Auf der BlizzCon 2026 hat Blizzard haufenweise große Ankündigungen rausgepfeffert, vom lang erwarteten WoW Classic+ bis hin zu Diablo 5 völlig aus dem Nichts. Für MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus ist jedoch ein altes Spiel das Highlight, das viele Fans schon lange abgeschrieben haben.
Nein, die Rede ist nicht von StarCraft, für das Blizzard einen Open-World-Shooter angekündigt hat. So sehr ich auch Strategiespiele liebe, StarCraft hat mich nie sonderlich fasziniert. Da war mir Warhammer einfach lieber.
Ich spreche natürlich von Heroes of the Storm, dem Versuch von Blizzard, sich das eigene Spiel zurückzuholen und LoL sowie Dota 2 Konkurrenz zu machen, mit … mäßigem Erfolg. Es kam einfach zu spät.
2018 hat Blizzard den größten Teil der Unterstützung gestrichen, darunter den E-Sports und viele Entwickler-Stellen, die am Spiel arbeiten sollten. 2022 wurde das MOBA dann vollends und ohne große Zeremonie in den Wartungsmodus versetzt.
Wie viele andere, dachte ich, dass Heroes of the Storm endgültig gestorben sei. Es gab immer mal wieder kleine Lebenszeichen wie plötzliche Balance-Patches oder die Integration im Game Pass sowie vielversprechende Worte von Phil Spencer. Seit gestern weiß ich: Heroes of the Storm lebt wieder und verdammt, ist das geil!
Blizzard schenkt einem totgeglaubten Spiel Liebe und ich bin völlig aus dem Häuschen
Auf der BlizzCon 2026 hat Blizzard als eine der ersten Ankündigungen einen neuen Helden für Heroes of the Storm angekündigt: Xal‘atath, die große Gegenspielerin aus World of Warcraft.
Xal’atath ist eine Fernkampf-Assassine, die mit dem Herz der Finsternis um sich wirft, Horden von Leerenkreaturen beschwört und sich verwirrend teleportiert – ein echter Schrecken auf dem Schlachtfeld.
Damit aber nicht genug, Blizzard hat noch einen zweiten Helden versprochen, wenn auch bisher ohne zu sagen, um wen es sich dabei handelt. Zwei neue Charaktere für ein totes Spiel sind aber ein Grund zum Feiern – so sehr, dass ein Freund direkt nach der Ankündigung den Download starten wollte.
Mir geht es ähnlich, denn spätestens mit Xal‘atath, sicherlich aber schon vorher, werde auch ich wieder im Nexus verschwinden und so bald nicht mehr von dort auftauchen. Sicher zocke ich nebenher anderes, wie das vielversprechende WoW Forever, oder die neue Season von Diablo 4.
Aber der größte Teil meiner Zeit wird von Heroes of the Storm gefressen, denn dieses Spiel hat einen der Grundsteine für meine aktuelle Arbeit hier bei MeinMMO gelegt.







Heroes of the Storm hat mir gezeigt, wie man mit Gaming Geld verdient
Vielleicht ist es etwas schwierig, nachzuvollziehen, warum ich diese scheinbar kleine Ankündigung so feiere. Aber Heroes of the Storm ist für mich mehr als einfach nur eine Alternative zu League of Legends (das ich ebenfalls gerne gespielt habe und zuletzt wieder häufiger).
In meiner späten Jugend bzw. meinem frühen Erwachsenenleben habe ich mit Heroes of the Storm Geld verdient – nicht viel, aber es war, abgesehen von Rasenmähen und dem mageren Gehalt als Koch-Lehrling, mein erstes selbstverdientes Geld. Und das im E-Sports, der damals in Deutschland nicht viel mehr als ein Meme war (ähnlich wie Bitcoin).
