Die Gen Z will viel verdienen, meidet laut einer Studie aber die Berufe, die mit viel Kohle locken

Eine neue Studie aus Österreich kommt zu einem Ergebnis: Die Gen Z legt großen Wert auf ein hohes Einkommen, interessiert sich aber immer weniger für akademische MINT-Berufe. Ähnliche Entwicklungen sind schon länger zu beobachten.

Zu welchem Ergebnis kommt die Studie? Die Generation Z (die Jahrgänge von 1995 bis 2010) hat angeblich ein Problem mit MINT-Berufen. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine aktuelle Untersuchung der FH Oberösterreich, über die der österreichische Rundfunk ORF berichtet. Das Kuriose daran: Gleichzeitig nennen die Befragten der Stichprobe ein hohes Einkommen als eines der wichtigsten Kriterien bei der Berufswahl. (FH OÖ)

Auf den ersten Blick wirkt das widersprüchlich. Schließlich gehören Berufe in Informatik, Technik oder Ingenieurwissenschaften seit Jahren zu den Bereichen mit den besten Verdienstmöglichkeiten in Österreich ebenso wie in Deutschland. (via kununu/AT & Kununu/DE)

Die Gen Z als Sündenbock? Die Interpretation und Ergebniszusammenfassung (Vollfassung nicht öffentlich) lässt schnell eine Frage zu: Geht es hier tatsächlich um ein Problem der Gen Z – oder um einen Trend, der die gesamte Gesellschaft betrifft?

Laut der FH Oberösterreich ist das Interesse an MINT-Berufen seit 2023 zurückgegangen. Besonders stark soll dieser Rückgang jedoch bei der Generation Z ausfallen (Männer: 7,18 Prozent weniger, Frauen: 5,75 Prozent weniger). Generationsübergreifend hingegen sei der Rückgang nur mit minus 1,69 Prozent zwischen 2023 und 2026 noch vergleichsweise moderat.

Der Studienautor sieht vor allem soziale Medien als Einflussfaktor. Plattformen wie Instagram oder TikTok würden die Vorstellungen vieler junger Menschen von Erfolg und Beruf prägen. „Man erhält ein gewisses Rollenbild davon, was schön oder cool ist, und die eigene Person steht im Mittelpunkt. Man vergisst dabei, dass es auch darum geht, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten, durch Arbeit ein Gehalt zu bekommen und so das Steuersystem zu unterstützen“, erklärte Prof. Dr. Kindermann gegenüber dem ORF.

Ein neues Problem?

Warum verlieren technische Berufe an Attraktivität? Eine eindeutige Antwort gibt es darauf bislang nicht. Große internationale Umfragen zeigen jedoch, dass sich die Erwartungen an den Beruf verändert haben.

Laut der aktuellen Deloitte-Studie für Gen Z und Millennials spielen Faktoren wie Work-Life-Balance, Flexibilität und persönliche Erfüllung heute eine deutlich größere Rolle als noch vor einigen Jahren. Das deckt sich mit einem Bericht der Zeit zu den Wünschen und Sorgen der Gen Z.

Dass das Gehalt eine entscheidende Rolle bei jungen Menschen spielt, ist angesichts der aktuellen Weltwirschaftslage nichts Neues. Gemäß Deloitte haben 45 Prozent der Gen Z und 39 Prozent der Millennials in Deutschland wichtige Lebensschritte aus finanziellen Gründen verzögert.

War das alles schon immer so? Nachwuchsprobleme in technischen Studiengängen sind kein neues Phänomen. Das US National Center for Education Statistics dokumentierte bereits vor über zehn Jahren, dass viele Studierende STEM-Fächer während des Studiums verlassen oder in andere Bereiche wechseln. Die Herausforderung besteht also nicht nur darin, junge Menschen für Technik zu begeistern, sondern sie auch langfristig in diesen Fächern zu halten.

Dass die Begeisterung bzw. eher der Zugang zu MINT-Bereichen rückläufig ist, kann auch auf den allgemeinen Tenor zurückzuführen sein. Immer wieder wird hervorgehoben, wie sehr technische Bereiche schwächeln, wie sehr KI Arbeitsplätze wegnimmt oder wo Einsparungen nötig sind. (u. a. Die Zeit; Die Zeit; Business Insider; Handelsblatt)

Gleichzeitig teilt das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln mit, dass rund 369.400 unbesetzte Stellen in MINT-Berufen vorherrschen. Dem gegenüber stehen 274.130 arbeitslos gemeldete Personen, die eine Tätigkeit in einem MINT-Beruf anstreben.

Ob solche Berichte tatsächlich Einfluss auf die Berufswahl haben, ist zwar schwer nachzuweisen, sie prägen aber das öffentliche Bild der Branche.

Wie ergeht es euch? Teilt ihr die Interpretation der Forschenden und glaubt, dass u. a. Social Media einen Einfluss auf die Berufswahl hat? Schreibt’s uns in die Kommentare.

