Berühmter LoL-Streamer verklagt Twitch – Fast 600 Tage nach Bann

Nachdem er seinen guten Ruf durch gezinkte CS:GO-Glücksspiele ruinierte und von Twitch.TV gebannt wurde, verklagt der durch League of Legends bekannte Streamer PhantomL0rd jetzt die Streaming-Plattform.

James Varga, besser bekannt als „PhantomL0rd“, geht nun gegen die Livestreaming-Webseite „Twitch.TV“ vor, auf der er einst viel Geld verdient hat. Nachdem bekannt wurde, dass der Streamer eine CS:GO-Glücksspiel-Webseite beworben und seine Partnerschaft zu dieser Seite verschwiegen hatte, wurde sein Twitch.TV-Kanal 2016 gebannt.

Jetzt, knapp 600 Tage nach diesem Bann, verklagt Varga Twitch.

Bekannt durch LoL und CS:GO, Absturz durch Manipulation

PhamtomL0rd war zwischen 2012 und 2016 eine große Nummer. Er hatte über eine Millionen Follower. Etwa 16.000 von ihnen waren treue Abonnenten, die monatlich Geld für seine Unterhaltung zahlten.

Viel Aufmerksamkeit bekam er zunächst für seine League of Legends-Streams. Zockte Champions wie Karthus mit damals ungewöhnlichen Zauberkombinationen (Teleport und Wiederbeleben) und machte sich einen guten Namen in der Community. Regelmäßig unterhielt er mehrere tausend Zuschauer auf Twitch.

PhantomL0rd LOL

Nach ein paar Jahren hatte Varga keine Lust mehr auf LoL und schaute sich nach anderen Games um. Zu der Zeit waren CS:GO-Streams auf Twitch beliebt.

Zuschauer sahen aber nicht nur bei Gameplay des Shooters gern zu. Sie wollten sehen, wie Streamer ihr Geld in Lootboxen stecken und schauten ihnen beim Öffnen von teilweise mehreren hundert Kisten innerhalb einer Streaming-Session zu.

In diesen Lootboxen von CS:GO gibt es Waffenskins. Manche sind langweilig und kommen häufig vor. Für andere bezahlt man auf dem digitalen Markt mehr als tausend Dollar.

Das Glücksspiel mit den CS:GO-Skins

Diesen „Skin-Boom“ bekamen viele mit und wollten ihren Vorteil daraus ziehen. Sogenannte „Gambling-Webseiten“ ließen Spieler einen oder mehrere Skins in einen „Topf“ werfen. Ein Mix aus Zufall und ausgerechneter Gewinnchance entschied dann, welcher Spieler alle in den Topf geworfenen Skins bekommt: Glücksspiel pur.

Da gingen manchmal im Wert von mehr als 10.000 Dollar über den Tisch.

PhantomL0rd Shuffle Pot

Klar, dass Spieler sich diese Streams ansahen. Zu sehen, ob Ihr Lieblings-Streamer hohe Summen beim Glücksspiel verlor oder gewann, war für viele Zuschauer unterhaltsam.

PhantomL0rd gegen Twitch.TV – Das Nachspiel nach dem Bann

Am 19. Juli 2016 wurde der Twitch-Kanal von Varga gelöscht, nachdem Meldungen behaupteten, dass Varga eine Webseite für CS:GO-Skin-Glücksspiel im Zusammenhang mit Echtgeld besäße. Varga manipulierte laut aufgetauchten Chatlogs bestimmte Wetteinsätze, damit diese zu seinem Vorteil ausgehen und er die gesetzten Skins erhält.

In seinen Streams bewarb PhantomL0rd die Webseite CSGOShuffle, ohne dabei anzugeben, dass er in einer Beziehung zu dieser Seite steht. So erweckte er bei Zuschauern den Eindruck, dass seine Gewinne auf der Seite das Ergebnis der Glücksspiel-Chancen und nicht eines manipulierten Systems waren.

Valve sorgte schließlich dafür, dass die CSGOShuffle-Webseite geschlossen werden musste.

Die negative Aufmerksamkeit rund um die CS:GO-Glücksspiele bekam auch Livestreaming-Anbieter Twitch.TV mit. Dort überarbeitete man die Nutzungsregeln und machte deutlich, dass Streamer keine Inhalte übertragen dürfen, die gegen die Nutzungsregeln betreffender Dritt-Anbieter verstoßen. Kurz vorher gab Valve bekannt, dass das Nutzen des Handelssystem von Steam auf solchen Wett-Webseiten gegen die Nutzungsregeln von Steam verstoße.

Damit machten Twitch und Valve dieser Art von CSGO-Gambling ein Ende.

Auf was beruft sich Vargas Klage?

Am San Francisco County Superior Court legte James Varga am 14. Februar 2018 Klage gegen Twitch Interactive Inc ein. In der Klage heißt es, dass Twitch dem Streamer durch den Bann im Jahr 2016 finanzielle Schäden zugefügt hat.

In der Klage erklärt Varga, dass Twitch den Vertrag mit ihm beendet hatte, ohne je eine korrekte Erklärung abzugeben, weshalb sein Kanal entfernt wurde. In der Abmachung, die Twitch und Varga in 2015 machten, hieß es wohl: Wenn Twitch den Vertrag beenden wolle, müsse Varga eine schriftliche Erklärung dazu erhalten. Das sei, laut Klage, nie passiert.

„Twitch machte nur vage und sich immer ändernde Behauptungen, auf welche Art gegen die Nutzungsregeln verstoßen wurde“, heißt es in der Klage.

Weiterhin heißt es in den Klage-Dokumenten, dass Varga angeblich die Erlaubnis hatte, genau den Inhalt zu streamen, für den er denn letztlich gebannt worden war. Teilweise bewegte Phatoml0rd sich wohl in Grauzonen. Ein Verantwortlicher von Twitch.TV schrieb Varga damals zu dem Thema: „Tu, was du für richtig hältst. Ehrlich gesagt, würde ich es aber nicht riskieren.“

Twitch-Logo

Twitch erklärte Varga, dass sein Bann auf unbestimmte Zeit wäre, erklärte aber nicht, welche Verstoß letztendlich dazu führte, sagt Varga. Erst im Januar 2017 erklärte Twitch ihm, dass er falsche Abonnenten (Bots) anhäufte, die gegen die Nutzungsbedingungen von Twitch.TV verstoßen.

Der Streamer fordert mit der Klage also eine Art Schadensersatz, den er durch seinen Bann rechtfertigt. Er sagt, die Fehldarstellung seines Charakters und die Unfähigkeit, weiterhin ein Einkommen durch Livestreaming zu verdienen (was sein Vollzeit-Job war), hätte irreparable Schäden angerichtet.

Die komplette Klage könnt Ihr auf der Webseite von Unicourt einsehen.

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Autor(in)
Quelle(n): Polygon
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