Der Generation Z wird gerne vorgeworfen, faul zu sein. Doch ein rund 60 Jahre altes Schwarz-Weiß-Video zeigt: Solche Lebenseinstellungen gab es schon lange vor Gen Z. Damals bezeichneten sich einige junge Menschen sogar stolz als „Gammler“.
Bei dem Titelbild handelt es sich um ein Symbolbild.
Was waren die „Gammler“? Die Gammler waren eine Jugendkultur, die in den 1960er-Jahren in mehreren europäischen Ländern auftauchte. Bei uns waren sie vor allem in den Großstädten in Westdeutschland aktiv.
Eine alte Schwarz-Weiß-Aufnahme des SWR zeigt, wie eine junge Frau über das Arbeiten dachte:
Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich irgendwie tot bin, innerlich. Ich habe überhaupt nicht gelebt. Und dann bin ich dann zum Gammeln gekommen.
Quelle: SWR/TikTok
Die sogenannten Gammler trugen oft lange Haare, ausgefallene, weite Kleidung und trafen sich auf öffentlichen Plätzen. Sie stellten das damalige Ideal von Fleiß, Arbeit und wachsendem Wohlstand infrage.
Der damalige deutsche Bundeskanzler mochte die „Gammler“ überhaupt nicht
Tickt Gen Z genauso? Die Diskussion rund um die Gammler erinnert zumindest in Teilen stark an die Gegenwart. Auch der Generation Z (ca. Jahrgang 1995 bis 2010) wird regelmäßig vorgeworfen, Freizeit sowie eine gute Work-Life-Balance wichtiger zu finden, als die eigene Karriere.
Aber: Ein paar Tausend Gammler aus den 1960er-Jahren lassen sich natürlich kaum mit einer ganzen heutigen Generation vergleichen. Eine große Bewegung waren die Gammler nämlich nicht. Die Bundeszentrale für politische Bildung geht von etwa 5.000 bis 7.000 Gammlern in Deutschland aus.
Dennoch gibt es erstaunliche Parallelen.
Wie reagierten die älteren Generationen darauf? Bei Teilen der älteren Generation kamen die Gammler gar nicht gut an. Selbst ihre langen Haare wurden von manchen als Provokation wahrgenommen.
Auch der damalige deutsche Bundeskanzler Ludwig Erhard äußerte sich abwertend über die Gammler. Er kündigte an: „Solange ich regiere, werde ich alles tun, um dieses Unwesen zu zerstören.“ Quelle: bpb
Das alte Video vom SWR zeigt aber dennoch schön auf, dass junge Menschen, die keine Lust auf den klassischen Lebensstil haben, keine Erfindung der Gen Z sind. Die klischeehafte „faule Jugend“ gab es schon lange vor TikTok, Snapchat und Instagram.
Wie seht ihr das? Wiederholen sich solche Vorwürfe gegenüber jungen Menschen einfach von Generation zu Generation? Oder ist tatsächlich etwas Wahres daran? Schreibt uns eure Meinung dazu in die Kommentare!
Das Klischee der „faulen Jugend“ hält sich also hartnäckig. Dabei zeigt eine aktuelle Studie, dass Gen Z durchaus Karriere machen und auch Führungspositionen übernehmen möchte. Nur eben etwas anders, als es damals Boomer oder Gen X getan hat. Was genau die Gen Z anders macht, erfahrt ihr hier auf MeinMMO: Gen Z ist scharf auf Führungsaufgaben, aber nicht, wie es ihnen die Boomer und Gen X vorgelebt haben.
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