Ob sich die Leerstellen im MINT-Bereich weiter vergrößern und ob die Gen-Z tatsächlich vermehrt das Berufsleben von sozialen Medien abhängig macht, sei dahingestellt.

Spannender ist, warum technische Berufe trotz hoher Gehälter, guter Karrierechancen und tausender offener Stellen seit Jahren Schwierigkeiten haben, Nachwuchs zu gewinnen. Was feststeht, ist, dass auch KI immer wieder eine Rolle spielt. Und Forscher haben jetzt getestet, wie KI auf Überlastung reagiert. Und die Ergebnisse überraschen: Denn die KI fängt sich an zu beschweren und über hierarchische Strukturen zu meckern.

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Morgenes

Als Team- und Studentsquadleiter in einem der 3 größten IT-Beratungsunternehmen der Welt, habe ich wahrscheinlich einen ziemlich guten Einblick in das was uns da so in den letzten Jahren als Nachwuchs in das Unternehmen kam.
Zudem beschäftige ich mich viel mit Twitch und Reactions.(jedoch eher im Gaming und Politikbereich)

Hier mal meine 5 Cent.

Das größte Problem mMn ist und bleibt Social Media.
Der Einfluss auf die kognitive Wahrnehmung und Entwicklung des Gehirns ist enorm.
MMn leider nicht zum Guten.

Influencer und Twitch Streamer wie Trymacs, Hänno, EliasN, Gnu, HoneyPuu, Bibi, Anni, Mowky, Metashi, Rezo, Kuchen, Staiy, usw. (das sind halt die, welche ich kenne und schaue) vermitteln den Eindruck, dass man reich werden kann nur mit Zuhause hocken und Streamen.
Sie betonen zwar immer wieviel Arbeit das alles ist, aber ich glaube dass sowas nicht ankommt, wenn man es nicht selbst erfährt.
Man sieht die hocken in ihren coolen Zimmer am besten noch auf Madeira und sind frei von Angestelltenzwang.
Freiberufler-Nachteile werden ausgeblendet. So tickt das Gehirn nun mal.

Was dann doch zu uns kommt (und gar nicht schlecht verdient, ich rede von 48k Einstiegsgehalt) ist zweigeteilt.

Wir haben den Karriere-Typ. Der sich reinhängt, seine Freizeit opfert und verstanden hat wie das Game in Konzernen leider läuft (ich bin da ehrlich gesagt kein Fan davon. Ich finde diese Leute werden verheizt)

Und wir haben Leute, da Frage ich mich ehrlich wie die es durch das Studium geschafft haben.
Man muss alles erklären und selbstständiges denken scheint noch erlernt werden zu müssen.
Das Ganze ist natürlich eine gaussche Normkurve.
Man hat High-Performer und Low Performer und in der Mitte den Peak.
Leider scheinen wir eine Verschiebung ins negative entlang der x Achse zu haben.
Es ist kein Potential da und auch wenig Wille dieses zu generieren.

Wir beschäftigen uns viel wie man diese Low Performer pushen kann, aber dazu gehört halt auch Eigeninitiative. Und diese wird durch zu hohe Ansprüche an work-life-balance und mental health oftmals sabotiert.
Gerade wenn man jung ist und keine/wenig Verpflichtungen hat, sollte man Gas geben (können).

Zudem macht mir die Entwicklung im Bereich psychischer Gesundheit sorgen.
Ich verstehe, dass wir damit sorgsamer umgehen müssen und gerade Konzerne hier wenig Empathie zeigen.

Aber ich finde das Ganze ist nicht schwarz oder weiß. Die ADHS Diagnosen verzeichnen einen besorgniserregenden Zuwachs und die Resilenz ist gelinde gesagt kaum noch vorhanden.
Das Ganze ergibt einen Teufelskreis, bei dem zu sehr auf das Wohlsein bedacht sein muss, wodurch die Leistung schlechter wird, wodurch weniger gute Qualität geliefert wird, wodurch mehr Druck entsteht, welcher wieder nicht verringert werden kann, weil man nicht mal die Leute etwas antreiben darf, da sie sonst gleich wieder mental erschöpft sind.
Es entsteht eine Abwärtsspirale.

tl;dr
Mental health ist wichtig, aber wie bei so vielem kann man auch übers Ziel hinausschießen und erzeugt damit eine Spirale welche sich nur schwer aufhalten lässt.
Dieses kapitalistische System welches LEIDER unsere Welt im Griff hat ist nun mal kein Ponyhof und wenn wir da nicht so langsam mal wieder die Dinge in Griff bekommen, überholen uns Länder wie Indien und China.
Alternativ könnte man es komplett reformieren, aber das müsste global gleichzeitig geschehen und da glaube ich ist es einfach mittlerweile leider zu verankert.

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