Richter entscheidet: LoL-Star Phantoml0rd darf Twitch auf höhere Summe verklagen

Der frühere LoL-Streamer James „Phantoml0rd“ Varga verklagt Twitch. Eigentlich durfte er von denen, laut einer Klausel, nur 50.000 $ Schadensersatz fordern. Doch diese Klausel wurde jetzt von einem Richter aufgehoben. Der ehemalige Spieler der League of Legends war einer der frühen Stars auf Twitch – bis zu einem Bann im Jahr 2016.

Das wurde jetzt entschieden: Ursprünglich hatte Varga einen Vertrag mit Twitch abgeschlossen, der eine bestimmte Klausel umfasste: Diese Klausel sagte, dass jeder Vertragspartner den anderen nur auf maximal 50.000 $ Schadensersatz verklagen kann. Das war wohl eine Klausel, die in vielen Verträgen zwischen Twitch und Streamern zu dieser Zeit enthalten war.

Ein Richter in Kalifornien hat diese Klausel nun aufgehoben mit der Begründung, dass Varga zu der Zeit etwa 10.000 $ im Monat verdient hätte. Da stehe ein Limit von 50.000 $ in keinem Verhältnis zu den Einnahmen.

Gesetz
Die Klausel ist aufgehoben, ein kleiner Sieg für den Streamer.

Zudem hätte Varga bei der Unterzeichnung des Vertrags einen Nachteil gehabt: Er sei nicht ausreichend juristisch beraten worden. Er hätte zwar eine College-Ausbildung genossen und schon vorher Verträge unterschrieben, aber es lag da ein Ungleichgewicht bei der juristischen Kenntnis beider Vertragspartner vor, urteilt der Richter.

Der Richter sagt außerdem: Die Beschränkung auf 50.000 $ mache eine Klage gegen Twitch letztlich unsinnig, weil allein die Anwaltskosten das auffressen würden.

Das heißt jetzt aber noch nicht, dass Varga dieses Geld bekommt – es bedeutet nur, dass er die Aussicht auf mehr Geld hat, wenn seine Klage gegen Twitch durchkommt.

Andere Argumente des Streamers, er habe den Vertrag nicht gelesen, sondern nur den „großen, bunten Knopf“ gedrückt, fand der Richter aber unglaubwürdig. Denn Varga müsse als professioneller Nutzer eines Computers sicher wissen, wie man das Mausrad bedient, um durch einen Vertrag zu blättern.

Varga hatte behauptet, er hatte nur große Knöpfe mit „Sign here“ und „Continue“ gedrückt, weil er dachte, das werde von ihm in der Situation erwartet. Er wusste nicht, dass er im Vertrag weiterblättern konnte.

LoL-Phantomlord
Phantoml0rd, Quelle: Facebook via PCGamer.

PhantomLord war einer der ersten Twitch-Stars

Wer ist PhantomL0rd? James Varga (30) war in der Anfangsphase von League of Legends, 2011 und 2012, ein Mid-Laner für zwei Profi-Teams. Schon vorher hatte er sich einen Namen in Spielen wie Counter-Strike, WoW oder Quake 3 Arena gemacht.

Varga ist aber relativ früh zu einem Streamer auf Twitch geworden. Noch bevor dort der große Hype begann. Zwischen 2012 und 2016 baute sich „PhantomL0rd“ auf Twitch einen Kanal auf, der über eine Million Follower hatte.

2016 wurde er aber von Twitch gebannt.

PhantomL0rd LOL

In Wettskandal um CS:GO verwickelt

Warum klagt er? Der Kanal von Phantoml0rd wurde 2016 gelöscht, nachdem Anschuldigungen aufgekommen waren, dass er eine Seite besaß, bei der Spieler mit Waffen-Skins in CS:GO wetten konnten.

Diese Seite habe er in seinen Streams auf Twitch genutzt und beworben, ohne seine Verbindungen zu der Seite offenzulegen.

Ihm wurde von einem eSport-Journalisten vorgeworfen, dass er diese Seite besitzt und dort mit „dem Geld des Hauses“ spielt, statt mit seinem eigenen.

CS: GO, Steam – Valve will sein „Glücksspiel“-Problem lösen

Varga klagt jetzt gegen Twitch, dass ihm finanzielle Schäden entstanden seien, nachdem er von Twitch gebannt wurde:

  • Er wirft Twitch vor, ihn aufgrund von unbegründeten, falschen Anschuldigungen Dritter gebannt zu haben.
  • Er habe keine schriftliche Benachrichtigung über seine Vergehen erhalten
  • Und keine 30 Tage Zeit bekommen, um das Fehlverhalten zu korrigieren, wie das vertraglich vereinbart war.
PhantomL0rd Shuffle Pot

Die Aufhebung der Klausel wird jetzt als „kleiner Sieg“ gewertet, wobei Varga damit den Prozess noch nicht gewonnen hat.

