Gen Z ist scharf auf Führungsaufgaben, aber nicht, wie es ihnen die Boomer und Gen X vorgelebt haben

Gen Z Symbolbild

Die Deloitte Studie 2026 befasst sich seit mittlerweile 15 Ausgaben mit dem Arbeits-, Karriere- und Lebensverständnis jüngerer Generationen. Die Gen Z und Millennials setzen ganz andere Prioritäten als ihre Eltern und Großeltern.

Das Aufmacherbild ist ein Symbolbild.

Was verrät die Deloitte Studie 2026? Die Gen Z und auch die Millennials peilen für ihre Karriere hohe Führungspositionen an. Sie wollen dieses Ziel aber nicht so schnell wie möglich und unter spürbaren persönlichen Opfern erreichen.

Fast die Hälfte der über 22.500 Befragten gibt an, einen langsamen, aber dafür stetigen Fortschritt in der Karriere zu bevorzugen, wenn sich dadurch bestimmte Faktoren vermeiden beziehungsweise erhalten lassen. Das war laut der Studie bei den vorherigen Generationen der Gen X und Boomer noch anders.

Für die Gen Z und Millennials gibt es dabei 3 Gründe, wegen denen sie auf eine Führungsrolle bewusst verzichten würden:

  • zu hoher Stress-Faktor / Gefahr von Burnout
  • zu viel Verantwortung
  • eine negative Verschiebung der Work-Life-Balance

Dagegen stehen 3 Faktoren, die eine Führungsrolle attraktiver machen würden:

  • eine höhere Kompensation durch das Gehalt
  • flexible Arbeitsstruktur
  • ein nachvollziehbarer Weg hin zu einer Führungsrolle innerhalb des eigenen Unternehmens

Die genauen Zahlen zu allen Punkten findet ihr übrigens in der Umfrageauswertung auf deloitte.com.

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Die Gen Z muss in allen Bereichen des Lebens Einsparungen vornehmen, aber eine Branche trifft es härter als alle anderen

Die größte Sorge: Alles wird immer teurer

Was verrät die Studie noch? Hier einige weitere Erkenntnisse aus der Deloitte Studie 2026:

  • Zum fünften Mal in Folge stehen die finanziellen Lebenshaltungskosten an der Spitze der Sorgen beider Generationen.
  • Rund 55 % der Gen Z geben an, wichtige Lebensschritte – wie Familiengründung, Weiterbildungen oder der Erwerb von Wohneigentum – aufgrund finanziellen Drucke verschoben zu haben.
  • Mehr als die Hälfte der Gen Z gibt an, sich kein eigenes Haus leisten zu können. Ein Drittel kämpft damit, die monatlichen Kosten zu stemmen.
  • Für 69 % der Gen Z weltweit wirken sich die Bezahlbarkeit und Erreichbarkeit von Wohnraum direkt darauf aus, für welche Stellenangebote und Standorte sie sich entscheiden.
  • Über 95 % der Gen Z messen sinnstiftender Arbeit eine hohe bis sehr hohe Bedeutung bei. Auch Faktoren wie Teamwork, Empathie und kritisches Hinterfragen sind vielen Befragten wichtig.
  • Rund die Hälfte hat bereits Jobangebote abgelehnt oder potenzielle Arbeitgeber ausgeschlossen, wenn deren Unternehmenswerte oder Geschäftspraktiken nicht mit ihren persönlichen ethischen Überzeugungen übereinstimmten.

Was muss ich zur Studie wissen? Die Deloitte Global Gen Z and Millennial Survey 2026 beleuchtet unter dem Motto der nachhaltigen Karriereplanung das Arbeits-, Karriere- und Lebensverständnis der jüngeren Generationen im Kontext anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten.

Befragt wurden weltweit über 22.500 Menschen (darunter Generation Z, geb. 1995–2007, und Millennials, geb. 1983–1994) in 44 Ländern. In Deutschland umfasst die Auswertung eine Stichprobe von rund 800 Befragten. Der Erhebungszeitraum war von November 2025 bis Januar 2026.

Wie spiegeln die Ergebnisse der Studie eure Lebens- und Arbeitsrealität wider? Verratet es uns gern in den Kommentaren. Dass sich die aktuell sehr schwierige finanzielle Phase spürbar auf die Gen Z auswirkt, darüber haben wir bereits vor Monaten berichtet: Die Generation Z plündert ihre Ersparnisse, lässt Mahlzeiten aus und verkauft ihre Habseligkeiten, nur um über die Runden zu kommen

Kommentare

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9 Kommentare
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innofee

Ein paar Dinge, die mir auffallen:
Zur Methodik:
Obwohl als “weltweit” benannt, wurden nur 44 Länder befragt und es gibt weder eine Angabe über Länder pro Kontinent noch Fallzahlen pro Land außer Deutschland. Schon deshalb ist die Studie nicht repräsentativ.

Online-Selbstausfüller-Umfrage (self-complete, online) heißt:
Die Stichprobe ist strukturell auf internetaffine, urbane, formell beschäftigte oder studierende junge Menschen verzerrt. Genau die Bevölkerungsgruppe, die in Afrika und Lateinamerika wie Ozeanien eher die Ausnahme als die Norm ist. Informelle Beschäftigung dominiert dort die Lebensrealität der GenZ.

“Weltweit” (bzw. “Global Survey”) ist irreführend, wenn 44 von ~200 Staaten und eine spezifische sozioökonomische Schicht befragt wurden.

