Mit dem „The Witcher 3: Wild Hunt – Remastered” erscheint am 29.09.2026 eine neu überarbeitete Fassung des beliebten Rollenspiels. MeinMMO-Autorin Linda Baumgartl hat sich vor allem auf das modernisierte Kampfsystem gefreut. Doch am Ende kam alles anders.
Als das Remaster zu „The Witcher 3“ auf der diesjährigen gamescom angekündigt wurde, hätte ich mich kaum mehr freuen können. Das Spiel gehörte zu den ersten Story-Games, die mich wirklich tief beeindrucken konnten. Bis heute hat es einen ganz besonderen Platz in meiner Steam-Bibliothek – und meinem Herzen. Ich freue mich daher über jeden Anlass, mich erneut mit Geralt ins Abenteuer zu stürzen.
Trotz aller Begeisterung hat Witcher 3 natürlich auch schwächere Seiten. Dazu gehört insbesondere das häufig in Diskussionen genannte und kritisierte Kampfsystem. Und hier kommt das Remaster ins Spiel. Das versprach im Trailer nämlich, neben zahlreichen weiteren Anpassungen, einen „verbesserten Kampf“.
Beim Testen von Witcher 3 Remastered war es daher mein oberstes Ziel, mich durch so viele Monsterscharen wie möglich zu schnetzeln und das neue System zu genießen. Wirklich begeistern konnte mich dann aber eine Änderung, die ich zuerst gar nicht auf dem Schirm hatte.
Das neue Kampfsystem ist das kleinere Übel
Um direkt mit möglichst viel Action zu starten, begab ich mich zurück in einen alten Spielstand, was mit dem Remaster zum Glück ohne weiteres möglich ist. Mit dem Silberschwert in der Hand ging es dann zur nächstbesten Monster-Gruppe, die schnell das Zeitliche segnete.
Ist das neue Kampfsystem also gut? Die Antwort darauf ist ein klares jein.
Ja, die Animationen sind flüssiger, reihen sich besser aneinander und sehen in Kombination mit den neuen Finishern einfach gut aus. Genau das ist aber auch der Punkt. Die Sachen sehen vielleicht besser aus. An der inhaltlichen Substanz des Gameplays hat sich aber nur wenig geändert. Zumindest so wenig, dass es am Spielgefühl kaum etwas ändert.
Im Grunde ist es genau das, was man von einem Remaster erwarten kann: eine leichte technische Modernisierung mit optischer Aufhübschung. Es handelt sich eben nicht um ein komplettes Remake mit überarbeiteten Spielmechaniken.
Wer mit dem Kampfsystem in Witcher 3 also bisher überhaupt nichts anfangen konnte, wird auch mit der Remaster nicht glücklich werden. Für alle Witcher-Fans da draußen ist es aber ein nettes Upgrade und im Vergleich zu vorher definitiv das „kleinere Übel“.
Welche konkreten Änderungen gibt es? Auf thewitcher.com findet ihr alle Änderungen, die das Remaster bereithält. Hier sind die Punkte, die sich konkret auf den Kampf beziehen:
- Das Kampfverhalten aller Monster (außer Bossen) wurde verfeinert, darunter ihre Angriffsmuster, Gegenangriffe, Bewegungen, Reaktionen, Rückzüge und die Anwendung von Effekten.
- Neue Finale-Hiebe-Animationen für Geralt wurden hinzugefügt.
- Geralts Animationen beim Annähern an Gegner im Kampf wurden verbessert, um für geschmeidigeres Gameplay zu sorgen.
- Das Wechseln des erfassten Ziels beim Bewegen der Kamera im Kampf wurde verbessert.
Geralt wird zum Modemogul
Nachdem mich das Testen des neuen Kampfsystems leicht enttäuscht zurückgelassen hatte, machte ich mich daran, die weiteren Änderungen zu erkunden. Nicht zu übersehen ist natürlich die neue Grafik, die im Vergleich zum Next-Gen-Update aus 2022 nochmal eine Schippe drauflegt. Die ist auf jeden Fall schick, auch wenn ich das für mich persönlich nicht gebraucht hätte. Mehr dafür begeistern konnte sich MeinMMO-Redakteur Benedikt Schlotmann, der die technische Seite des Remasters beleuchtet hat.
