Deshalb fühlte sich Destiny 2 den ganzen September über so gut an

Bei Destiny 2 hat Bungie einmal mehr gezeigt, wie man die Launch-Phase künstlich in die Länge zieht. Mit cleveren Time-Gates und Item-Geiz macht man aus der „Launch-Woche“ einen „Launch-Monat“, aber auch die Phase ist bald vorbei, sagt unser Autor Schuhmann.

So macht man es nicht: Bei Destiny 2 im September 2017 konnte man eine „klassische Launch-Phase“ beobachten. Das Spiel kam raus, die Leute stürzten sich auf die Kampagne, rasten auf das Maximal-Level zu und hatten eine Menge Spaß dabei, Neues zu entdecken und immer mächtiger zu werden.

Aber bereits nach einigen Tagen war die Kampagne erledigt, die Spieler hatten alle Ausrüstung, die sie wollten, und das Gefühl: „Hier tut sich nichts mehr.“

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Die anfängliche Euphorie wich einer kühlen Ernüchterung: Destiny 2 hat uns nach dem anfänglichen Rausch des Neuen nichts mehr zu bieten.

Die Erfahrung war zwar für „Gelegenheits-Spieler“ okay, allerdings enttäuschte man so die Veteranen aus Destiny 1. Die hatten fest geplant, ihre Zelte in Destiny 2 aufzuschlagen und sich über Monate mit dem Spiel zu beschäftigen. Das war nicht möglich.

Destiny 2 wurde schnell schal.

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Launch-Phase bei Forsaken wurde zum Launch-Monat

So verlängert man seine Launch-Phase: Bei Forsaken kann man wunderbar beobachten, wie eine Launch-Phase zu einem Launch-Monat wird.

Bungie behielt einige Asse im Ärmel und spielt sie in aller Ruhe über einen Monat aus. Während klassische Spiele alles von Tag 1 auf den Tisch packen, gibt es bei Destiny 2 einen Launch-Plan, den sich Bungie vorher zurecht gelegt hat.

Time-Gated-Content hält Destiny 2 den September über frisch

Das ist der Schlüssel: Das Grundelement für diese „längere Launch-Phase“ ist es, auf „Time-Gated-Content“ zu setzen. Das sind Inhalte, die Spieler in der ersten Woche noch gar nicht erreichen können, sondern die erst mit Ablauf von einigen Wochen freigeschaltet werden.

Bei Destiny 2 war der Schlüssel hier die „Träumende Stadt.“

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Durch die verzögerte Öffnung des Raids „Letzter Wunsch“ und den Tod des Endbosses dort setzte ein Fluch ein, der die Träumende Stadt in den nächsten Wochen veränderte.

Ein „Drei-Wochen-Zyklus“, der Abwechslung in die Spielwelt bringt, wurde in Gang gesetzt.

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Gestern Abend hat sich verflucht viel in Destiny 2 geändert

Durch diesen Fluch wurden neue exotische Quests frei, die Zugang auf das „Dienstvergehen“ oder den „Wunschender“ brachten.

Spieler wussten bereits, dass diese Items im Spiel waren, konnten sie aber erst drei Wochen nach dem Launch wirklich finden.

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Es hilft, mit Loot und Leveln zu geizen

Content strecken hilft: Dazu kommt, dass Destiny 2 mit Forsaken viel härter geworden ist. Es dauert lange, um die Maximal-Stufe zu erreichen.

In der Zeit des Levelns haben Spieler immer das Gefühl, noch etwas erreichen zu können und zu müssen. Es gibt so viele Aktivitäten, so viel zu tun.

Die Random-Rolls sollen mit Forsaken zudem sicherstellen, dass Spieler auch dann noch Ziele haben, wenn die 600 erreicht sind. Die Optimierung eines Charakters um wenige Bruchteile eines Prozents reicht Spielern aus, um ihnen Ziele zu geben.

Durch Forsaken ist es wieder interessant, mit bestimmten Item-Kombinationen zu experimentieren, um neue Facetten im Gameplay für sich zu entdecken.

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Kaum Exotics: Dazu passt auch, dass es schwierig ist, sich zu optimieren. Die künstliche Verknappung von „Meisterwerk-Kernen“ und den neuen exotischen Waffen sorgt dafür, dass Spieler langfristig Ziele haben.

