GameStar.de
› ESO Morrowind Test: Ein Spiel wie ein Buffet – auch für Solo-Spieler lecker
ESO Morrowind Test: Ein Spiel wie ein Buffet – auch für Solo-Spieler lecker

ESO Morrowind Test: Ein Spiel wie ein Buffet – auch für Solo-Spieler lecker

Nachdem wir schon ein Review von Schuhmann zu The Elder Scrolls Online Morrowind hatten, meldet sich auch Jürgen mit einem Test zum ESO-Kapitel Morrowind zu Wort. Für ihn ist Morrowind die optimale Ergänzung zu The Elder Scrolls Online.

Mit dem Namen Morrowind verbinde ich weit mehr als nur ein herausragendes Rollenspiel aus dem Jahre 2002. Vielmehr war Morrowind für mich damals ein prägender Moment meiner Spieler-Laufbahn. Vom ersten Moment an schlug mich das abgedrehte Setting auf der seltsamen Insel der Dunkelelfen in seinen Bann und ich erkundete voller Freude dieses schaurig-schöne Land mit seinen dunklen Geheimnissen.

Daher war ich auch völlig aus dem Häuschen, als ich Ende 2016 erfuhr, das Morrowind der Schauplatz der nächsten großen ESO-Erweiterung wird. Doch kann die Online-Version dem Original gerecht werden?

Morrowind – Der Nostalgiefunke wird entfacht

Mittlerweile ist Morrowind erschienen und was soll ich sagen? Es hält, was es verspricht.

Für mich als alten Morrowind-Fan ist es genau die Erweiterung, die ich mir für ESO gewünscht habe. Denn anstatt krampfhaft das Rad neu zu erfinden, setzt ZeniMax lieber auf Altbewährtes und Nostalgie.

Das mag erst einmal negativ klingen, doch im Falle von Morrowind ist der innovative Stillstand meiner Meinung nach ein Segen. Denn durch den klaren Bezug zum alten Morrowind und seinen Eigenheiten schafft das neue Kapitel eine eigene Atmosphäre, die ESO bisher so nicht hatte.

Daher schlägt auch das Herz jedes Morrowind-Veteranen höher, wenn die charakteristische Intro-Musik erklingt. Und spätestens ab der Landung in Seyda Neen – das auch 700 Jahre früher noch genauso aussieht wie im Ur-Spiel – ist dann der schwelende Funke der Nostalgie zu einem Freudenfeuer aufgelodert.

Morrowind – Vertraut, und doch anders

Doch Zenimax’ Nostalgie wird nicht schal. Morrowind besteht nicht aus aufgewärmten und angestaubten Spiel-Elementen.

Vielmehr spürt man an allen Ecken und Enden von Morrowind, dass Zenimax nicht das alte Spiel von 2002 neu inszeniert. Die Insel Vvardenfell ist zwar die gleiche und man kommt immer wieder an altbekannte Orte.

Aber gleichzeitig ist es eine andere Zeit, eine andere Epoche.

So ist beispielsweise die Tempelstadt Vivec sofort zu erkennen. Wo sonst stehen Stufenpyramiden im Sumpf, über denen ein riesiger Asteroid schwebt? Doch 700 Jahre in der Vergangenheit ist die Prunksiedlung des großen Gottkönigs noch nicht fertig und viele der späteren Bauwerke sind nur ausgeschachtete Gruben. Durch solche Rückbezüge entsteht ein klarer Mehrwert für alle Kenner des Settings.

Morrowind – Veteranen haben mehr, Neulinge auch

Dieser große Bezug auf Morrowind-Veteranen und Nostalgie ist allerdings ein zweischneidiges Schwert. Wer Morrowind damals nicht oder kaum gespielt hat, der wird viele der Anspielungen und Rückbezüge freilich nicht verstehen.

Dafür bieten sich solchen „Morrowind-Jungfrauen“ aber ganz andere Möglichkeiten. Sie können dieses originelle Setting jetzt zum ersten Mal entdecken und müssen nicht etwa ein 15 Jahre altes Rollenspiel kaufen, um Vvardenfell zu besuchen.

Morrowind bietet nichts wirklich Neues, aber dafür mehr Gutes vom Gleichen

Voraussetzung für den Genuss von Morrowind ist freilich, dass man sich auf die „ESO-Experience“ einlässt. Denn wie schon Kollege Schuhmann in seinem kritischen Artikel über Morrowind schrieb, muss man The Elder Scrolls Online auf eine ganz bestimmte Art und Weise angehen, um darin Spaß zu haben. Wer es wie ein typisches MMORPG spielt, stößt schnell an die Grenzen des Spielsspaßes.