Zur inhaltlichen Diskrepanz z.B. mit Kenias GenZ:
Das ist der eigentlich interessante Punkt. Die Studie zeichnet eine GenZ, die sich bewusst gegen schnellen Aufstieg entscheidet aus einer Position relativer Wahlfreiheit heraus (Burnout vermeiden, Work-Life-Balance). Kenias GenZ-Bewegung (die #RejectFinanceBill-Proteste 2024/25, die politische Mobilisierung) speist sich dagegen aus einer strukturell ganz anderen Lage: keine satten Arbeitsmärkte mit Beförderungsoptionen, sondern hohe Jugendarbeitslosigkeit, informelle Ökonomie, direkte Konfrontation mit dem Staat statt mit Konzern-Hierarchien. Die Frage “Führungsposition ja oder nein, wegen Burnout” setzt einen Arbeitsmarkt voraus, den es für die meisten jungen Kenianer wie auch Afrikaner insgesamt so gar nicht gibt.

Eine Studie, die als globaler Datensatz präsentiert wird, bildet in Wahrheit vor allem die Perspektive der formellen, westlich-urbanen Erwerbsökonomie ab und exportiert deren Kategorien (Leadership-Ambition, Work-Life-Balance) unreflektiert auf Kontexte, in denen andere Fragen (Existenzsicherung, politische Teilhabe, informelle Resilienz) die eigentlichen Treiber sind.

TheDude

Interessant gerade die Zahl um die 60 Prozent, die Sagen, dass sie sich kein Wohneigentum leisten können, denn diese Zahl entspricht ziemlich exakt der deutschen Eigentumsverteilung, nämlich von ca. 40 Prozent Eigentumsanteil zu 60 Prozent Nichteigentümer, womit Deutschland übrigens an letzter Stelle in der EU liegt.
Diese Diskussion wird so nach dem Prinzip geführt, wer am lautesten schreit, der hat Recht, vorbei an jeglicher Realität. Ich will, nicht ich hätte gern, eine Führungsposition, also ich möchte über andere Bestimmen, will dabei aber keinen Stress haben, flexiible “Arbeits”zeiten sind eh Voraussetzung, und verlange gutes Geld und Freizeitmöglichkeiten, weil das mein “Menschenrecht” ist…
Niemand bezahlt eine Führung, die selbst nichts tun will, das gibt es nur in ererbten Stellungen. Es gibt den alten Satz, Die Erste Generation baut etwas auf, die zweite vermehrt es und die dritte lebt in Saus und Braus und wirft das Geschaffene zum Fenster hinaus, bringt also das ganze Gebäude wieder zum Einsturz…
Nur, dass diese Jammerlappen noch überhaupt nichts geleistet haben, aber die Forderung nach einem Leben im Paradies stellen, lass doch die Anderen arbeiten, denn ohne geht es halt nicht…

Zuletzt bearbeitet vor 18 Tagen von Dude
Sveasy

Ich werd dieses Mindset “ich verzichte auf einen gutbezahlten, sicheren Job weil mein Arbeitgeebr nicht meinen (überzogenen) Snowflake-Wertekompass erfüllt” nie verstehen. Es ist doch ganz einfach.. Geld gegen Lebenszeit, das ist heruntergebrochen das Arbeitsleben. Und ganz ehrlich, wenn die Kohle stimmt ist es mir scheissegal ob mein Arbeigeber moralisch integer handelt oder nicht.

stevext100

So sehr ich das alles nachvollziehen kann, so sind diese Ansprüche an die Arbeitgeber leider auch jene, die dafür sorgen, dass diese sich auch von hier verabschieden! Oder fragt doch mal bei ungarischen oder polnischen Freunden oder Kollegen nach, wie das dort mit Work-life-balance ausschaut. Und das der Arbeitsmarkt kein Schlaraffenland ist, das werden die meisten Job-suchenden bald selbst erfahren. Mal davon abgesehen, dass es in größeren Unternehmen imho sowieso zu viele Führungskräfte gibt. Gen-ismirwuscht wird sich anpassen und mitgestalten müssen. Wie eh und je…

Knutschi

Wenn beide Elternteile arbeiten gehen, kommt halt sowas dabei raus. Stell dir mal vor die hätten alle nur 1 Gehalt zuhause. Dann würde auch die Schubkarre in die Hand genommen, der Pinsel oder der Schraubenzieher, und auch mal ein Buch aus der Bibliothek.

stevext100

Ich hab das Gefühl, genau in diese Richtung geht aktuell der Trend.

bear666
  1. auch viele ältere konnten sich kein haus leisten, der vergleich ist also nicht gen z exklusiv.
  2. auch alle anderen kämpfen wahrscheinlich mit ähnliche problemen der nächste hinkende vergleich.
Off

Du brauchst heutzutage mehr Jahresgehälter als Startkapital als früher. Genauso benötigen Millaniels mehr Jahresgehälter um ein Haus zu bauen. Darüber hinaus ist die Zinslast der Kredite deutlich höher als früher. Der Zugang zu Grundstücken ist schwieriger und teurer genauso wie der Berg an Auflagen die es beim Hausbau zu erfüllen gilt.

Natürlich konnten sich nicht alle Privatimmobilien leisten. Der Artikel beschäftigt sich damit warum es heute viel weniger sind als damals.

Zuletzt bearbeitet vor 19 Tagen von Off
bear666

früher was die zinslast aber deutlich höher, also musste man auch mehr abbezahlen als heute, wo der zinssatz gegen null geht.

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