Und wenn der „Frust“ zu groß ist, dann kann Bungie ja immer noch nachgeben und die Schleusen öffnen.

Eine Community in Euphorie

Diese Vorteile hat diese Strategie: Destiny 2 wirkte den ganzen September so, als wäre es „grade erst erschienen“. Die Spieler hatten jedes Mal, wenn sie einloggten, etwas Neues zu tun und Aufgaben.

Durch den „Time-Gated Content“, der sich später aufschloss, gab es zudem häufig Neuigkeiten und Überraschungen. Das sorgte auch dafür, dass Destiny 2 über den Monat in den Medien präsent war. 2018 ist das keine leichte Aufgabe, wenn „Games-as-a-service“-Titel wie Fortnite seit Monaten die Gaming-Seiten dominieren.

Spieler hatten bei Forsaken das Gefühl: „Das ist ja der Wahnsinn“, hier kann alles passieren. Gerade als dann noch Wünsche erfüllt wurden.

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Vorbild „WoW“: Bei diesen Tricks orientiert sich Bungie klar an Spielen wie World of Warcraft und deren Entwickler Blizzard. Die sind ebenfalls bekannt für solchen „Time Gated Content“, der nach einer Weile kommt.

WoW ist auch berüchtigt dafür, zum Start einer Erweiterung mit Items zu geizen und Raids eher schwer zu gestalten.

 

Mit der Zeit wird dann alles deutlich leichter und es gibt durch „Aufhol-Mechanismen“ leichter Loot für Spieler, die weniger Zeit investieren möchten oder können.

Destiny 2 wird in den nächsten Monaten leichter: Bungie scheint bei Forsaken diese Strategie nun auch zu verfolgen: Man fängt erstmal geizig an und dreht dann langsam das Loot-Ventil auf. Während man bei Destiny 2 zum Release den Fehler machte, von Beginn an zu großzügig zu sein.

Hochphase bei Destiny 2 dürfte trotzdem nun vorbei sein

Wie lange hält das noch? Viele Geheimnisse dürfte Bungie zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr im Ärmel haben. Der Oktober wird Spieler sicher noch beschäftigen, aber die Zeit der großen „Time-Gated-Events“ dürfte erstmal vorbei sein.

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Destiny 2 muss es jetzt besser machen als 2015

Vorbild „The Taken King“: Für Bungie ist das alles nicht neu. Genau diese Tricks hatte Bungie schon bei „The Taken King“ angewendet. Auch da fühlten sich der September und Oktober an, als wäre Destiny gerade frisch erschienen.

Ab dem November war allerdings auch dieser Rausch vorbei und die ersten riefen nach neuem Content. Der kam damals allerdings nicht. Der Hochphase von „The Taken King“ folgte eine lange Content-Dürre. Bungie hatte all sein Pulver verschossen.

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Interessant wird es sein, ob Bungie diesen Schwung aus dem September diesmal mit Forsaken länger halten kann als damals mit „The Taken King.“ Der Jahrespass mit den drei neuen DLCs muss hier überzeugen.

Daneben sollte Bungie jetzt zeigen, dass man nach 4 Jahren gelernt hat, regelmäßigen Content nachzuschieben. Denn genau das stellte Bungie zwischen 2015 und 2018 vor unlösbare Probleme.

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2. Goldene Zeit von Destiny: Aber selbst wenn Bungie das nicht gelingen sollte, kann den Spielern niemand mehr das Gefühl nehmen, im September ein tolles Erlebnis gehabt zu haben.

Wenn „The Taken King“ wegen 6 guter Wochen in 2015 als „goldene Zeit von Destiny 1“ in Erinnerung geblieben ist, dann kann man jetzt schon sagen: Das ist Bungie mit Destiny 2 Forsaken erneut gelungen.

So bleibt Ihr bei Destiny 2 auf dem Laufenden: Was die nächsten Wochen zu Destiny 2 bringen, werden wir hier auf Mein MMO behandeln. Wenn Ihr keine News mehr verpassen wollt, folgt doch unserer Facebook-Seite mit 100% News zu Destiny 2.

Bis jetzt scheint es so, als hätte Forsaken all seine Versprechen gehalten:

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