Creator sagt: Rassistische Beschimpfungen in Valorant zählen nicht, weil Videospiele nicht echt sind

Creator sagt: Rassistische Beschimpfungen in Valorant zählen nicht, weil Videospiele nicht echt sind

Daniel „Keemstar“ Keem ist mit 2,7 Millionen Followern auf Twitter eine wichtige Stimme im Gaming. Er setzt sich mit der Diskussion um den YouTuber IShowSpeed auseinander: Der wurde wegen üblen sexistischen und rassistischen Beschimpfungen aus Valorant gebannt. Für Keemstar sind solche Wutausbrüche aber nicht echt, weil auch Videospiele nicht echt sind. Das sei Trashtalk, der gehöre halt dazu.

Das ist die Situation:

  • Der E-Sport-Journalist Jake Luckey hat einen Clip aus Valorant geteilt, in dem der YouTuber IShowSpeed (19) einen Wutausbruch hatte und eine Spielerin sexistisch aufs Übelste beleidigte. Er schrie sie an, sie solle aus dem Spiel verschwinden und ihrem Mann das Geschirr spülen.
  • Riot hat den YouTuber daraufhin aus allen Spielen gebannt. Ein Vertreter von YouTube Gaming sagte, man schaue sich den Fall genauer an. Da steht das Karriere-Ende des so erfolgreichen YouTube-Stars im Raum. Der YouTuber selbst hat eingeräumt, sein Verhalten in dem Clip sei falsch. Aber er sei eben sehr jung und entwickle sich noch.
  • Um diesen Vorfall ist nun eine Kontroverse entbrannt. Der einflussreiche Content-Creator Keemstar hat sich eingeschaltet: Er hält das Vorgehen gegen IShowSpeed für rassistisch motiviert und nimmt den schwarzen Content-Creator in Schutz. Das sei doch nur Trashtalk
Nach 86 furchtbaren Sekunden bannt Valorant einen brandheißen YouTube-Star für immer

Das ist nicht echt – genauso wenig wie die Waffen in Videospielen

Das sagt Keemstar: In einem Video-Kommentar auf Twitter nimmt Keemstar den erst 19-Jährigen IShowSpeed in Schutz (via twitter):

Was ist nur mit der Welt los, in der wir grade leben? Du hast diesen E-Sport-Reporter, der Speed anschwärzt, weil er Trashtalk in einem Spiel macht. Erst Mal: Der Junge ist ein Kind! Und das, was da gesagt wird, ist einfach nicht echt. Das sind keine echten Statements. Das ist Trashtalk in einem Videospiel. Wenn die beiden sich im echten Leben gegenüberstehen würden, dann würden die solche Sachen nie zu einander sagen. […]

Dinge, die in einem Fantasie-Videospiel gesagt werden, sind einfach nicht echt. Wisst ihr, was auch nicht echt ist? Die Waffen! Die Waffen im Spiel sind keine echten Waffen.

KeemStar

Keemstar sieht hinter der Diskussion um IShowSpeed eine rassistische Motivation. Der weiße E-Sport-Journalist habe den größten schwarzen Streamer auf YouTube Gaming angegriffen, während er das Fehlverhalten von anderen weißen Influencern in der Vergangenheit runtergespielt habe.

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Keemstar unterstellt, eine „rassistisch motivierte“ Aktion.

Diskussion darum, ob man sich verändern kann oder immer gleich bleibt

Wie ist die Reaktion darauf? Der größte Streamer auf Twitch, xQc, ist selbst für seine Wutausbrüche und sexistische Äußerungen gegenüber Frauen bekannt. Auch er ist ein bekannter Trash-Talker. Er äußerte sich direkt zu Keemstar.

xQc sagt, solche sexistischen Aussagen seien „nicht im mindesten Trashtalk“. Und es sei schon sehr frech, die Rassismus-Karte zu spielen, während man Sexismus einfach übersieht.

Keemstar wolle hier nur Leute anlocken, indem er Hass gegen Frauen bedient.

