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Warframe musste auf die harte Tour lernen, wie Free2Play geht

Bei Digital Extremes (DE) setzt man in Warframe (PC, PS4, Xbox) auf das Free2Play-Modell und Mikrotransaktionen. Die Entwickler sind davon überzeugt, dass dieses Modell das Erlebnis eines AAA-Titels bieten kann, wenn man die Spieler und ihre Wünsche respektiert.

Warframe gilt derzeit als eines der Paradespiele, was ein faires Free2Play-Modell angeht. Der Online-Shooter besitzt keine Paywalls, um wichtige Inhalte freizuschalten. Es gibt sogar Kauf-Blockaden, wenn Spieler für bestimmte Gegenstände einen zu niedrigen Level besitzen.

Es ist möglich, die Premiumwährung Platin im Markt zu erhandeln. Wer sich hier etwas geschickt anstellt und besondere Ressourcen oder Items sammelt, kann sich Platin von anderen Spielern erwirtschaften. Lediglich kosmetische Gegenstände müssen mit Echtgeld gekauft werden.

Das war aber nicht immer so.

Octavia-Warframe

Digital Extremes wollte anderen Free2Play-Größen folgen

Warframe erschien im Jahr 2013 – eine Zeit, in der das Free2Play-Modell noch ungewöhnlich für große Publisher im Westen war. Der “Games as a Service”-Ansatz schlug langsam seine Wellen und brachte Spielen wie Destiny, GTA Online oder Overwatch ordentliche Verkaufszahlen ein.

Im Gegensatz zu diesen Spielen entschied sich DE damals, mit Warframe den Weg eines Free2Play-Games einzuschlagen. Man dachte, eine gute Vorstellung davon zu haben, welche Erwartungen hier gestellt werden würden.

Man orientierte sich an bestehenden Titeln wie League of Legends oder World of Tanks. Die Entwickler schauten, in welchen Abständen hier Updates durchgeführt wurden und wie die Monetarisierung bei den Spielern lief.

DE wollte lernen, wie man einen Free2Play-Titel durch Mikrotransaktionen am Leben erhält.

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Warframe bekam eine Paywall – Die Spieler hassten es und DE reagierte

Durch die Studien anderer Free2Play-Titel fühlte sich Digital Extremes bereit, diesen Markt mit Warframe zu erobern – Der erste Schuss ging aber gewaltig nach hinten los.

In der Closed-Beta besaß Warframe noch eine Paywall, sobald Spieler das Level-Cap erreichten. Der Online-Shooter war bis zu einem gewissen Punkt kostenlos, danach wurden Spieler zur Kasse gebeten.

Damals hatte sich bereits eine kleine Community um Warframe gebildet und diese hasste die Paywall! Viele hatten den Eindruck, dass der Online-Shooter ohne harte Bezahl-Schranken um einiges besser wäre. Warframe erhielt zu diesem Zeitpunkt auch eher mittelmäßige bis schlechte Kritiken und der Online-Shooter stand auf der Kippe.

Digital Extremes musste nun die Entscheidung fällen: Würde man auf die Community hören und die Paywall entfernen oder mit dem bestehenden System fortfahren? Schlussendlich entschied sich DE, die Wünsche seiner Spieler zu respektieren, entfernte die Paywall und brachte eine neue Version des Spiels heraus.

Die Spieler freuten sich, dass ihr Feedback ernst genommen und Warframe daraufhin angepasst wurde.

Warframe Mission

“Spieler müssen eine Wahl und Stimme bekommen”

In einem Interview mit Gamesindustry sprach DE’s Vizepräsidentin Meridith Braun über ihre Einstellung zu Mikrotransaktionen in Free2Play-Games. Braun ist der Meinung, dass man Spielern eine Wahl und Stimme geben müsse. Das habe für Digital Extremes damals den Unterschied ausgemacht und die Philosophie des Studios verändert.

Die Monetarisierung müsse laut der Vizepräsidentin in die DNA des Game-Designs eingebaut werden. Egal, ob es sich um ein kostenloses Spiel oder einen Vollpreistitel mit Mikrotransaktionen handelt.

Meredith Braun: “Wir haben die letzten fünf Jahre unermüdlich daran gearbeitet, unseren Spielern ein faires Business-Modell präsentieren zu können […], das die Spieler bei jeder Entscheidung in den Vordergrund rückt.”

Braun geht davon aus, dass die Paywall aus Warframe zu entfernen, die Beziehung zwischen Studio und Spielern stärkte.

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Neue Erweiterungen sollen Warframe “frisch” halten

Die Entwickler legen Wert darauf, den Online-Shooter ständig weiter zu entwickeln und sich den Respekt der Spieler zu verdienen.

Im Oktober 2017 zahlte sich diese Strategie für Digital Extremes anscheinend aus. Mit der Erweiterung “Plains of Eidolon” erreichte Warframe Rerkordzahlen auf Steam. Updates wie die plötzlich eingeführte Open-World-Map in den Ebenen von Eidolon sollen laut Braun für Überraschungen sorgen und Warframe “frisch” halten.

Warframe plant noch weitere Open-World-Maps, auch wenn diese von Spielern kritisch gesehen wurden.

QUELLE GI.biz