicher Pluspunkt ist. Die Zahl der Fertigkeiten ist groß und es stehen mir sehr viele unterschiedliche Fertigkeitsleisten zur Verfügung, was Spielern von World of Warcraft gefallen dürfte.

MMORPG Astellia bedient sich am beliebten Kampfsystem von Guild Wars 2

Was sind Astells? Bei den Astels handelt es sich um kleine Begleiter, von denen ich bis zu drei gleichzeitig beschwören kann und die Rollen wie das Heilen, Tanken oder Verursachen von Schaden einnehmen.

Ein Astel kann ich dauerhaft aktiv halten, ohne dadurch Einschränkungen zu erleben. Bis zu drei Astels sind gleichzeitig möglich, wobei sich die Leiste mit AP dann schneller leert. Das kann zu Anfang sehr verwirrend sein, weil es keine klare Erklärung gibt.

Sind die Astels eine coole Neuerung? In meinen Augen bieten die Astels eine coole Ergänzung zu meinem eigenen Spielstil. In der Beta habe ich lediglich sechs von 33 möglichen Astels zur Auswahl gehabt, doch diese reichten, um zu rotieren und auszuprobieren.

Gerade in der offenen Welt sind Heiler- und Tank-Astels extrem nützlich, vor allem wenn man selbst nur DPS spielt. In Dungeons sind DDs und zusätzliche Heiler sehr gefragt.

Ein Charakter und seine drei Astels

Das erwartet euch im Endgame von Astellia

Die legendären Dungeons: Um ein erstes Gefühl für legendäre Dungeons zu bekommen, haben die Entwickler von Astellia einen NPC eingefügt, der mich sofort auf Stufe 50 setzte und mir legendäre Ausrüstung gab.

Nach dem Abschluss eines Solo-Dungeons schalteten sich die fünf Legendären Verliese für mich frei. Nach einer kurzen Gruppensuche wagte wir uns in das Abenteuer mit einem Tank, einem Heiler, einem Mage und mir als Archer.

Schon die ersten Trash-Mobs waren anstrengend, weil sie so lange lebten. Das ist übrigens auch in der offenen Welt ein kleines Problem, je höher man im Level kommt.

Den ersten Boss erreichten wir nach einigen Wipes, doch der Kampf war komplett aussichtslos. Anscheinend mussten wir erst einmal unsere Ausrüstung und unsere Fertigkeiten aufwerten und ausbessern. Beides scheiterte jedoch an den benötigten Materialien.

Ein Problem mit Dungeon-Tickets, die im Vorfeld stark kritisiert wurden, hatte ich übrigens nicht. Ich bekam schneller welche, als ich sie ausgeben konnte.

Im neuen MMORG Astellia können Eure Items hoch-leveln, aber auch runter-leveln

Das Handwerk: Ein großer Inhalt des Endgames soll das Handwerk sein, mit dem man legendäre Ausrüstung herstellen kann. Das System dabei ist recht simpel:

  • Es gibt acht Berufe, die ihr alle mit einem Charakter lernen könnt.
  • Zudem gibt es fünf Sammelberufe (Bergbau, Holzfäller etc.) von denen ihr nur zwei erlernen könnt.
  • Über die Berufe kommt ihr neben der Ausrüstung auch an Juwelen und Runen zur Aufwertung, Tränke und Buff-Food.

Ein ausführliches Testen meinerseits scheitert aber auch hier an Materialien, die erst gesammelt werden müssen.

Das PvP: Meine Erfahrungen mit dem PvP sind überschaubar. Ich habe mehrere Duelle in der offenen Welt ausgetragen und meist verloren. In der Duel Arena habe ich mich für ein Solo Match angemeldet, welches jedoch auch nach fast 50 Minuten Wartezeit nie gestartet ist.

Es gibt aber eine Rangliste, in der man die besten Spieler und ihr Rating sehen kann. Wie diese ihre Matches gestartet haben, weiß ich jedoch nicht.

Auch das Gebiet Avalon hat sich mir im Test noch nicht erschlossen. Es gibt drei Fraktionen und anscheinend ordnet man sich über die Gilde einer Fraktion zu. Danach kann man sich auf der Karte bekämpfen, jedoch lief mir in 20 Minuten reiten über die Karte kein Gegner über den Weg.

Die 5 Klassen im Editor von Astellia

Gutes MMORPG ohne riesige Innovationen

Kann Astellia den Hunger nach einem neuen Themepark-MMORPG stillen? In rund 12 Stunden Spielzeit habe ich einiges in Astellia erlebt. Ich habe gelevelt, Dungeons besucht und in alle Bereiche des Spiels zumindest kurz reingeschnuppert. Und ich bin zufrieden.

Astellia macht einen guten Eindruck, spielte sich für nordamerikanische Server und einen Beta-Test sehr flüssig und fast ruckelfrei. Highlights sind definitiv der Charakter-Editor, die Astels, das frühe Reittier und auch die Story, die zumindest am Anfang ordentlich Fahrt hat.

Relativ kaltgelassen haben mich die Quests und auch die Grafik. Beides empfinde ich als ordentlich, aber nicht übermäßig positiv. Gemischte Gefühle habe ich auch beim Kampfsystem.

Dieses ist zwar nicht schlecht und hat auch dynamische Elemente, aber sowohl Guild Wars 2 als auch Black Desert Online überzeugen mich in dieser Hinsicht mehr. Wer allerdings nicht ständig in Bewegung bleiben und von A nach B springen möchte, der fühlt sich in Astellia sicher wohl.

Astellia Quest-Gebiet Wald Screenshot
Screenshot beim Questen

Für Fazits zu Dungeons, dem Handwerk und dem PvP ist es definitiv noch zu früh. Bezüglich Itemshop und möglichem Pay2Win erfahren wir mehr in der zweiten Closed Beta. Das hat Astellia bereits angekündigt.

Alles in allem wirkt Astellia solide und erfüllt alle wichtigen Merkmale für ein gutes, wenn auch nicht großartiges MMORPG. Das Ziel sich an eher traditionellen Themepark-MMOs zu orientieren hält Astellia ein, wobei damit auch sehr eintönige Quests einhergehen.

Auch beim Klauen von Questmobs und dem Kampfsystem besinnt sich Astellia auf alte, wenn auch nicht zwingend positive Werte. Wer in diesen Bereichen Abstriche machen kann und den Grafikstil mag, der könnte jedoch seinen Spaß mit Astellia haben.

Falls ihr euch nicht nur für Astellia interessiert, könnt ihr euch 2019 auch noch auf diese MMORPGs freuen:

Diese 10 neuen MMORPGs erscheinen 2019 – Release-Liste
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