Für Keemstar ist es jedoch ein gefundenes Fressen, dass ihn gerade xQc angreift. Er zeigt zahlreiche Beispiele, in denen sich xQc in der Vergangenheit daneben benommen hat: So wurde xQc 2018 wegen homophoben Äußerungen aus der Overwatch-Liga gebannt.

xQc wiederum sagt: Das sei ein tolles Beispiel. Diese alten Geschichten zeigten (via twitter):

  • manche Leute, wie xQc selbst, könnten sich in 3, 4 Jahren radikal verändern. Sie könnten besser werden
  • andere Leute, wie Keemstar, würden sich auch in 10, 15 Jahren kein bisschen verändern.
Twitch xQc.v1
xQc war früher für sexistische Äußerungen bekannt. Er sagt: An seinem Beispiel sieht man, wie echte Veränderung möglich ist.

Gibt’s auch andere Perspektiven? Ja, der bekannt MMORPG-Streamer Amsongold setzt sich mit dem Bann von IShowSpeed auseinander. Er glaubt, es sei keine Lösung, Leute einfach wegzubannen, die sich daneben benommen haben, nur um zu zeigen, dass Fehlverhalten Konsequenzen hat. Das helfe keinem.

Besser sei es doch, wenn Leute ihre Fehler selbst einräumen, Veränderung versprechen und das dann wirklich durchziehen. Die Leute sollten sich auch klarmachen, was sie selbst für Mist gebaut hätten, als sie 17 oder 19 waren – je nachdem, auf welches Alter man IShowSpeed schätzt.

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Keemstar, vom Trash-Talker zum Drama-Spezialisten

Wer ist Keemstar und welche Rolle spielt er? Zu Bekanntheit kam Keemstar schon 2009, als er in einem YouTube-Video furchtbaren Trashtalk demonstrierte und sich einen Ruf als „Trashtalker“ zulegte.

Der 40-jährige Keemstar ist heute ein Podcaster, Streamer und YouTuber. Er ist bekannt dafür, kontroverse Themen aufzugreifen, die konträre Position einzunehmen und viel Aufmerksamkeit zu generieren.

Mit seiner Show „DramaAlert“ ist er gleichzeitig in einer journalistischen Rolle tätig: Er „kommentiert Drama“, gleichzeitig heizt er als Influencer mit harten Kommentaren genau diese Themen an, über die er selbst berichtet. Er hat dadurch eine sehr kontroverse Funktion in der Influencer-Szene.

Weil die meisten Influencer in ihren 20ern sind, er selbst aber schon 40, muss sich Keemstar auch ständig von jüngeren Leuten anhören, dass er „alt und irrelevant“ wird und sich lieber seinem Alter angemessen benehmen sollte.

Keemstar ist zu der Figur auf Twitter geworden, die andere anschreiben, wenn sie in irgendeiner Form einen „Bösewicht“ dabei erwischen, wie er Böses tut. Sie hoffen, dass Keemstar den dann an seinen Internet-Pranger stellt.

KeemSsar war unter anderem in eine hässliche Kampagne gegen die Twitch-Streamerin Pokimane verwickelt.

Große Twitch-Streamerin bekommt viel Hass ab, legt jetzt erstmal eine Pause ein

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Koronus

Ich habe darüber nachgedacht und meine Meinung ist, dass es gerechtfertigt ist. Verdammt und Scheiße und Dreck und Verfickt kann ich noch verstehen, aber das war schon persönlicher Angriff. Die Grenze ist überschritten wenn man nicht über die Situation an sich Flucht sondern die Gegner oder Mitspieler persönlich angreift.

h4t3

Vor 20Jahren normal CSS 1.6 und COD flamewars während und nach Match, bei COD meist schon in der lobby trashtalk und Rassimus vom feinstem/gröbstem^^

MtastiXN

Als ‚Flamen‘ noch ein Begriff war. Das wären noch richtige Verhältnisse! Pepperidgefarmremembers.jpg

Xyyr

Trash-Talk machen wir alle, aber da ist man eigentlich generell in einer normalen Verfassung und nicht so Wutentbrannt wie Speed, dort hat man ja seinen absoluten Hass gesehen.
Auch wenn er Jung ist, wird er daraus lernen (muessen) und ggf. das naechste mal nachdenken.
Auch wenn er vorher beleidigt wurde oder einen schlechten Tag hatte, darf man einfach nicht SO ausrasten wie er.
Und zu Keemstar kann man sowieso nur sagen, dass er sowas schon immer macht, um wieder Aufmerksamkeit zu bekommen, gibt genug Trolle, die darauf anspringen.

