Viele halten die Generation Z und Millennials für miese Kollegen, aber das Problem sitzt in der Chef-Etage

Titelbild Chef Anzug Unsplash

Junge Menschen stehen oft im Verdacht, sich schlecht am Arbeitsplatz zu verhalten. Dabei sind nicht die Gen Z oder Millennials das Problem, sondern die Arbeitskultur, die von der Chef-Etage vorgelebt wird. Denn wird toxisches Verhalten vom Chef belohnt, wird das Verhalten von Arbeitnehmern übernommen.

Mittlerweile sind viele Arbeitnehmer wieder ins Büro zurückgekehrt und werden hier mit neuen Problemen konfrontiert: Intrigen, Schuldzuweisungen und Sabotage unter den Kollegen.

Und die Generation Z und Millennials stehen laut einer Umfrage von Resume Now zufolge besonders häufig im Verdacht, für diese Probleme verantwortlich zu sein oder werden zumindest häufig als Personen mit negativen Verhalten empfunden.

Dabei geben viele zu: Das Problem sind gar nicht die jungen Leute, sondern die toxische Arbeitskultur, die von der Chef-Etage vorgelebt wird. Und das ist ein Problem, welches über alle Altersgruppen hinausgehe.

Video starten
Studenten spionieren Passanten mit versteckter Kamera und einer KI aus, finden Name und Adresse in Sekunden heraus

Toxisches Verhalten ist tief in der Arbeitskultur verankert

Das sind die Vorwürfe: In der Umfrage von Resume Now, einer Jobsuche-Plattform, wurden Arbeitnehmer über das Verhalten von sich selbst und der Kollegen am Arbeitsplatz befragt. Vor allem junge Menschen der Generation Z und Millennials werden oft als die Personen wahrgenommen, die für Sabotage am Arbeitsplatz verantwortlich seien:

Die Generation Z (17 %) und die Millennials (18 %) werden im Vergleich zur Generation X (8 %) und den Babyboomern (9 %) eher als Personen wahrgenommen, die dieses Verhalten an den Tag legen.

Obwohl manche Generationen stärker als andere im Verdacht stehen, die Schuld auf andere abzuwälzen, glaubt fast die Hälfte der Arbeitnehmer (49 %), dass dieses Problem in allen Altersgruppen vorkommt.

Was steckt hinter dem Problem? Das Problem steckt vor allem in der Arbeitskultur, die von der Chef-Etage vorgelebt wird. Wenn Führung stark auf Kontrolle, Hierarchie, Präsenz und Konkurrenz setzt, werden jüngere Beschäftigte schneller als „schwierig“ oder „nicht belastbar“ betrachtet. Und in einem Klima aus Unsicherheit, Leistungsdruck und Konkurrenz setzen Menschen eher auf Selbstschutz anstatt auf Kooperation und gegenseitige Hilfe (via personalwirtschaft.de).

Das steckt auch in dem Vorwurf, dass jeder vierte Arbeitnehmer angibt, dass sein Vorgesetzter ihn in eine Situation gebracht habe, in der er scheitern musste.

Chef-Etagen prägen, was im Unternehmen als „normal“ gilt: Wenn oben Konkurrenz, Absicherung und Schuldverschiebung belohnt werden, übernehmen die Mitarbeiter oft nach unten weiter. Insbesondere, wenn der eigene Arbeitsplatz durch Massenentlassungen bedroht wird: Becker’s Hospital Review erklärte etwa, dass unhöfliches Verhalten am Arbeitsplatz stark gestiegen sei (um 21 % im ersten Quartal 2025).

Und Generationenforscher Klaus Hurrelmann erklärte etwa gegenüber dem Handelsblatt (evtl. Paywall), dass ein Großteil der Gen Z ebenso motiviert sei, zu arbeiten, wie ältere Generationen. Junge Leute würden sich aber bewusst gegen hierarchische Strukturen wehren und Arbeitsbedingungen nicht von ihren Vorgesetzten diktiert bekommen.

Junge Menschen suchen sich seltsame Orte, um sich zu entspannen und Erholung zu finden. Eine Expertin meint: Das hat wenig mit Faulheit zu tun, sondern ist ein natürlicher Schutzreflex des Körpers. Mehr dazu lest ihr auf MeinMMO: Die Generation Z kann den Arbeitsalltag von 9 bis 17 Uhr nicht ertragen und löst ihr Problem auf bizarre Weise

Quelle(n):
  1. fortune.com

Kommentare

Bitte lies unsere Kommentarregeln, bevor du kommentierst.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
0
Sag uns Deine Meinungx