The Witcher 3 zählt zu den größten Meisterwerken im modernen Gaming und hat tausende Fans weltweit für das – zugegeben ziemlich brutale – Universum des Hexers gewonnen. Geralt und all die Figuren aus den Spielen existieren aber schon viel länger … und teilweise deutlich anders als das, was ihr vielleicht kennt.
Die Zahl am Titel lässt es schon vermuten, aber The Witcher 3 hat das Universum nicht gegründet. Schon davor gab es logischerweise zwei Spiele der Hauptreihe – weniger von euch wissen vielleicht, dass all das auf einer Buchreihe basiert und dass sogar ein Film vor der beliebten Serie mit Henry Cavill und später Chris Hemsworth existierte.
Seinen Ursprung hat The Witcher in der „Hexer“-Saga des polnischen Autors Andrzej Sapkowski, die mittlerweile immerhin neun Bücher umfasst. Sieben davon sind schon vorm ersten Witcher-Spiel von 2007 erschienen.
Als jemand, der die Bücher schon gelesen hat, ehe die Spiele-Reihe existierte, hat mich eine Sache immer wieder verwundert: Warum zur Hölle sollte irgendjemand eigentlich Triss Merigold mögen?
Sicher, sie ist eine der mächtigsten Frauen in der Loge der Zauberinnen. Aber die Dame hat einen furchtbaren Charakter. Genau das ist auch immer wieder Gespräch in der Community, zuletzt in einem Thread auf Reddit mit über 10.000 Upvotes.
Team Triss vs. Team Yen ist ein Phänomen von The Witcher 3
The Witcher 3 erlaubt euch Romanzen-Pfade, etwas, das schon in den vorigen Spielen … mehr oder weniger der Fall war. Kleiner Exkurs: Da Hexer durch die Kräuterprobe unfruchtbar, aber doch körperlich sehr fit werden, sind sie bei Frauen im Universum recht beliebt. Einen entsprechenden Ruf haben sie und das zeigt sich sehr grafisch in allen Witcher-Spielen.
Gerade The Witcher 3 geht hier aber etwas tiefere Wege mit echten Beziehungen und nicht nur schnellen Stelldicheins. Zur Auswahl stehen zwei potentielle Partnerinnen für Geralt mit eigenen Charaktereigenschaften:
- Triss Merigold, das „tradwife“, mit dem Geralt auf einer schnuckligen Farm irgendwo im Nichts alt wird (oder eben auch … nicht alt wird),
- oder Yennefer von Vengerberg, Nilfgaards Hofzauberin mit starkem Willen und die Frau, die Ciri am ehesten als Mutter anerkennen würde.
Gerade, weil viele Spieler offenbar das „Happy End“ für Geralt wollen und ihm nach dem ganzen Krieg und Monsterschlachten einen ruhigen Lebensabend wünschen, wählen sie Triss. Wüssten sie, wer diese Frau ist, würden sie sich vermutlich anders entscheiden.
Noch eine Information am Rande: Es ist auch möglich, dass sich Geralt für beide Frauen entscheidet. In dem Fall wartet eine „geheime“ Szene mit einem nicht so glücklichen Ende für den Casanova.

Triss Merigold ist ein selbstsüchtiges Biest und schämt sich nicht mal dafür
Milde Spoiler-Warnung: Ich gehe hier auf Infos ein, die ihr nur beim Lesen der Bücher und teilweise beim Spielen von The Witcher 1 und 2 bekommt. Wenn ihr beides bisher noch nicht erledigt habt, solltet ihr das im Übrigen unbedingt nachholen.
Schon in den ersten Büchern zu Geralt wird über seinen aktuellen und kürzlich vergangenen Zustand gesprochen: Er leidet an Gedächtnisverlust, weiß nicht so recht, wer er ist, wer seine Freunde sind und was er eigentlich tun sollte.
Bevor das passiert ist, war er eigentlich schon lange Zeit mit Yennefer zusammen – oder so „zusammen“, wie man in einer beidseitig toxischen Beziehung eben sein kann. In jedem Fall aber waren sie ein Paar und hatten ehrliche Gefühle füreinander.
Triss dagegen hat diese Amnesie ausgenutzt und sich als seine Partnerin ausgegeben, ihm immer wieder eingebläut, sie seien ein Paar und sie die Liebe seines Lebens. Astreines Gaslighting. An einer Stelle wird sogar beschrieben, wie sie mit „Magie nachgeholfen“ hat, um Geralt zu verführen …
Außer Eifersucht bzw. einer Verliebtheit in Geralt gibt es keine weiteren Gründe, die offensichtlich zu erkennen wären. Einige Fans meinen: Für eine Zauberin sei Triss noch sehr jung. Plötzlich so viel Macht zu haben, führe dazu, dass sie impulsiv handelt. Für mich klingt das eher nach einer schlechten Entschuldigung.
Wer (nur) The Witcher 3 kennt, hat ein völlig falsches Bild von Triss
In The Witcher 3 gibt Triss diese gesamte Geschichte zwar zu, lässt es aber doch weniger wild klingen, als es in Wirklichkeit gewesen sein dürfte. Wer also nur den (noch) neusten Witcher-Teil oder die moderne Serie kennt, der kann gar nicht wissen, wie hinterlistig Triss wirklich ist.
Das Spiel stellt sie als durchaus nette, zuvorkommende Frau dar, die Geralt umsorgt wie eine Ehefrau, die sich alle Mühe gibt, um das Leben ihres Mannes so angenehm wie möglich zu machen. Wären beide noch fruchtbar (denn auch bei Zauberinnen ist das normalerweise nicht der Fall), wäre vermutlich sogar Familienplanung ein Thema. Nur, wer schon einen Verdacht hat, kommt ihr auf die Schliche:
Ich mochte Triss nicht, bevor ich die Bücher gelesen habe, weil sie in TW 3 offen zugibt, Geralt ausgenutzt zu haben, als er unter Amnesie litt. Die Bücher zu lesen hat mich in meiner Meinung zu ihr nur bestärkt.
claytalian auf Reddit
Nun gibt es Diskussionen darüber, ob Yennefer nicht eine ebenso schlechte Wahl wäre und ob Geralt das Rabenhaar nicht ähnlich zu Dingen zwingt, wie es Triss bei ihm getan hat. Ich will euch nicht die ganze Story spoilern, aber die Beziehung zwischen Geralt und Yen ist nuancierter. Eine bestimmte Szene in einem Badehaus mit einer Rasierklinge zeigt sehr deutlich, wie die beiden zueinander stehen und ausgehend davon kann ich euch sagen: Yen ist die einzig richtige Wahl.
Habt ihr die Bücher gelesen oder kennt ihr auch nur The Witcher 3? Wie seht ihr das alles? Hat euch diese Information zu Triss ein anderes Bild von der Zauberin gegeben? Schreibt uns einen Kommentar!
In The Witcher 4 wird die Wahl zwischen Yen und Triss vermutlich nicht mehr stattfinden … was wohl ohnehin seltsam wäre, wenn man bedenkt, dass eine von beiden Ciris Adoptivmutter ist und Ciri die Hauptrolle im nächsten Teil spielt. Wem das nicht passt, für den hat Geralt persönlich
eine Ansage: „Lies die verdammten Bücher“ – Geralt äußert sich zu Beschwerden über Ciri als Protagonistin von The Witcher 4
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