Junge Menschen lehnen Beförderungen ab. Denn das Privatleben ist vielen wichtiger geworden als beruflicher Erfolg. Ein Experte erklärt, dass das zu einem neuen Problem führen werde. Denn menschliche Qualifikationen in Führungspositionen könne selbst KI nicht ausgleichen.
Beförderungen galten lange als Zeichen für beruflichen Erfolg und als erstrebenswertes Ziel: Mehr Verantwortung übernehmen bedeutet schließlich auch mehr Geld in der Tasche zu haben.
Doch vielen jungen Menschen geht es nicht mehr nur um den reinen beruflichen Erfolg. Viele lehnen mittlerweile Beförderungen ab, weil sie befürchten, dass dies nicht mehr mit dem Privatleben vereinbar sei. Schon länger geht es der Generation Z nicht mehr nur ums Geld, wenn sie einen Job wählen.
Eine gute Work-Life-Balance ist wichtiger als ein großes Gehalt
Warum lehnen junge Menschen Beförderungen ab? Eine bessere Position bedeutet in der Regel mehr Verantwortung und dadurch auch längere Arbeitszeiten.
Für die Generation Z geht aber nicht mehr nur um rein beruflichen Erfolg, sondern viel mehr um Vereinbarkeit zwischen Beruf und Privatleben. Viele lehnen daher mehr Verantwortung und längere Arbeitszeiten ab und lehnen dann auch die entsprechende Beförderung ab. So erklärte Tomasz Szklarski, CEO von Enpulse und Experte für Mitarbeiterengagement, gegenüber Euronews:
Die Generation Z hat sorgfältig abgewogen, was Work-Life-Balance bedeutet und welche Opfer erforderlich sind, um Chef zu werden. Junge Menschen erkennen ganz klar die Belastung, die mit einer Führungsposition einhergeht.
Eine Führungskraft ist sowohl gegenüber seinen Vorgesetzten rechenschaftspflichtig als auch für immer größere Teams verantwortlich, die ständige Unterstützung benötigen.
Und wie groß das Problem ist, zeigt sich laut Szklarski deutlich in den Zahlen: Laut globaler Umfragen, die der Experte zitiert, wollen nur noch 6 % der Generation Z Führungspositionen übernehmen und Chefs werden.
Warum ist das ein Problem? Führungskräfte spielen in vielen Firmen eine wichtige Rolle, etwas wenn es um Koordination von Aufgaben und um Organisation geht. Vor allem mit Blick auf den demografischen Wandel in Europa, stellt die fehlende Bereitschaft, eine Führungsposition zu übernehmen, ein Problem dar. Szklarski meint dazu:
Es wird immer weniger Menschen geben, die arbeiten, insbesondere in Europa. Wenn wir keine neue Generation von Führungskräften ausbilden und die Menschen nicht darauf vorbereiten, Verantwortung für Teams zu übernehmen, werden wir bei der Aufrechterhaltung der organisatorischen Effizienz vor wachsenden Herausforderungen stehen.
Experten wie Szklarski glauben obendrein nicht, dass künstliche Intelligenz das ausgleichen könne, denn KI fehlen wichtige menschliche Fähigkeiten wie Empathie. Hinzu komme, dass unklar ist, ob Arbeitnehmer langfristig auch Aufgaben und Befehle von KI akzeptieren würden.
Junge Menschen stehen oft im Verdacht, sich schlecht am Arbeitsplatz zu verhalten. Dabei sind nicht die Gen Z oder Millennials das Problem, sondern die Arbeitskultur, die von der Chef-Etage vorgelebt wird. Denn wird toxisches Verhalten vom Chef belohnt, wird das Verhalten von Arbeitnehmern übernommen: Viele halten die Generation Z und Millennials für miese Kollegen, aber das Problem sitzt in der Chef-Etage
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