Quests werden in New World kritisiert – Sollen bis ins Endgame verbessert werden

Im September lief in New World ein Preview-Event, in dem das neue MMO von Amazon getestet werden konnte. Die eintönigen Quests wurden besonders harsch kritisiert. Im Interview mit MeinMMO-Redakteurin Leya Jankowski erklärte David Verfaillie, Head of Player Experience, dass genau an diesen nochmal stark gearbeitet wird.

Vor knapp einem Monat konnte New World zum ersten mal ohne ein NDA gespielt werden. Auf dem Preview-Event lag keine Verschwiegenheitsklausel mehr, wie noch zuvor auf anderen Alpha-Events. Es entbrannten online natürlich heiße Diskussionen um das neue MMO von Amazon.

Das nahmen wir bei MeinMMO zum Anlass, um den Entwicklern ein paar Fragen zum Event zu schicken.

MeinMMO: Was hat euch am meisten im Preview-Event überrascht?

David Verfaillie: Wir wurden von vielen Dingen überrascht. Dazu gehörten einige Exploits, die wir noch nicht entdeckt hatten, wie der Liefermissionen-Exploit. Es hat uns überrascht, wie die Meta sich mit einer hohen Spielerzahl entwickelte. Wir hätten beispielsweise nicht gedacht, dass große Gruppen sich zum schnellen Leveln zusammentun und die „High Level“-Events farmen. Angenehm überrascht waren wir von der Anzahl der Leute, die spielten und wie tief sie sich allgemein mit dem Spiel beschäftigten.

Der Liefermissionen-Exploit erklärt: Sobald man sich einer der drei Fraktionen anschließt, können Spieler PvP- und PvE-Quests für ihre Fraktion erledigen. Nun muss man alle Liefermissionen annehmen. Nach einer Wartezeit von fünf Minuten haben sich die Liefermissionen erneut aktualisiert. Man kann wieder alle Liefermissionen annehmen. Das ist so oft wiederholbar wie man möchte und kann für einen enormen und schnellen Level-Boost sorgen. Dieser Exploit war den Entwicklern erst während des Events aufgefallen.

MeinMMO: Was lief eurer Meinung nach gut während des Events und was lief nicht so gut?

David Verfaillie: Insgesamt waren wir sehr glücklich mit der Stabilität und Performance des Games. New World lief für die meisten Spieler mit einer guten FPS-Performance. Wir hatten Server in mehreren Regionen laufen und konnten in den ersten Tagen gut mit der Welle an Spielern umgehen.

Was nicht so gut lief, waren Probleme mit der Waffen-Balance, die dafür sorgte, dass einige coole Waffen überschattet wurden. Wir hatten außerdem Aktivitäten, vor allem die Breschen der Verderbnis, die so gute Belohnungen hatten, dass sie de Facto im Mid- und End-Game der Weg zum Leveln waren.

New World Screenshot des Events Breschen der Verderbnis
Die Breschen der Verderbnis sind ein PvE-Event, in dem KI-Gegner bezwungen werden müssen. Diese kommen aus Portalen und Monolithen.

Leichte KI war Absicht, soll schwerer werden

MeinMMO: Euer Kampfsystem ist recht einzigartig für ein MMO und ich habe viel Lob dafür von PvP-Spielern gehört. Ich persönlich habe das Event hauptsächlich PvE gespielt. Als ich gegen die KI kämpfte, habe ich schnell ihre Movesets gelernt und wusste genau, wann ich ausweichen, zuschlagen oder blocken musste. Habt ihr mehr Feedback von Spielern bekommen, dass die KI eine größere Herausforderung sein sollte?

David Verfaillie: Die KI ist im Early-Game beabsichtigt einfach gehalten. Viele Spieler die zu New World kommen, werden zum ersten Mal auf ein Action-Kampfsystem treffen. Deshalb möchten wir Spielern zu Beginn nur eine leichte Steigerung der Schwierigkeit geben, damit sie die Steuerung und Taktik fürs Kampfsystem lernen. Wir möchten, dass die Herausforderung höher im Mid-Game wird und sich im End-Game nochmal steigert.

