Fachkräftemangel sorgt dafür, dass viele Firmen hohe Gehälter für Handwerker zahlen. Davon profitiert vor allem die Generation Z, die lange Zeit keine Lust auf’s Handwerk hatte und lieber studieren wollte.
Unser Titelbild ist ein Symbolbild.
Mike Rowe, Gründer und Moderator der Sendung „Dirty Jobs“, erklärte kürzlich in einem Video-Gespräch auf Yahoo-Finance, dass ein Fachkräftemangel wichtige Bereiche bedrohe.
Er sagte, es sei an der Zeit, den Fokus wieder auf handwerkliche Berufe wie den des Elektrikers zu richten und behauptete, dass einige Elektriker der Generation Z bis zu 280.000 Dollar verdienen würden. Das sind umgerechnet etwa 245.000 Euro. Zum Vergleich: Der mittlere Bruttojahresverdienst in Deutschland lag 2025 bei 54.066 Euro, erklärt das Statistische Bundesamt.
So erklärte Rowe:
Die Elektriker, die ich vor zwei Monaten in einem Rechenzentrum in Plano, Texas, interviewt und getroffen habe – alle unter 30 Jahre alt, alle mit einem Jahresverdienst von 240.000 bis 280.000 Dollar, alle mit so vielen Überstunden, wie sie wollen, keiner mit Schulden, alle drei … wurden in den vergangenen 18 Monaten dreimal abgeworben.
Handwerker sind so gefragt wie nie, Firmen sind bereit hohe Gehälter zu zahlen
Diese Feststellung ist tatsächlich nicht ungewöhnlich, sondern zeigt ein weit verbreitetes Problem, zumindest in den USA. Denn hier hat man schon längst das Problem, dass viele Elektriker bald in Rente gehen und eine große Lücke zurücklassen. Viele Firmen und KI-Rechenzentren suchen daher verzweifelt nach Fachkräften und sind entsprechend bereit, hohe Gehälter zu zahlen, wenn sie damit auch Angestellte abwerben können.
In einem anderen Beispiel, davon berichtet das Magazin Fortune, liegen die Einstiegsgehälter bereits zwischen 40.000 und 70.000 US-Dollar, weil viele Handwerker derzeit stark gefragt und viele Firmen entsprechend bereit sind, hohe Gehälter zu zahlen.
Selbst außerhalb von KI-Rechenzentren sind handwerkliche Berufe wie Klempner, Mechaniker und Techniker weiterhin sehr gefragt. Zusätzlich haben diese Berufe einen weiteren Vorteil: Sie können nicht nur oder nur schwer durch künstliche Intelligenz ersetzt werden. In einem aktuellen Bericht von Resume Now heißt es etwa, dass Feuerwehrleute die Liste der Fachberufe anführen, die wahrscheinlich nicht durch künstliche Intelligenz ersetzt werden können.
Viele sehen darin vor allem für die Generation Z eine gute Chance, zu guten Konditionen in die Berufswelt einzusteigen. Zumindest dann, wenn sie sich für einen handwerklichen Beruf entscheiden. Und für das Handwerk entscheiden sich tatsächlich immer mehr junge Menschen. Dabei galt das Studium unter jungen Menschen lange als alternativlos.
Wie sieht’s in Deutschland aus? In Deutschland steht man vor einem ähnlichen Problem: Laut Handwerkerjobkit und der Wirtschaftskammer (PDF-Datei) fehlen in Deutschland rund 70.000 Elektriker, Tendenz steigend, denn jährlich gehen rund 15.000 Personen in Rente, wodurch die Lücke noch größer wird.
Laut Gehalt.de liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt für einen Elektriker bei uns zwischen 45.000 und 55.000 Euro, je nach Berufserfahrung und Arbeitgeber.
Sam Altman, Gründer von OpenAI und Hauptentwickler von ChatGP, sieht die aktuelle Situation etwas anders. Er selbst hat eine Liste vorgestellt, welche Jobs in Zukunft nicht so einfach durch KI ersetzt werden könnten. Spoiler: Klempner und Elektriker sind auch bei Altman auf der sicheren Seite, wenn es um KI geht. Mehr dazu auf MeinMMO: Der Erfinder der KI ChatGPT verrät, welche 34 Berufe eine KI niemals ersetzen kann
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!
Kommentare
Kann ich als ehemaliger Elektriker nur bestätigen, dass das für Deutschland völlig utopisch ist.
Seit 10 Jahren wird die Mär vom Fachkräftemangel erzählt, aber tariflich oder sogar übertariflich will gerade in Nord-/Westdeutschland niemand oder nur die wenigsten bezahlen.
In solche Firmen kommt man nur mit Glück, Vitamin B oder zusätzlicher Ausbildung (Techniker).
Ich war sehr gut in meinem Beruf, hatte auch die Ausbildung verkürzt, aber wurde nie nach Tarif bezahlt.
Selbst als Auslandsmonteur mit Spesen habe ich weniger verdient als jetzt als Lokführer.
In Amerika wiederum ist das durchaus möglich. Da gute Handwerker dort extrem gefragt sind, kann man als Selbstständiger verlangen was man will.
Es ist nicht unmöglich dort auch als Angestellter einen sehr hohen Verdienst zu bekommen, wenn man die richtigen Leute beeindruckt.
250.000 Dollar halte ich auch für übertrieben. Dabei wird es sich vermutlich nicht um einfache Elektriker handeln, sondern eher um Leute mit einer bestimmten technischen Fortbildung. Selbst dann halte ich 250.000 aber noch für übertrieben. Als Industrie-Elektroniker sind Löhne zwischen 60.000€ und 80.000€ Brutto in NRW möglich, da spreche ich aus Erfahrung. Je nach Unternehmen vermutlich auch etwas mehr oder weniger.
“… das durchschnittliche Bruttojahresgehalt für einen Elektriker bei uns zwischen 45.000 und 55.000 Euro, je nach Berufserfahrung und Arbeitgeber.”
250000 ist einfach bs. Ihr schreibt es doch selbst
“…Generation Z, die lange Zeit keine Lust auf’s Handwerk hatte…” Was ein quatsch. Der gesellschaftliche Druck im Westen nicht ins Handwerk zu gehen, sondern zu studieren war in den letzten 20 Jahren extrem hoch. Erst durch KI und haufenweise arbeitslose Akademiker kommt man auf die Idee das es auch anders gehen könnte. Also die Schuld ist hier eher bei den Eltern der Gen Z zu suchen, also Gen x oder Boomer.
Diese Summe ist doch aus der Luft gegriffen – das ist weit vom Durchschnittsverdienst enfernt – mehr als das 3-fache wurde hier angegeben.
Es mag sein, dass aufgrund des Fachkräftemangels (ggf. weitweit) die Gehälter steigen, aber in dieser Form ist das doch nur utopisch und einfach nur falsch!
Bundeslang und Arbeitgeber spielen hier noch eine wichtige Rolle., die Zahlen die hier genannt wurden halte ich aber auch für unrealistisch in Deutschland. Die Elektriker die ich kenne verdienen Brutto ca. 70% von dem das was auf Gehalt.de genannt wird, das sind aber auch dann die Meister, nicht die Arbeiter.