Berühmter LoL-Streamer verklagt Twitch – Fast 600 Tage nach Bann
Autor(in)
Quelle(n): dexertoPC Gamer
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N0ma
N0ma
4 Monate zuvor

selbst in USA sind AGB’s nicht Gesetz, schön zu sehen
edit: achne sind ja keine AGB’s sondern Vertragsbestandteile, ok naja so ähnlich

SP1ELER01
SP1ELER01
4 Monate zuvor

Nicht falsch verstehen, ist absolut keine Kritik, sondern nur ein Hinweis ->
AGB ist schon Mehrzahl und bedarf somit keinem Plural ????

Und bei den Amerikanern kann man ja bekanntermaßen alles Ein- und Verklagen.
Red Bull musste in der Vergangenheit tief ins Portemonnaie greifen, denn ihre Getränke verleihen keine Flügel, wie ein Mann feststellen musste, nachdem er nach des Verzehrs des Getränks vom Vordach seines Hauses sprang ????

Direwolf
Direwolf
4 Monate zuvor

10000$ im Monat? Really?

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
4 Monate zuvor

Ich finde die Nummer auch erstaunlich niedrig. Vielleicht ist das nur auf Werbe-Einnahmen bezogen.

In jedem Fall kann man nachvollziehen, dass ihm dieser Bann geschäftlich schwer geschadet hat und dass es dort um hohe Summen gehen könnte – wenn er denn Recht bekommt.

Gekko
Gekko
4 Monate zuvor

„Er habe keine schriftliche Benachrichtigung über seine Vergehen erhalten“. You are welcome! PN leider nicht möglich sad

Schlachtenhorn
Schlachtenhorn
4 Monate zuvor

„Der ehemalige Spieler deS Spiel League of Legends war einer“

Gekko
Gekko
4 Monate zuvor

Wäre das dann nicht „des Spiels“?

Schlachtenhorn
Schlachtenhorn
4 Monate zuvor

Kann man unterschiedlich Aussprechen, des Spieles wäre auch eine Möglichkeit.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
4 Monate zuvor

Die „League of Legends“ ist ja nicht nur eine Spiele-Titel, sondern auch ein Begriff innerhalb des Spiels, dort eine Bedeutung hat.

Wenn man „League of Legends“ spielt, ist man ein Beschwörer, der in der „League of Legends“ antritt.

Das ist so, wie wenn man WoW spielt, dann spielt man in der „World of Warcraft“ – in dieser Welt eben. Von daher finde ich das schon okay, League of Legends so zu verwenden.

Schlachtenhorn
Schlachtenhorn
4 Monate zuvor

Wenn man den Namen übersetzt würde es ja auch sinn machen, dann würde der Satz „Der ehemalige Spieler der Liga der Legenden war einer“, jedoch finde ich Denglish immer etwas seltsam.

RagingSasuke
RagingSasuke
4 Monate zuvor

Naja, nicht ganz. Die champions league ist auch eine Liga, wird aber bei uns auch denglish gesprochen xD ich versteh aber was du meinst smile

Noes1s
Noes1s
4 Monate zuvor

Man kann sich auch als autor der Umgangssprache bedienen; nicht grammatikalisch korrekt, aber dennoch für jedermann verständlich. Die Sprache seiner (achtung) audience respektive community zu wählen ergibt sogar sinn.

Wichtig ist nur die message und der Kontext.

Denglish ist ohnehin auf dem Vormarsch und unter den jüngeren sowieso gang und gebe. „Triggert“ mich auch manchmal, aber „who care‘s“

und btw: Grammatik Nazis mochte noch nie jemand.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
4 Monate zuvor

Es ist immer ein Abwägen – wir versuchen schon, so zu schreiben, dass unsere Leser sich wohlfühlen. Mit Gewalt alles zu übersetzen würde auch rasch lächerlich wirken.

Aber ich kann die Einwände schon verstehen – wir haben da einige Tricks, die man kritisieren kann. Der Sprach-Mix ist ästhetisch sicher nicht immer schön.

Es ist mit der Gamer-Sprache schwierig, weil die von englischen Wörtern durchdrungen ist und ich denke das wird eher noch schlimmer, wenn Twitch/eSport weiter an Bedeutung gewinnen und die Begriffs-Hoheit bei Spielen übernimmt.

Das merkst ja auch daran, dass deutschsprachige eSportler oder Streamer schon anfangen, englisch zu reden, weil die Zielgruppe dann viel größer ist.

Ich wüsste nicht, wie man über LoL berichten könnte, ohne die englischen Begriffe. Da müsste man das Vokabular eigentlich erfinden. Mit Schadensausteiler – untere Linie – Der „Dschungel-Spieler“, der „Unterstützter“, der Spieler auf der mittleren Linie. Überfallartiger Angriff – was es da alles gibt.