Während der Preview waren wir erstaunt, wie schnell die Spieler zu Experten wurden. Da gibt es definitiv noch mehr Spielraum für uns, um die KI schwieriger zu gestalten, was ihr Verhalten und die Zahlen angeht.

Quests werden vor Release stark überarbeitet

MeinMMO: Während eines Interviews mit dem YouTuber und Streamer Asmongold, sprach Mike Willette [Lead Game Designer] über eure Pläne was die Quests betrifft. Diese bestehen derzeit daraus, Mobs zu töten und Kisten zu öffnen. Im Interview hieß es, ihr arbeitet an Quests mit mehr Variation und dass ihr sie besser ins Gameplay integrieren wollt. Hast du hier Beispiele, wie das dann aussehen wird?

David Verfaillie: Das Feedback zur Quest-Vielfalt war sehr übereinstimmend und klar – es gibt zu viele simple Kill-Quests. Wir stimmen mit dem Feedback überein und unternehmen nun beachtliche Anstrengungen um sie zu verbessern.

Wir möchten nicht alle Überraschungen verderben, aber die Quest-Vielfalt und Tiefe der Interaktionen während der Quests sind Bereiche, an denen wir hart arbeiten. Das bedeutet, Quests werden aus mehr Erkundungen, Entdeckungen, Interaktionen und sogar einigen einfachen skriptgesteuerten Events bestehen.

Wir wollen außerdem mehr Quests hinzufügen, sodass die Hauptstory noch nach der Azoth-Stab-Quests bis ins Endgame weitergeht.

New World Quests
Die typischen Quests in New World: Töte etwas oder öffne Kisten.

MeinMMO: In dem Interview erwähnte Mike außerdem, dass alle Waffen ein Rework erhalten sollen. Welche Waffen erhalten eure Aufmerksamkeit und warum?

David Verfaillie: Es gab einige große Balance-Probleme, wie den Wurfaxt-Stun-Lock, die Wurfaxt-Heilung oder den Lebensstab mit der Lichtgeschwindigkeit-Fähigkeit und wie sie PvP und Reisen beeinflusst hat.

Es gab aber genauso kleinere Probleme. Der Kriegshammer war etwa zu schwach für seine träge Geschwindigkeit. Wir werden noch einige Zeit in das Waffen-Balancing stecken vor dem Launch. Jede Waffe soll sich so anfühlen, als hätte sie eine eigene Rolle und einen Nutzen, die nicht von anderen Waffen überschattet werden.

Das Problem mit dem Lebensstab: In New World hat man drei Waffenslots, die es einem ermöglichen dynamisch zwischen den Waffen zu wechseln. So gut wie jeder Spieler hatte einen Slot für den Lebensstab reserviert. Diesen kann man mit einer Fähigkeit ausstatten, durch die man schnell teleportiert. Das sorgte dafür, dass Spieler es mit dem Stab einfach super schnell wegrannten, wenn sie im PvP Probleme bekamen und man sich etwas schneller fortbewegen konnte. Das grenzte natürlich direkt die Vielfalt der Waffen-Nutzung ein.

MeinMMO: Eins meiner persönlichen liebsten Details waren die Zombie-ähnlichen Verdorbenen, die immer noch ihre Farm-Arbeiten erledigten. Das ist für mich cooles Storytelling über die Umgebung. Ich hätte mir mehr davon gewünscht. Es wäre toll gewesen, wenn es etwa mehr Vielfalt in den Häusern gäbe, die ein Gefühl vermitteln, dass hier individuelle Leute mit ihren eigenen Geschichten leben. Können wir mehr von sowas erwarten?