Wirklich gefesselt hat mich dann aber etwas, von dem ich nicht gedacht hätte, dass es in Witcher 3 so sehr gefehlt hat: nämlich ein Transmog-System. Damit ist es jetzt endlich möglich, das Aussehen von Waffen und Rüstungen mit dem anderer Ausrüstung zu ersetzen, ohne die jeweiligen Werte zu verändern.
- Wenn eure stärkste Ausrüstung im Spiel also ziemlich hässlich ist, müsst ihr den Anblick nicht länger ertragen.
- Andersherum könnt ihr eure liebsten Stücke tragen, auch wenn sie von den Werten her ziemlich schlecht sind.


Was sich nach einer ziemlichen Kleinigkeit anhört, hat bei mir zu stundenlangem Grind geführt. Um das Aussehen eines Ausrüstungs-Gegenstands zu verwenden, müsst ihr ihn nämlich im Inventar haben. Da es mir bisher nicht viel gebracht hatte, Rüstungen und Waffen mit schlechten Werten zu horten, waren die Auswahlmöglichkeiten in meinem Spielstand jedoch ziemlich begrenzt. Also zog ich los und lootete, was das Zeug hält. Dabei konnte ich mich endlich wieder über Items freuen, die ich vorher einfach verschrottet oder sogar liegen gelassen hätte.
Das ist für mich auch der größte Pluspunkt dieser Änderung. Ich habe jetzt eine Motivation, jeden Winkel der Open World nach Ausrüstung abzusuchen, auch wenn ich sie eigentlich gar nicht gebrauchen kann. Das gilt zum Beispiel auch für die Quests, durch die gewisse Ausrüstungs-Sets freigeschaltet werden. Früher wusste ich oft schon vorher, dass eine bestimmte Rüstung nicht zu meinem Kampfstil passt. Ich habe sie mir dann eher aus Pflichtbewusstsein besorgt, ohne wirklich einen Nutzen davon zu haben. Jetzt ist jedes Teil ein Gewinn für meine Modesammlung, und der Grind macht so viel Spaß wie schon lange nicht mehr.
Wie funktioniert das Transmog-System genau? Um eure Ausrüstung optisch anzupassen, müsst ihr mit dem richtigen NPC reden.
- Für Rüstung: Yoana in Krähenfels
- Für Waffen: Hattori in Novigrad
Bei beiden NPCs müsst ihr vorher die persönliche Quest abgeschlossen haben, um auf das Transmog-System zugreifen zu können. Unter „Umschmieden“ könnt ihr dann das Aussehen wählen, das ihr eurer aktuellen Rüstung verleihen wollt. Keines der beiden Ausrüstungsteile geht dabei kaputt. Es ist jedoch eine kleine Gebühr fällig. Angepasste Farben aus dem „Blood and Wine“-DLC werden übernommen.
Wie viel Neues steckt im Remaster? Eingefleischte Witcher-Fans dürften jetzt einwenden, dass Transmog schon vorher in Witcher 3 möglich war: nämlich durch eine Mod. Ich persönlich bevorzuge es aber einfach, Spiele möglichst vanilla
zu spielen – vor allem beim ersten Durchgang. Daher war ich bisher noch nicht in den Genuss gekommen, mich in Witcher 3 modisch ausleben zu können. Umso mehr freue ich mich, dass die Entwickler dieses Feature jetzt offiziell ins Spiel geholt haben.
Ähnlich sieht es übrigens auch bei anderen Neuerungen aus. Beliebte Mods, die etwa das Tragelimit aufheben, unendlichen Atem unter Wasser geben oder die Geschwindigkeit von Booten erhöhen, wurden durch das Remaster ebenfalls ins Spiel übertragen. Ihr findet sie als optionale Anpassungen in den Einstellungen.
Insgesamt erfindet The Witcher 3 Remastered das Spiel zwar nicht neu. Es legt aber einen guten Grundstein für den kommenden DLC Songs of the Past, der schon nächstes Jahr erscheinen soll. Worum es in diesem neuen Abenteuer mit Hexer Geralt gehen wird, erfahrt ihr hier bei uns auf MeinMMO: The Witcher 3: Songs of the Past stellt endlich den besten Charakter des Universums in den Mittelpunkt
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