T.M.P.

Zu sagen „Beleidigungen zählen in Spielen nicht“ ist völlig bekloppt.
Man interagiert mit Menschen, das ist doch was zählt.
Und man merkt für gewöhnlich sehr schnell ob jemand nur n bissl rumalbert oder einfach ein asozialer Idiot ist, der keinerlei Respekt vor seinen Mitmenschen hat.
Mal ganz abgesehen davon das IShowSpeed nicht innerhalb des Spiels gepöbelt hat, das ging direkt gegen seine Zuschauer.

Ab wann ist man denn erwachsen und muss für seine Handlungen geradestehen?
Vielleicht sollten Dinge wie Autofahren, Sex oder jeder Beruf mit Verantwortung erst ab 30 erlaubt sein, wenn man mit 19 noch ein Kind ist -_-

Aber gut, Keemstar kann man ja eh nicht ernst nehmen wenn er dafür bekannt ist auf diese Weise Aufmerksamkeit zu suchen.

Threepwood

Genau mein Humor. Was für ein unterwältigender Holzkopf da oben im Artikel.
Wie echt dieser ganze Umgang im Netz als Teil der aktuellen Sozialisation ist, sieht man leider wunderbar an den Generationen, die mit dieser Normalität der Grenzverschiebung aufwachsen. Sexismus, Mobbing, Rassismus etc. kann sich im Netz, auch im Gaming, entgegen unseres eigentlichen Potentials in der Entwicklung noch so groß halten, weil keine direkte Grenze spürbar (im wahrsten Sinne des Wortes) ist. Das verändert soziales Lernen und die Entwicklung. Nicht immer nur negativ, in diesem Beispiel „Umgang“ aber sehr deutlich negativ.
Öffentliche Reichweite und Geld verdienen bringt eben auch Verantwortung mit sich. Ob die das sehen wollen oder nicht, sie sind leider oft die modernen Vorbilder der Kids. Ob dort überhaupt Kids unkontrolliert Influencer werden sollten darf man sich auch fragen – schöne Grüße vom Kinder-/ Jugendschutz.

Im RL reißt natürlich nicht jeder die Klappe so auf, weil es u.U. direkte Reaktionen zur Folge hätte. Die Angst vor den Folgen wiegt dabei aber oft mehr, als sich aus einer Empathie und Respekt heraus angemessen zu verhalten. Diese Wertebildung entsteht aber aus (Grenz)Erfahrungen und Vorbildern. Beides ist digital entweder kaum bis gar nicht vorhanden, oder nicht greifbar. Oder auch gern im extremen Gegenteil zu finden – siehe Twitter.

Immerhin bekommt der Spacken im Artikel direkt auch seine paar Minuten Ruhm von Ewiggestrigen und denen, die es noch werden wollen. 😄

kraeuschen

Also der Erste, der hier Rassismus ins Spiel bringt ist xQc. Keemstars Tweet ist schon clever formuliert…

Xyyr

Speed spricht dies selber in seinem Statement an, das kam nicht von xQc

ShadowStrike1387

Interessant ist auch, dass hier wieder einmal das Szenario entsteht, dass ein Typ in einem Spiel einer Frau gegenüber ausfallend wird und Trash von sich gibt per Voice Chat.

Dass das nicht in Ordnung ist und logischerweise Konsequenzen nach sich ziehen MUSS, darüber brauchen wir uns nicht zu unterhalten. Das ist vollkommen richtig so und der Typ hat es meiner Meinung nach einfach nicht anders verdient.

Asmongold und Keemstar haben aber auch irgendwo Recht, dass man den Jungen nicht direkt hätte bannen, sondern ihm noch eine gewisse Chance hatte lassen sollen – seinem Alter entsprechend eben.

Eine Frage stellt sich mir bei diesem Thema aber doch… und das klingt jetzt etwas hart, aber: Hätte es genauso große Wellen geschlagen, wenn es umgekehrt gewesen wäre, oder wäre das untergegangen?🤔

ImInHornyJail

Die Leute, die ihm zuschauen sehen sein Verhalten und besonders leicht zu beinflussende Menschen nehmen dann sein Verhalten an und glauben es sei normal. Natürlich würden die sich nicht so ankeifen, wenn sie sich wirklich gegenüber stehen. Es ist halt das Internet.
Aber wenn er sich entschuldigt und seine Fehler eingesteht, dann finde ich sollte der Bann aufgehoben werden bzw. nicht direkt permabannen sondern erstmal eine Woche.

