Anfang September ist The Blood of Dawnwalker erschienen, der neue Titel von ehemaligen Witcher-Machern. MeinMMO-Redakteur und Vampir-Fan Benedict Grothaus sich im Urlaub direkt durch das gesamte Spiel gekämpft, nur um direkt danach The Witcher 3 anzufangen. Nicht die beste Idee, aber eine tolle, wenn auch nervenaufreibende Erfahrung.
Ja, ich habe mein Versprechen eingelöst und spiele gerade endlich The Witcher 3 durch, diesmal auch bis zum Ende, versprochen! Allein, weil ich zum Release nächstes Jahr unbedingt „Songs of the Past“ spielen will.
Am 29. September, ist das kostenlose Remaster des Spiels rund um Geralt erschienen und ich habe mich direkt in meine beste Rüstung geworfen, um mit beiden Schwertern loszuziehen und Monster zu klatschen.
Schon früher habe ich The Witcher 3 angefangen und etliche Dutzend Stunden darin versenkt, aber es nie durchgespielt. Nun habe ich aber direkt zuvor The Blood of Dawnwalker fertig gezockt, das am 3. September erschienen ist.
Das Gameplay des Vampir-RPGs hat mich so angefixt, dass ich einfach mehr wollte und dachte, ich sei perfekt auf The Witcher vorbereitet. Ja … eher nicht so, wie sich herausstellt. Dabei haben die Spiele viel gemeinsam.
Zwei völlig unterschiedliche Spiele, die sich viel zu ähnlich sind
Man merkt beim Spielen deutlich, dass hinter The Blood of Dawnwalker bzw. Rebel Wolves, dem Studio des Spiels, ehemalige Entwickler von CD Projekt Red stehen. Schon die Prämisse ist quasi identisch: Einsamer Außenseiter kämpft in einer düsteren Mittelalter-Welt gegen Monster und Menschen, um seine Familie zu retten.
Allerdings spielen sich die beiden RPGs auch sehr ähnlich:
- Sowohl Coen als auch Geralt haben zwei „Kampfmodi“: Vampir und Mensch bzw. Stahl und Silber.
- Beide Helden verfügen über magische Hilfe, die man zwar per Skills ausbauen kann, die aber nie gänzlich ohne das Schwert auskommt.
- Consumables verleihen Buffs gegen bestimmte Gegner-Typen oder für eigene Status-Werte und sind besonders für Boss-Kämpfe relevant.
- Entscheidungen haben Konsequenzen und können durchaus bestimmen, welcher wichtige NPC überlebt und welcher stirbt.
Grundsätzlich kann ich mit Gewissheit sagen: Wer das Gameplay von The Witcher 3 mochte, sollte sich unbedingt The Blood of Dawnwalker ansehen. Nur sollte man die Spiele vielleicht nicht, wie ich, direkt nacheinander spielen. Denn ihre Ähnlichkeit wird hier zum Verhängnis.

Dreister Greif, friss meine … Fackel?
The Blood of Dawnwalker und The Witcher 3 sehen nicht nur ähnlich aus, sie spielen sich auch ähnlich. Ich habe das Vampir-RPG von Rebel Wolves mit Controller und auf „schwer“ gespielt. Entsprechend gut vorbereitet fühlte ich mich, um auch The Witcher auf „Blut, Schweiß und Tränen“ zu zocken. Hybris, wie Brencis nun sagen würde.
Da ich beim Spielen noch immer das Gefühl hatte, Coen zu steuern, habe ich auch das Controller-Layout von The Blood of Dawnwalker im Kopf gehabt. Nur:
- Wo beim Dämmerblut der Angriff auf den rechten Schultertasten liegt, zieht der Hexer seine Fackel oder nutzt eine Bombe oder einen Zauber.
- Schnell-Slots liegen beim Witcher nur auf zwei der vier Kreuz-Richtungen, die anderen sind für die beiden Schwerter gedacht.
- Der X-Button ist in The Blood of Dawnwalker die Interaktions-Taste, während sie in The Witcher 3 mit dem leichten Angriff belegt ist.
Ihr könnt euch also vielleicht vorstellen, wie oft ich vor Gegnern stand, panisch meine Schwerter gewechselt habe beim Versuch, Schwalbe zu trinken oder meine Fackel fleißig gezogen und wieder weggesteckt habe, statt mit meinem Schwer zuzuschlagen.
Ich weiß nicht, wie oft ich deswegen in den ersten Stunden gestorben bin, aber oft genug, als dass ich mehrmals genervt aufgehört habe. Mittlerweile hat sich das zwar gelegt, aber noch immer passiert es mir regelmäßig, dass ich arglose Bauern mit einem Faustschlag ins Gesicht bedrohe, statt mit ihnen zu reden …
Dawnwalker macht einiges besser, aber The Witcher ist nach 11 Jahren noch richtig gut
Noch habe ich The Witcher 3 natürlich nicht durch, aber fand zumindest das Kampf-System in Blood of Dawnwalker an vielen Stellen besser, flüssiger. Insbesondere in Vampir-Form spüre ich, dass ich ein übernatürliches Wesen bin, gegen das Menschen keine Chance haben. Der Mutant Geralt bewegt sich dagegen fast behäbig.
Insgesamt zockt sich zumindest dieser Aspekt des Spiels in The Blood of Dawnwalker runder als in The Witcher 3. Allerdings hat das Vampir-Rollenspiel auch etliche Jahre technischer Entwicklung, die dem Hit von CD Projekt Red fehlen. Immerhin erschien The Witcher 3 ursprünglich 2015.
Gerade mit dem Alter des Spiels im Blick bin ich absolut begeistert davon, wie gut das Hexer-RPG jetzt mit dem Remaster aussieht, vor allem im direkten Vergleich mit dem deutlich neueren Dawnwalker. Kollege Benedikt hat die optischen Verbesserungen vom Witcher auch fachlich bereits gelobt.
Obwohl mein Urlaub jetzt vorbei ist, werde ich The Witcher 3 die nächsten Wochen noch häufig spielen, auch wenn ich mit Enshrouded, Heroes of the Storm und WoW Forever andere Spiele auf der Platte habe, die ebenfalls Aufmerksamkeit brauchen.
Aber die ersten beiden Teile habe ich schon verschlungen, da muss ich Teil 3 auch endlich mal richtig angehen! Diesmal spiele ich das Hexer-Spiel auch durch, ganz sicher … Und ich weiß auch schon, dass mein Geralt mit Yen zusammenkommen wird, Triss ist einfach ein zu fieses Biest.
Habt ihr The Blood of Dawnwalker schon gespielt? Wie fandet ihr die Geschichte von Coen im Vergleich zu The Witcher 3? Welches Spiel gefällt euch besser und warum? Schreibt einen Kommentar!
Mich persönlich hat The Blood of Dawnwalker vom Konzept her mehr abgeholt, vor allem aber deswegen, weil ich die Welt von Geralt schon aus den Büchern kannte. Vampire sehe ich aber viel zu selten, vor allem gut umgesetzt, und Rebel Wolves hat sich hier richtig Mühe gegeben, sie richtig fies werden zu lassen: Die Blutsauger des neuen Vampir-RPGs sind weder Edward noch Dracula, haben eine richtig fiese Methode, um Menschen zu verwandeln
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