Wer hingegen ESO eher wie ein Solo-Rollenspiel angeht, das man wahlweise auch mit anderen zockt, dann sind ESO und Morrowind einzigartige Erfahrungen, die sich vom Gros der üblichen MMOs abheben. Das ist auch der Grund, warum ESO in seiner eigenen Nische mittlerweile großen Erfolg hat, während reinrassige Online-RPGs oft gegen den Platzhirsch WoW hoffnungslos untergehen.

Für Solo- und Gruppenspieler

ESO motiviert Solo-Spieler, da man zig vollvertonte Quests, Bücher und Lore-Elemente im Spiel findet und so wie in Skyrim, Oblivion und Co. stundenlang die Welt erkunden kann. Anders als bei den Solo-RPGs kann man ESO aber auch mit Freunden zusammen erleben. Und das sogar, wenn diese weit höhere Stufen haben als man selbst.

Denn dank One Tamriel skaliert der eigene Held so weit, dass man auch mit einem nicht maximierten Charakter einen sinnvollen Beitrag zum Gruppenwohl leistet.

Außerdem kann man einfach spontan mit ein paar zufällig getroffenen Abenteurern in den nächsten Dungeon hinabsteigen, um dort ein paar Monster zu kloppen. Und wer die volle MMO-Dröhnung will, der kann sich an dem neuen Raid in der Halle der Fertigung und den komplexen Bosskämpfen dort versuchen.ESO-Boss

ESO bietet einfach ein üppiges Buffet an Möglichkeiten für jeden Spielertyp. Nur Hardcore-Solisten oder MMO-Puristen dürften an dem Angebot keine Freude haben. Und Freunde von dynamischen Kampfsystemen. Das Kampf-Gameplay von ESO ist leider nach wie vor ziemlich sperrig und ungeil. In diesem Bereich stimme ich Schuhmann voll zu und hätte ich auch nichts gegen eine gründliche Überarbeitung.

Das richtige Spiel für mich

Doch auch mit dem unschönen Kampfsystem sind ESO und Morrowind für mich die idealen MMOs. Hier kann ich in Ruhe die Welt erkunden, muss mir dabei keine große Sorge um den optimalen Build machen und treffe regelmäßig auf interessante Dinge. Ab und zu packt mich dann der Ehrgeiz und ich baue mir die derzeit besten Waffen im Crafting.

Oder ich optimiere meine Skills und werfe mich in den nächsten Dungeon. Oder ich rüste meine PvP-Skills aus und mach mich an die neuen Schlachtfelder. Für Spieler, die gern gemütlich in eine Fantasy-Welt eintauchen und mal etwas hiervon und mal etwas davon spielen wollen, bietet ESO mit dem neuen Kapitel nach wie vor die perfekte Spielwiese.

Und das klappt vor allem deswegen, weil sich das Spiel treu bleibt und nicht krampfhaft versucht, ein MMORPG wie Black Desert oder World of Warcraft zu sein.


Soviel zu meiner Meinung zu Morrowind. Doch wie seht ihr das neue Kapitel zu The Elder Scrolls Online? Seid ihr meiner Meinung und genießt Morrowind als einen schönen Nachschlag zu einem leckeren Hauptgericht? Oder seid ihr enttäuscht, weil sich das Spiel nach wie vor nicht in seinen Grundlagen geändert hat? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Auch interessant: 10 Tipps zum Einstieg in Morrowind

Jürgen Stöffel

Jürgen Stöffel begann seine Karriere als Spiele-Redakteur 2013 bei buffed und war danach Freelancer bei Gamestar, Online-Redakteur bei GIGA und dann für einige Zeit freiberuflicher MMORPG-Redakteur bei Gamestar. Als Mein-MMO dann zu Webedia kam, wurde Jürgen von Dawid mit ins Team geholt. Seit April 2017 ist Jürgen bei Mein-MMO fest dabei. Neben Online-Rollenspielen mag er vor allem taktische MMOs wie World of Tanks und MOBAs. Und zu einer Runde Borderlands oder Fortnite im Coop sagt er auch selten nein. Hauptsache, man spielt nicht alleine.

ESO Morrowind Test: Ein Spiel wie ein Buffet – auch für Solo-Spieler lecker

The Elder Scrolls Online

PC PS4 Xbox One