David Verfaillie: Unser „World Experience“-Team liebt es die Geschichte von Aeternum über die visuellen Komponenten der Welt zu erzählen. Es gibt Hinweise über die Welt und seine Geschichte überall in der Umgebung verteilt. Schaut euch etwa gründlich die Statuen und Schiffe an. Wir möchten das mit der Zeit noch weiter ausbauen. Wir haben außerdem Lore-Zettel die einem die Story der Gebiete erzählen und einige Details für diejenigen, die es lieben sich in Lore zu vertiefen.

Es sollen mehr Anreize für Kriege kommen

MeinMMO: Wir verstehen total, warum ihr immer wieder betont, dass die Kriege das Herzstück des Games sind. Sie fühlen sich einzigartig an und machen viel Spaß. Viele Spieler, mit denen wir sprachen, konnten das so unterschreiben. Es gab aber auch viele, die nicht recht wussten, wofür sie eigentlich kämpfen. Das Gleiche gilt auch für das Open-World-PvP. Beides ist im Moment einfach nur zum Spaß da. Wie denkt ihr darüber?

David Verfaillie: Krieg ist der einzige Weg, um als Kompanie [Gilde] die Kontrolle über ein Gebiet zu bekommen. Sie spielen also eine entscheidende Rolle im Territorium-Meta-Game. Ein Gebiet zu kontrollieren hat viele Vorteile, wie zu bestimmen welche Richtung ein Territorium nimmt und die Bestimmung über Steuern.

Aber ich gebe dir Recht, dass Spieler die in keiner kontrollierenden Kompanie sind keine großen Vorteile haben. Wir schauen gerade, wie wir starke Anreize für jeden in der Fraktion geben können. Wir hoffen, dass diese Anreize den Spielern dann auch starke Gameplay-Gründe geben an Kriegen teilzunehmen.

MeinMMO: Als letzte Frage etwas Persönliches: Welche Fraktion hast du gewählt und warum?

David Verfaillie: Ich habe mich für das Bündnis entschieden. Mir macht es Spaß im Rollenspiel ein rechtschaffener Fanatiker zu sein, der versucht das Land vom Bösen zu befreien. Aus Gameplay-Sicht hat das Bündnis außerdem meistens die wenigsten Mitglieder aus allen drei Fraktionen. Ich mag es die „Underdog“-Rolle zu spielen. Das bedeutet, dass in der Regel viele Gegner da sind, wenn ich meine PvP-Flagge anschalte und es ist eine coole Herausforderung Gebiete einzunehmen und zu halten.

MeinMMO: Vielen Dank für das Beantworten unserer Fragen.

Amazon hat den Release von New World auf den Frühling 2021 verschoben. Das betrifft eine Zeitspanne vom 20. März bis zum 21. Juni. Das Preview-Event hat nochmal deutlich gemacht, dass es nur gut sein kann, wenn sich der Launch von New World verschiebt.

Bevor New World erscheint, wird es im November nochmal einen geschlossenen Alpha-Test mit einer kleinen Gruppe geben. Diese wird wieder mit einer Verschwiegenheitsklausel versehen. Es kann also noch etwas dauern, bis wir die Anpassungen sehen und beurteilen können.

Bis dahin, schaut euch doch mal unseren Eindruck zum Preview-Event von New World an. Hier erfahrt ihr, welche Schwächen, Stärken und welches Potential wir im neuen MMO von Amazon sehen.

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Messiah

Ansich ja ein schönes Spiel.
Aber in jeder Stadt stehen die gleichen Häuser, die Umgebung gleicht sich auch zu sehr.
Und gerade das macht für mich ein MMO aus. Wenn ich schon die meiste Zeit zu Fuß unterwegs bin, will ich nicht copy paste Häuser in jeder Stadt sehen.
Ich will in einem Gebiet ankommen und sagen können oh hier siehts auch geil aus.
Die Kämpfe um eine Stadt sind mit keinerlei Vorteile verbunden.
Wenn vorher eine gegnerische Fraktion die Stadt besetzte und nun meine diese erobert, kann es vorkommen das die Steuern dann höher sind.

