Dune ist heute ein Klassiker der Science-Fiction-Literatur und hat auch erfolgreiche Filme hervorgebracht. Doch ausgerechnet ein berühmter Fantasy-Schriftsteller konnte mit dem Epos von Frank Herbert nichts anfangen.
Fragt man Genre-Fans nach den zwei wichtigsten Büchern aus den Bereichen Fantasy und Science-Fiction im 20. Jahrhundert, dürfte die Antworten in vielen Fällen „Herr der Ringe“ und „Dune“ lauten.
Während das Fantasy-Epos von J.R.R. Tolkien bereits in den Jahren 1954/55 erschien, folgte „Dune“ (im Deutschen „Der Wüstenplanet“) von Frank Herbert 1963–1965.
Kurz darauf fiel Tolkien ein Exemplar des Science-Fiction-Romans in die Hände. Ein Freund schickte es ihm, wohl um zu erfahren, was der große Fantasy-Meister darüber denkt.
Ein höflicher Hater
Was dachte Tolkien über „Dune“? Aus einem Brief an seinen Freund John Bush aus dem Jahr 1966 geht hervor, dass Tolkien den Roman von ihm erhalten hat (veröffentlicht in „Tolkien’s Library: An Annotated Checklist“, via x.com). Schon zuvor bekam er ein Exemplar von einem Schriftsteller-Kollegen zugesandt.
Im Brief fasst Tolkien sich dahingehend kurz und teilt seine klare Meinung:
Es ist für einen Autor, der noch schreibt, unmöglich, einem anderen Autor, der auf ähnlichem Gebiet tätig ist, gerecht zu werden. Zumindest empfinde ich das so. Tatsächlich mag ich ‚Dune‘ überhaupt nicht, und in diesem unglücklichen Fall ist es für einen anderen Autor das Beste und Fairste, zu schweigen und sich jeglicher Stellungnahme zu enthalten.
Tolkiens Ansicht gegenüber dem Buch von Frank Herbert ist ziemlich eindeutig, auch wenn er leider keine Details verrät die zu seiner Abneigung führten. Er war eben ein Gentleman und zu höflich, länger über seinen Schriftsteller-Kollegen herzuziehen.
Was könnte der Grund für die Abneigung sein? Ab hier begeben wir uns auf das Gebiet der Spekulation. Doch sieht man sich die beiden Hauptwerke der Autoren, „Herr der Ringe“ und „Dune“ an, so fallen schnell einige grundlegende Unterschiede auf.
Tolkien unterteilt seine Welt recht klar in Gut und Böse. Letzteres muss natürlich bekämpft werden, und zwar von Helden, die höchstens von einer enormen Macht wie dem Einen Ring zum Bösen verführt werden können.
In „Dune“ präsentiert Herbert hingegen eine deutlich ambivalentere Welt. Es gibt keine klassische Einteilung in Gut und Böse. Politik, Wirtschaft und vor allem Religion werden genutzt, um Macht zu erlangen. Dabei fällt es schwer, Paul Atreides als klassischen Helden zu bezeichnen, der als Messias beispielsweise den Fanatismus der Fremen ausnutzt, um Rache zu üben.
Vielleicht war es also der zynischere Ton in der Geschichte, der Tolkien missfallen hat. Die Wahrheit werden wir vermutlich nie erfahren, außer es taucht noch irgendwann ein Schreiben des Autors auf, der seine Meinung weiter ausführt. Was könnten eurer Meinung nach Gründe für Tolkiens Abneigung sein? Schreibt es uns gerne in die Kommentare. Eine Verfilmung von Dune, die es leider nie ins Kino schaffte, wäre besonders kurios geworden: Der verrückteste Dune-Film wurde nie gedreht, trotzdem hat er viele andere SciFi-Filme wie Alien beeinflusst
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Objektiv gesehen sind beide Werke keine literarischen Überflieger was Sprache und Erzählstil angeht, beide schaffen aber “realistische” und immersive Welten die Millionen Menschen dazu verleitet haben alles was zu diesem fiktiven Universum gehört zu konsumieren und selbst eigene Geschichten zu spinnen und bis heute fesselt, von daher haben beide Autoren Meisterwerke geschaffen. Ich finde den Kommentar von Tolkien etwas heuchlerisch, auf der einen Seite sagt er Autoren sollten sich nicht über andere zeitgenössische Autoren äußern, wertet das Werk des anderen Autors aber im gleichen Atemzug.