Völlig aus dem Nichts hat Blizzard Heroes of the Storm wieder Leben eingehaucht. Auch, wenn noch immer offen ist, wie es mit dem MOBA nun weiter geht, hat MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus seit der BlizzCon fast täglich gezockt. Heroes of the Storm macht viele Dinge schlicht besser als die Konkurrenz.
Ich habe ja schon direkt nach der BlizzCon prophezeit, dass ich lange Zeit nicht viel anderes spielen werde als Heroes of the Storm. Das MOBA von Blizzard zocke ich seit der Beta Anfang 2015 und seitdem mehr oder weniger durchgehend, wenn auch mit Pausen dazwischen.
Zwar schaffe ich es immer noch, mir Zeit für aktuelle Hits wie The Blood of Dawnwalker und The Witcher 3 freizuschaufeln, das mich gerade fies bestraft, aber zumindest 3 bis 4 Runden Heroes of the Storm sind so gut wie jeden Tag drin.
Natürlich bin ich hier etwas voreingenommen, schließlich habe ich Heroes damals auf einem semi-professionellen Niveau gespielt und Geld damit verdient. Allerdings habe ich viel Zeit in verschiedenen MOBAs verbracht, nicht nur LoL, auch mittlerweile tote Konkurrenz wie Infinite Crisis oder Demigod.
Dennoch bin ich der Meinung: Wer neu ins Genre einsteigen will, wem der Start in DOTA zu kompliziert und die Community von LoL zu toxisch sind, der sollte sich unbedingt Heroes of the Storm ansehen, insbesondere jetzt.
Blizzards Philosophie: Leicht zu lernen, schwierig zu meistern
In Heroes of the Storm fällt ein wichtiger Aspekt weg, der vor allem in LoL lange Zeit abschreckend gewirkt hat: die toxische Spielerschaft. Auch in Heroes gibt es Spieler im eigenen Team, die unfreundlich werden können, meist wird aber niemand zu ausfallend.
Es gibt hier aber keinen allgemeinen Chat im Spiel, heißt: Gegner können nicht mit euch sprechen. Erfahrungsgemäß tauchen Beleidigungen in LoL vor allem im „All Chat“ auf, nicht nur von Gegnern, auch von Team-Mitgliedern, die sich über ihre Mitspieler auslassen. In Heroes of the Storm geht genau das nicht.
Auch spielerisch bietet Heroes of the Storm einige Eigenheiten, die den Einstieg deutlich einfacher machen als es bei der Konkurrenz der Fall ist:
- Es gibt keinen Shop, kein Gold und keine Items, sondern Talente. Helden, ihre Spielweisen und Konter sowie ihre „Builds“ sind deutlich leichter zu lernen und zu erkennen.
- Teams leveln grundsätzlich gemeinsam. Eine Lane kann also nicht deutlich zurückfallen und ein gegnerischer Spieler wird nicht „fed“, weil er fleißig Minions und Helden verputzt.
- Neue Helden können über einen „Ausprobieren“-Modus in einer speziellen Test-Umgebung ausgiebig betrachtet werden, ohne sie vorher kaufen zu müssen.
Insbesondere letzteres ist ein wichtiger Punkt. Denn „Smurfs“, also eigentlich starke Spieler, die bewusst mit deutlich schwächeren Mitspielern und gegen deutlich schlechtere Gegner antreten, können nicht einfach mal eben das gegnerische Team wegbügeln und im Alleingang eine Runde gewinnen.

Ein MOBA ohne lästige Hyper-Carrys
Das gesamte Konzept von Charakteren, die mit genügend Farm einfach ein „1 gegen 5“ gewinnen, existiert in Heroes of the Storm nicht. Eine so große Level-Differenz ist zwar theoretisch, aber nicht praktisch möglich.
Selbst riesige Vorteile bringen einem Team jedoch nichts, wenn es sich zu grobe Fehler erlaubt. Mir ist es schon öfter passiert, dass ich ein verloren geglaubtes Spiel, bei denen die Gegner schon am eigenen Nexus stehen, noch gedreht habe – weil man sich am Ende nochmal zusammengerissen, vorsichtiger gespielt und den Übermut der Gegner bestraft hat.
Genau hier zeigt sich die große Stärke von Heroes of the Storm, für die ich das Spiel so liebe. Das MOBA legt großen Wert auf Teamplay: Ihr levelt nicht nur gemeinsam, ihr müsst auch die Kämpfe gut abstimmen und zusammen spielen, um zu gewinnen. Mehr, als es in LoL der Fall ist.
In Heroes of the Storm folgen die Runden nämlich nicht dem immer gleichen Ablauf, da ihr nicht jedes Mal auf der gleichen Map spielt.
Heroes of the Storm macht eine Sache entscheidend anders: die Map
Anders als in LoL, DOTA und Co. spielt ihr in Heroes of the Storm nicht immer auf der Karte, sondern habt mehr als 20 verschiedene Maps, die sich teilweise stark voneinander unterscheiden. Ihr seid nicht in jedem Spiel nur dabei, Minions zu farmen und Items zu kaufen, sondern sammelt Münzen für einen Piraten-Kapitän, züchtet Pflanzen-Monstrositäten oder baut einen Knochengolem zusammen.
Diese „Map Objectives“ sorgen zum einen dafür, dass ihr regelmäßig mit eurem Team gegen die Gegner antreten müsst, um das Ziel für euch zu beanspruchen. Zum anderen kommen Spiele so irgendwann zu einem erzwungenen Ende und ziehen sich nicht ewig.
An diesem Punkt zeigt sich auch, ab wo ihr in Heroes of the Storm nicht mehr „Anfänger“ seid, sondern beginnt, das Spiel wirklich zu verstehen und zu „meistern“:
- Welcher Held ist welcher konkrete Konter zu welchem Gegner?
- Mit welcher Kombination im Team erreicht man die besten Synergien?
- Wie erarbeite ich mir einen Vorteil mit dem Team, das ich habe, und welche Strategien sind möglich – oder eben nicht?
- Spiele ich das aktuelle Map-Ziel oder überlasse ich es diesmal den Gegnern, um aufzuholen, oder verfolge ich sogar eine gänzlich andere Strategie?
- Und vor allem: Auf welche Weise funktionieren mein Held und der meiner Mitspieler auf der entsprechenden Map und wie interagieren sie mit dem besonderen Ziel der Karte?
Bestimmte Helden können auf einer Map absolut OP sein, während sie überall sonst nutzlos sind oder umgekehrt. „One Trick Ponies“ sind damit deutlich eingeschränkter und es ist unwahrscheinlicher, dass ihr auf einen solchen nervigen Spieler trefft. All diese kleinen Unterschiede locken mich immer wieder ins Spiel.
Habt ihr Heroes of the Storm schon ausprobiert oder nun Interesse daran bekommen? Welche Alternativen zu LoL findet ihr am besten? Schreibt einen Kommentar!
League of Legends selbst hat zuletzt mit einem spannenden Modus überrascht, von dem ich selbst nicht erwartet habe, dass er mir so viel Spaß machen würde – und tatsächlich ist auch der für Einsteiger ideal, obwohl er sich voll an Veteranen richtet: League Classic macht eine Sache anders als LoL und ist genau deswegen für Einsteiger viel besser geeignet
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Kommentare
Der Allgemein-Chat von HotS ist so AfD-verseucht, das ist schon heftig. Das Spiel ist cool und eine Abwechslung zu LoL, aber die Community ist gottlos.