Am Anfang freut man sich das es mal ein neues frisches MMO gibt.
Aber umso länger ich es spiele wird mir klar, das kein Suchtfaktor entsteht

Zuletzt bearbeitet vor 17 Tagen von Messiah
Messeryocke

Wow welche Erkenntnis im September das die Quests nicht so gut sind. Das wurde bereits im März im Alpha Test haufenweise angesprochen und nach dem letzten Test hatten sie immer noch nichts daran geändert. Bin gespannt ob Sie es denn bis Ende Mai schaffen mehr Abwechslung reinzubringen.

Messeryocke

Da hast Du vollkommen recht, Leya. Ich muss sagen ich war enttäuscht vom September. Ich war auch sehr begeistert und habe in der Alpha lange gespielt und alles mitgemacht. Was Fallout 76 angeht, spiele ich nicht und kann es nicht vergleichen. Generell ist es wohl überwiegend meine eigene Enttäuschung darüber mehr erwartet zu haben als es zu sehen gab im September. Es ist sogar schon soweit gekommen das ich meine Vorbestellung bereue.
Auch bin ich von der Atmosphäre etwas enttäuscht, vor allem in den Städten ist alles gleich, ein paar Quest NPC, sonst nix. Wirkt alles Leblos. Die Landschaften dagegen finde ich wirklich grandios schön gemacht.
Mal sehen was Sie aus der Kritik mitnehmen und am Ende daraus lernen.

Messeryocke

Du sprichst vieles richtig an und ja, man sieht oft Spiele die schon länger am Markt sind. Das hier ein Vorsprung spürbar vorhanden ist, ist mir auch klar und wäre auch kein gerechter Vergleich den man heranziehen darf. Was die Entscheidung von PvP auf PvE betrifft, wurde das Spiel für mich erst nach dieser Entscheidung interessant.Natürlich gehe ich stark davon aus das es nach und nach wächst und besser wird. WIr werden es sehen 😉 Danke Dir für Deine Antwort.

Caliino

Ich verstehe zwar nicht ganz warum wir da eine alte (Alpha)-Version zum testen bekommen haben, aber gerade im MMO Bereich ist es meiner Meinung nach enorm wichtig gleich von Anfang an das meiste richtig zu machen. Ein Neustart oder Anpassungen im nachhinein holen in den seltensten die Spieler wieder zurück…

Tronic48

Hört sich doch alles ganz gut an.

Ich denke, nein ich weis es, New World wird ein Super Spiel werden, in dem ich wie auch jetzt bei Genshin Impact, viele, sehr viele Stunden verbringen werde, heißt also, es ist so gut wie gekauft, nein, es ist gekauft.

Mir ging es bei New World, ähnlich wie bei Genshin Impact, ich kam da einfach nicht mehr weg von, wollte immer weiter, wissen was kommt danach, was ist da hinten, wo geht es dahin, usw. ich würde sagen, diese beidem Games/Hersteller haben das was man den Schlüssel zum Erfolg nennt, gefunden, anders man das nicht sagen, jedenfalls sehe ich das so.

Ich Suchte immer noch Genshin Impact, es lässt mich einfach nicht mehr los, Spiele auch seitdem kein Destiny 2 mehr, also seit Release von Genshin Impact, und das soll schon was heißen.

Bodicore

Jo Leidensgenosse, ich hab die letzten 48h auch 30 gespielt 😉

PS:
Jetz trifft mich die Paywall langsam. Für 1680Kristalle bzw. 10x Ziehen brauche ich derzeit um die 10-12h:)

Zuletzt bearbeitet vor 17 Tagen von Bodicore
Bodicore

Ich fand die KI eigentlich nicht zu einfach für ein MMO.

Zum Teil hatte es schon Viecher dabei die mir gut zusetzen konnten. Elitebären oder Luchse z.B. oder wenn mal mehrere Gegner kamen.

Zuletzt bearbeitet vor 18 Tagen von Bodicore
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