EA denkt über neuen Namen für FIFA nach – der alte wird verdammt teuer

EA Sports hat bestätigt, dass man über die Umbenennung der FIFA-Reihe nachdenkt. Nun wissen wir wohl auch, was die FIFA für eine Weiterführung der Spiele unter dem alten Namen verlangt und der Deal klingt teuer.

Was ist da los? Seit kurzem gibt es immer zahlreichere Meldungen darüber, dass es zwischen EA und der FIFA ein wenig kriselt. So läuft der 10-Jahres-Vertrag zwischen den beiden Parteien nächstes Jahr aus, eine Verlängerung wird wohl diskutiert.

Dabei gab EA sogar offen bekannt, dass man auch über eine Umbenennung der FIFA-Reihe nachdenkt. So schrieb Cam Weber, Chef bei EA Sports Anfang der Woche in einem Brief: “Mit Blick auf die Zukunft prüfen wir auch die Idee, unsere globalen EA Sports-Fußballspiele umzubenennen.”

Das wäre das Ende einer Tradition, die schon seit 1993 mit FIFA International Soccer Bestand hat. Seit dem hatte jedes Fußballspiel aus dem Hause Electronic Arts den FIFA-Namen im Titel.

Das könnte sich mit dem nächsten Ableger ändern und nun wissen wir auch, welche Faktoren in der Diskussion problematisch sind. Wie die New York Times berichtet, will die FIFA sich einen neuen Vertrag saftig entlohnen lassen und will zusätzliche Mitspracherechte.

1 Milliarde Dollar für den FIFA-Namen und zusätzliche Einschränkungen

Das steckt dahinter: Offenbar verlangt die FIFA nun den doppelten Betrag, rund eine Milliarde US-Dollar für 4 Jahre, in denen EA den Namen und die FIFA-Lizenzen nutzen kann. Das wäre rund doppelt so viel, wie der alte Vertrag, der bei 500 Mio. US-Dollar für 4 Jahre lag. Die grundlegenden Meinungsverschiedenheiten zwischen EA und der FIFA liegen aber nicht nur beim Preis.

  • Die FIFA will offenbar die Möglichkeiten des Geldverdienens innerhalb der Spiele stark einschränken und Exklusivrechte für sich behalten.
  • EA möchte im Gegenzug eher weitere Möglichkeiten der Monetarisierung etablieren. In der NYT ist die Rede von Highlights aus aktuellen Spielen, Arena-Turnieren und digitalen Produkten wie NFTs.
  • Angeblich prüfte die FIFA auch die Möglichkeit, ihre Lizenzen an Publisher wie Epic Games zu verkaufen, die keinen direkten Bezug zum Fußball haben.

Warum denkt EA über eine Änderung nach? Es geht nicht nur um den hohen Betrag, den ein neuer Vertrag kosten würde, sondern auch um Ingame-Monetarisierung, deren Einschränkung EA weitere Verluste bringen könnte. Die Gründe liegen aber nicht nur im Finanziellen.

Live-Service in Form von Packs und anderer Monetarisierung bringt EA jedes Jahr aufs Neue etliche Milliarden an Einnahmen. So waren es beispielsweise zwischen April 2020 und März 2021 rund 4,6 Milliarden US-Dollar. 1,2 Milliarden davon kamen alleine durch FIFA Ultimate Team zustande.

Wird FIFA also bald anders heißen? Die Möglichkeit besteht zumindest. So wurde “EA Sports FC” bereits als Marke eintragen lassen. Laut IGN steht eine Entscheidung Ende dieses Jahres bevor und EA wird wahrscheinlich keine Einschränkungen seiner wichtigsten Einnahmequellen hinnehmen.

Zudem dürfte es bei EA nicht gut angekommen sein, dass die FIFA nach anderen Partnern Ausschau hält, während beide Firmen eigentlich seit Jahren zusammenarbeiten und der Publisher Hunderte Millionen Dollar investiert hatte. Das meint auch der ehemalige EA-Mitarbeiter Peter Moore, der lange eine wichtige Rolle bei EA spielte:

“Ich werde sagen: ‘Moment mal: Wir haben buchstäblich Hunderte von Millionen Dollar ausgegeben, um dies aufzubauen, und Sie sagen mir, dass Epic Games kommen und eine Lizenz für den Namen bekommen kann, den wir aufgebaut haben und den wir in den Vordergrund gestellt haben und der zum Synonym für Spiele geworden ist? […] Dann, ja, dann verhandle ich und kämpfe dagegen. ” (via New York Times)

Was passiert, wenn es keinen Deal gibt? In erster Linie würde für beide Firmen ein riesiger Marketing-Deal und eine traditionsreiche Partnerschaft zu Ende gehen. Gerade bei Werbung würde sich somit einiges ändern.

Für die Spieler sollte sich nicht allzu viel ändern. Selbst ohne die FIFA-Lizenz hätte EA mit der UEFA Champions League, der Bundesliga oder der FIFPro, der weltgrößten Spielervetretung noch genügend Lizenzen in der Hinterhand. Diese Partnerschaft mit tausenden Spielernamen wurde erst kürzlich verlängert.

Es werden also nicht plötzlich seltsame Fußballer-Namen im nächsten Spiel von EA Sports auftauchen. Was sich aber sonst noch ändert, ist aktuell schwer abzusehen. Es bleibt abzuwarten, ob sich beide Partien am Ende nicht doch einigen können.

Was haltet ihr von dem Thema? Glaubt ihr, dass sich beide Parteien noch einig werden? Oder kümmert euch das Thema nicht?

Quelle(n): New York Times, ign.com, gamerant.com
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quick.n.dirty

Da hat EA ihren Meister getroffen. Eine Firma, die noch gieriger ist als sie selbst!

Sleeping-Ex

Was haltet ihr von dem Thema? Glaubt ihr, dass sich beide Parteien noch einig werden? Oder kümmert euch das Thema nicht?”

Es kümmert mich insofern nicht, weil ich beide Unternehmungen für das mit das Schlimmste halte was der Markt hervorgebracht hat.

Das eine Partei weniger zahlen möchte, während die andere Partei mehr Geld verlangt ist stinknormales Geschäftsgebaren. Je größer das Unternehmen ist, umso weniger interessieren noch irgendwelche langjährigen Geschäftsbeziehungen.

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