Mit einem festen Team und durch offizielle Turniere habe ich gelernt, wie E-Sports funktioniert, wie man professionell spielt und verstanden, dass Gaming mehr sein kann als einfach nur ein Hobby. Es kann zum Beruf werden, mit allen Nachteilen, die ein Beruf mit sich bringt. Heroes of the Storm hat maßgeblich dazu beigetragen, dass ich heute hier tiefe Analysen schreiben darf und lange Zeit den E-Sports auf MeinMMO bearbeitet habe.
Ums Geld ging‘s mir damals allerdings überhaupt nicht. Denn Heroes of the Storm war nicht vor allem mein Einstieg ins professionelle Gaming, sondern ein Spiel, das sich maßgeblich von anderen MOBAs unterschieden hat.
Ein Spiel, das alles besser macht als die Konkurrenz
Das Spielprinzip von Heroes of the Storm ist fast identisch mit dem von Dota 2 und League of legends – die nebenbei beide auf „Defense of the Ancients“ basieren, einer Mod für Warcraft 3. Ja, die Ironie war fast allen bewusst, außer Blizzard, offenbar.
Anders als LoL, Heroes of Newerth und Co., gibt es in Heroes of the Storm aber keine Hypercarries. Es gibt nicht den einen Spieler, der alle anderen meilenweit hinter sich lässt. Teams leveln gemeinsam, die Maps sind nicht alle identisch, sondern haben Map-Mechaniken.
Diese Mechaniken sorgen meist dafür, dass der Spielfluss unterbrochen wird und die Teams aufeinander treffen. Teamplay ist also notwendig, um zu gewinnen. Ein Spieler alleine reißt nichts. Selbst, wenn ein Team zu dominieren scheint, kann ein guter Kampf der Gegner immer noch deren Sieg bedeuten.
Außerdem gibt es in Heroes of the Storm keine Items. Helden haben also nicht verschiedene Builds, die man als Spieler auswendig lernen muss, um sie kontern zu können. Der Skill und die Synergien im Team bestimmen, wie gut oder auf welche Weise man gegen das Gegner-Team ankommt.
Ach ja und … natürlich hat Heroes of the Storm etwas, das kein anderes MOBA jemals nachmachen kann: Helden aus allen Blizzard-Spielen, und allein das macht es zu so einem liebgewonnenen Spiel.
Nur zwei neue Helden, erst mal … aber man darf ja hoffen
Ob Heroes of the Storm wirklich ein vollwertiges Revival bekommt, lässt sich noch nicht sagen. Aktuell lässt mich die Euphorie einfach nur sehen, dass ich bald wieder zocken werde und das in einem vermutlich unvernünftigen Maß. Aber mir egal, ich will das!
Für eine echte Rückkehr bräuchte Heroes of the Storm aber mehr: Balance-Patches, eine regelmäßige Map-Rotation für Ranked-Spiele, Turniere. Die müssen nicht mal groß sein, Blizzard muss nur zeigen, dass die Community noch eine Rolle spielt.
Denn noch immer wird Heroes of the Storm aktiv gespielt. Egal, wann ich mich einlogge: Matches finden sich jederzeit, sogar recht schnell – zumindest im ARAM-Modus. Ob ich jemals wieder in den E-Sports zurückkehre, bezweifle ich, aber die Lust, mal wieder in einem Turnier mitzumischen, kommt regelmäßig auf. Vielleicht erfüllt mir Blizzard diesen Wunsch ja …
Was war euer Highlight auf der BlizzCon? Habt ihr euch über Heroes of the Storm genauso gefreut wie überraschend viele Leute hier in der Redaktion und sogar drüben bei den Kollegen der GameStar? Schreibt einen Kommentar!
Heroes of the Storm hilft mir aktuell sogar dabei, die eine bittere Botschaft zu verdauen, die ich bei der BlizzCon mitbekommen habe – und das nicht einmal bei einem Panel, sondern nur durch das Interview einer anderen Website: Diablo 4 ist schon zu Ende und trotz aller Freude über Diablo 5 könnte ich kaum enttäuschter sein
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