Keemster und asmongold haben beide irgendwo recht.

Hätte er nicht gestresmt, wäre der Fall nicht so groß. Aber wir sind im Internet und wir alle wissen was dort möglich ist.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von ImInHornyJail
Igrain

Wenn man in der Öffentlichkeit steht hat man eine gewisse Verantwortung. Politiker reden nicht umsonst um den heißen Brei herum und geben ganz selten klare Aussagen.

mit 19 Jahren hat man vielleicht nicht viel Lebenserfahrung, trotzdem kann man nicht einfach Hass und Müll verbreiten ohne die Konsequenzen daraus zu ziehen.

Wenn dein Geld von einen Konzern abhängt der Regeln vorgibt, musst du dich daran halten

So ein Verhalten muss mit voller Härte bestraft werden, sonst kann sich jeder Entschuldungen und weiter machen.

Genug Geld bekommt er auch, sowas kann er auch ohne Probleme annehmen und ausgeben.

ImInHornyJail

So ein Verhalten muss mit voller Härte bestraft werden, sonst kann sich jeder Entschuldungen und weiter machen

Ja dann kann er weiter machen hnd beim nächsten Verstoß wird die mindestlänge des bans erhöht. Von 1 Woche zu 1 Monat.

Das Problem momentan ist, dass es nicht viele bis garkeine Alternativen zu twitch gibt. Wenn ich in einem Konzern mist baue und gefeuert werde, gibt es zu 90% etliche Alternativen wo ich mich dann bewerben kann. Aber das ist eine andere Baustelle mit den Alternativen.

Igrain

Da hast du natürlich Recht, aber wenn es nur einen Konzern gibt dann muss ich mich umso mehr um an die Regeln halten.

Immerhin kann man mit fast 0 Ausbildung einen PC, Mikrofon und Webcam nebenbei Geld und verdienen und mit Glück sehr viel Geld.

Ich glaube das ist der natürliche Auflösungsprozess 😉

Dann wird wohl ein anderer kommen der es besser machen wird.

Vielleicht kommt er ja wieder retour nach ein paar Wochen oder Monaten.

ImInHornyJail

dann muss ich mich umso mehr um an die Regeln halten.

Ja aber wir kennen twitch. Bei ihm wird es ein permaban und wenn irgendeine asmr Mikrofon schlabber Tante oder Planschbecken im Wohnzimmer fee mit einer gescheiten Anzahl an followern gegen die Regeln verstößt und es zum permaban kommt, ist sie in 2 Wochen wieder da.

Von daher sind die Regeln ein Haufen Müll…

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von ImInHornyJail
Igrain

Ja mal schauen, Ich empfinde die Strafe als gerecht. Nach 2 Jahren Pandemie und 1000 von unnötigen Diskussionen um Corona und Politik bin ich schon so dermaßen getriggert wenn ich nur solche Dinge lese.

Ich brauche solche Personen in der Öffentlichkeit nicht die immer wieder Hass verbreiten.

Es stimmt natürlich das ich diese Person meiden kann aber wie man sieht bekommt man ja heutzutage alles sofort mit.

Huehuehue

Ja aber wir kennen twitch.

Bloß hat ihn nicht Twitch, wo er noch nicht einmal streamt, denn er streamt auf Youtube, gebannt sondern Riot.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
ImInHornyJail

Ok dann habe ich die Artikel falsch gelesen.
Ändert aber nichts an der Aussage über twitch😀

Huehuehue

Ganz ganz viel UFF

Aber gut, wenn dein Content nur daraus besteht, Aufruhr zu verursachen und immer und überall den advocatus diaboli zu spielen

Nur mal so…im Fußball und fast jeder anderen Sportart wirst du für Trashtalk halt auch gesperrt, wenn du dabei erwischt wirst. Aber im Gaming soll das anders sein, weil das ist „nicht echt“?

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Huehuehue
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