Auch bei anderen Spielen. Es geht sicher, aber es ist schwierig.

N0ma
N0ma
4 Monate zuvor

gut beschrieben, ich glaub auch das ist eine gute Vorgehensweise

Insane
Insane
4 Monate zuvor

Sinn machen ist ebenfalls aus dem Englischen entlehnt von „to make sens“ und gibt es im Deutschen so nicht. Korrekt würde es heißen: Sinn ergeben oder Sinn stiften aber Sinn machen kann man im Deutschen nicht.

Kleinlich, aber da du scheinbar so viel Wert darauf legst….

Schlachtenhorn
Schlachtenhorn
4 Monate zuvor

Tatsächlich lege ich nicht soviel Wert darauf, ich wollte eher sehen warum man diese Form gewählt hat.
Mir ist bewusst das es das „richtige“ Deutsch schon lange nicht mehr existiert.
Deutsch ist mittlerweile von Umgangssprache, Lehnswörter, Grammatikadaptionen (wie deinen Beispiel)(und ja, ein hoch auf Neologismus), Denglish, Dialekte, 15 x Rechtschreibreformen etc. durchtränkt.
Niemand kann „richtiges“ Deutsch, weil es in das in der Form nicht mehr gibt.
Meine Sätze waren eher dazu gedacht, mit einen Augenzwinkern gelesen werden zu können.

(Ich würde niemanden sofort beurteilen wegen einer Handvoll Sätze, deswegen lerne mich doch bitte erstmal besser kennen bevor du solche Sätze droppst:“Kleinlich, aber da du scheinbar so viel Wert darauf legst….“)

Insane
Insane
4 Monate zuvor

„Richtiges“ Deutsch zu definieren wird dir sehr schwer Fallen. Wer, wann und wo hat man das denn gesprochen?

Sprache ist eine lebende und atmende Sache die ständigen Veränderungen unterworfen ist. Zu keinem Zeitpunkt der Geschichte war diese Entwicklung abgeschlossen oder kam zum stehen. Und auch das was du als Deutsch kennst, ging aus einer Gruppe von Indogermanischen Sprachen hervor.

Daher ergibt dieser Sprachpurismus auch oft keinen Sinn. Sehr viele der Begriffe, die wir als deutsch verstehen sind Erbwörter oder wurden aus anderen Sprachen entlehnt – nur eben nicht in den letzten 50 Jahren sondern schon vor sehr viel längerer Zeit. Dabei verkennt man die historische Entstehung dessen, was man da gerne reinigen würde.

Schlachtenhorn
Schlachtenhorn
4 Monate zuvor

Du hast eigentlich nur das wiederholt was ich geschrieben habe.

Insane
Insane
4 Monate zuvor

Eigentlich habe ich das nicht# da du einer gewissen Form von deutsch ein Ablaufdatum aufgeklebt hast. In deiner Beschreibung gibt es ein Start und ein Ende.

Schlachtenhorn
Schlachtenhorn
4 Monate zuvor

Du hast sehr wohl wiederholt was ich aussagte, wir beiden sagen nichts anderes aus als das „Deutsch“ nicht korrigiert werden kann, da es das in der Form nicht gibt.
Ich habe zudem nie einen Startpunkt von Deutsch Impliziert.
Vergleich doch mal den Unterschied zwischen dem sogenannten „Altdeutsch“ und dem „Hochdeutsch“, ist doch beides Deutsch oder nicht?
Jeder versuch „richtiges Deutsch“ durchzusetzen ist von vornherein zum scheitern verurteilt weil es kein „richtiges Deutsch“ gibt, Gründe gab ich oben an.
Deswegen schrieb ich auch das man das was ich schreibe mit einen Augenzwinkern betrachten soll.
Und zum Thema Ende:
Früher hat man Deutsch auch nicht Deutsch genannt, in ein paar Jahrhunderten wird man es auch nicht mehr so nennen, oder höchstens in Geschichtsbücher.
Und wo ist das Problem das ich Deutsch auf den absteigenden Ast interpretiere?
Ich gab oben an das die Sprache sich verschiebt und vermischt (was du auch dann wiederholt hast.).
Und zur Erinnerung:
Latein existiert nur noch als Kunstsprache, war früher auch meistgesprochen in Europa.

Du kannst einfach mal aufhören Sachen zu Interpretieren die dort nicht stehen.

Insane
Insane
4 Monate zuvor

Die Aussage das gibt es nicht mehr impliziert, dass es das mal gegeben hat und ist daher eine völlig andere Aussage als, sie hat nie aufgehört zu existieren, sie hat sich nur stetig gewandelt.

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