Kreditgeber warnen die Gen Z, nicht mehr die Privatbank ihrer besten Freunde zu sein, denn „Schatten-Schulden“ senken die schlechten Chancen auf ein Eigenheim.
Was ist das für eine neue Art von Schulden? Laut einer Studie des digitalen Zahlungsdienstleisters Zelle haben 76 % der Gen Z in der Vergangenheit Kosten bei Gruppenveranstaltungen im Freundeskreis übernommen bzw. vorgestreckt, die sie nie von ihren Freunden zurückbekommen haben.
- 18 % geben an, dass es bis zu einem Monat dauern kann, bis sie jemandem das Geld zurückzahlen
- 10 % geben an, dass es zwei bis sechs Monate dauern kann
- 11 % geben an, dass es länger als sechs Monate dauern kann
47 % der Generation Z sagen, sie hätten schon mal Schulden aufgenommen, um die Gruppenkosten zu decken. Diese Art der oft unsichtbaren Finanzlast wird Schatten-Schulden genannt, weil sie in einem informellen Rahmen ohne schriftlichen Vertrag oder feste Rückzahlungspläne erfolgen und es meistens nur eine mündliche Zusage der Rückzahlung des jeweiligen Freundes gibt.
Inwiefern wirkt sich das auf den Erwerb eines Eigenheims aus? Wie Lisa Lund, eine US-amerikanische Hypothekenmaklerin, gegenüber der Immobilienwebsite realtor einordnete, seien jene Schatten-Schulden ein Hypothekenproblem.
Kreditgeber sehen nur das Minus und bewerten nicht, ob das Rückzahlungsversprechen eines Freundes vorliegt. Sie sehen keinen Vermögenswert, sondern einen Kreditsaldo und die entsprechende monatliche Mindesrate.
Höhere Revolving-Kredit-Salden können Ihre Kreditauslastung erhöhen und Ihre Kreditwürdigkeit verschlechtern. Das treibt die monatlichen Schuldentilgungen nach oben, was sich wiederum auf Ihre Schulden-Einkommens-Quote und Ihre Kreditkapazität auswirken kann. Kreditgeber schauen typischerweise auf die Schulden, für die Sie heute verantwortlich sind – und nicht auf das Bargeld, das Ihre Freunde in Zukunft zurückzuzahlen planen.
Kurz gesagt: Die Schatten-Schulden verschlechtern laut Kreditgebern die Kreditwürdigkeit und treiben die Tilgungsraten in die Höhe. Zudem führt das Übernehmen von Gruppenrechnungen dazu, dass dieses Geld nicht konsequent angespart werden kann.
Beim regelmäßigen Ansparen sieht Lund insgesamt die größte Herausforderung für den Erwerb eines eigenen Hauses: „Diejenigen, die konsequent und automatisch für ihr Eigenheim sparen, erreichen ihre Meilensteine oft früher – selbst wenn sie ab und zu gerne ausgehen.“
Realtorselbst habe zudem in einer Studie herausgefunden, dass 2025 allein in den USA rund 25 Millionen Erwachsene unter 35 Jahren bei ihren Eltern lebten, wobei 7 von 10 erwerbstätig waren. Die meisten gaben an, dass die Wohnkosten sie davon abhalten, unabhängig zu leben.
Zudem müssten junge Leute heutzutage etwa 9,7 Jahre für die Eigenkapital-Anzahlung einer Immobilie sparen. Im Jahr 1990 war die Dauer mit durchschnittlich 3,2 noch deutlich niedriger (via realtor). Das wiederum liege vor allem daran, dass die Immobilienpreise viel schneller gestiegen seien als die Einkommen.
Auch in Deutschland stellt der Wohnungsmarkt für die Generation Z ein Problem dar – und das nicht nur beim Hauskauf. Bereits 2024 berichteten wir auf MeinMMO etwa, dass viele junge Menschen durch den Anstieg der Mietpreise Probleme haben, sich die Miete leisten zu können. Mehr dazu hier: Die Gen Z steht gerade vor zwei großen Problemen, von denen sie eins nicht ohne Hilfe lösen kann
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