Lohnt sich Destiny 2 Forsaken? – Kaum Innovation, 5 Versprechen

Was bringt Forsaken eigentlich Neues zu Destiny 2? Ziemlich wenig, sagt unser Autor Schuhmann. Aber Bungie gibt 5 Versprechen, die Fans Mut machen. Kann man diesen Versprechen trauen und lohnt sich ein Kauf?

Was bringen Erweiterungen zu Spielen? Die typische Erweiterung eines „Game-as-a-Service“ bringt ein großes, neues Feature ins Spiel. Im Idealfall ist es ein Feature, nach dem sich Fans seit Jahren gesehnt haben.

Mit diesem Feature wird dann geworben und es wird in den Mittelpunkt der Präsentation des Addons gestellt.

  • Ein klassisches neues Feature bei MMORPGs ist etwa: „Ihr könnt jetzt fliegen!“ Das verwendete Final Fantasy XIV für „Heavensward.“ Nun sah man die Welt von oben – viele Spieler lieben das und die Bequemlichkeit des schnellen Reisens
  • Bei The Division stellte man mit DLCs neue Modi, etwa einen Survival-Modus, in den Vordergrund: „Ihr kämpft jetzt ums Überleben.“ Abwechslung vom Alltag – das mag man
  • Bei Guild Wars 2 gab’s plötzlich Mounts: „Guck mal, auf denen könnt Ihr reiten.“ – Mit denen ließ sich die Umgebung plötzlich neu entdecken. Sie sprangen oder konnten sich durch unwegsames Gebiet bewegen – jedem Guild-Wars-2-Spieler war klar, wie sich das Spiel ändern würde

Bei Forsaken wirbt Bungie zentral mit der Story um Cayde-6. Das zeigt schon: So ein typisches, neues Feature hat Forsaken nicht.

Daran sind die Hüter aber gewöhnt.

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Kaum Innovationen in Forsaken – klassische Story-Erweiterung

Was brachten Erweiterungen zu Destiny? Bei Destiny 2 gab es solche Neuerungen im Laufe der Jahre ohnehin nur in kleinen Dosen. Mal Private Matches als neues Feature von „Rise of Iron“, zwischendurch mal „Sparrow Racing“.

Gerne lockte Destiny auch mit dem Versprechen, jetzt endlosen Content durch clevere Mechanismen zu erreichen (Fluch des Osiris, Haus der Wölfe). Das stellte sich bisher jedoch immer als Flop heraus.

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Ansonsten setzte Destiny 2 konsequent auf Story-Erweiterungen – wie auch diesmal. Man verändert am Spiel nur wenig: vielleicht einige Spiel-Mechaniken. Ansonsten setzt man die Story des Spiels in den Fokus der Werbung.

Klar ist: Forsaken ist eine typische Content-Erweiterung. Es ist „mehr vom selben“ und keine große Feature-Erweiterung.

Was verspricht Forsaken?

Forsaken soll die Wende bringen: Aber Forsaken soll trotzdem eine Wende für Destiny 2 sein. Das verspricht Bungie und stellt diese Botschaften der Veränderung seit Monaten in den Mittelpunkt der Kommunikation.

Wir stellen Euch die fünf zentralen Versprechen von Forsaken vor.

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1. Versprechen: Es gibt wieder Heldenmomente

Darum geht’s: Einzelne Spieler sollen im PvP wieder die Möglichkeit haben, durch überlegene Spielweise mehrere Gegner zu überraschen und zu bezwingen.

Wie will man das erreichen? Das PvP wird schneller. Super-Fähigkeiten und Skills werden mächtiger – einige Waffen ebenfalls. Es soll wieder schneller im PvP gestorben werden.

Denn nur, wenn Gegner innerhalb weniger Augenblicke umfallen, kann ein einzelner Spieler sie bezwingen. Haben die Gegner die Gelegenheit, dem ersten Feuer standzuhalten, können sie gemeinsam den Aggressor bezwingen.

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An wen richtet sich diese Änderung? Diese Änderung zielt vor allem auf Streamer und sehr starke PvP-Spieler ab. Die sollen mit Destiny 2 wieder glänzen können.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Destiny 2 das Versprechen hält? Das ist sehr wahrscheinlich. Da sah man schon erstes Gameplay. Das PvP sah deutlich schneller aus. Das wird so passieren. Die Frage ist, ob das PvP dann auch für „den normalen Spieler“ interessanter wird.

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2. Versprechen: Diesmal gibt es keine Content-Dürre

Darum geht’s: Es soll keine langen Perioden geben, ohne dass neue Spielinhalte nachgeschoben werden. Auch bei Destiny 2 gab es etwa zwischen dem Januar 2018 und dem Mai 2018 wieder eine längere Trockenphase. Sowas soll nicht mehr vorkommen.

Wie will Bungie das erreichen? Das weiß nur Xur. Laut Bungie will man einfach jeden Monat irgendwas bringen: Ein Event, irgendwas Neues. So soll es Überraschungen, Geheimnisse und tolle Sachen geben.

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An wen richtet sich diese Änderung? An alle Spieler von Destiny, vor allem an Vielspieler.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Destiny dieses Versprechen hält? Es ist sehr unwahrscheinlich, dass man diesem Satz wirklich eine Bedeutung geben wird. Vielleicht gibt’s dann in einem Monat nur ein lockeres Event, das jeder nach 30 Minuten durchgespielt hat.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Destiny sich unheimlich schwer damit tut, bedeutsame Spielinhalte herauszubringen. Auch den DLCs mangelte es daran. In der Regel gab es pro Jahr nur einen, maximal zwei „bedeutsame“, neue Spielinhalte. Dass es Bungie jetzt schafft, Content-Dürren komplett zu vermeiden, ist nahezu ausgeschlossen.Destiny 2 Forsaken Gambit 10

3. Versprechen: Gambit wird ein fantastischer neuer Modus

Worum geht’s? Bei Gambit spielen zwei Gruppen von Hütern indirekt im PvE gegeneinander. Es gibt aber auch eine leichte PvP-Einlage.

Wie will Bungie das erreichen? Man hat sehr hohes Vertrauen in den neuen Modus. Der Modus ist auch durchaus clever. Bungie versucht seit Jahren, PvP-Muffel in den Schmelztiegel zu bringen. Gambit versucht das jetzt, indem man einfach PvE zum PvP macht.

An wen richtet sich Gambit? An PvP-Muffel, denen PvE irgendwann langweilig wird und die zeigen möchten, dass sie besser PvE können als alle anderen Teams.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Destiny dieses Versprechen hält? Die hochtrabenden Versprechen wird man wohl nicht halten. Nach dem ersten Eindruck ist Gambit ein cleverer Modus, der manchen sehr gefällt und der andere kalt lässt. Hat auf jeden Fall Potential.Destiny 2 Forsaken barone uldren Title

4. Versprechen: Destiny 2 will das Hobby zurückbringen

Worum geht’s? Hiermit meint Bungie, dass man Spieltiefe und Langzeitmotivation zu Destiny bringen will. „Hobby“ ist der Sprachcode für „MMO“-Elemente.

Wie will Bungie das erreichen? Man orientiert sich weitgehend wieder an Destiny 1. Man will das Leveln schwieriger, aber auch vielfältiger gestalten, den Spielern mehr Entscheidungsgewalt über ihren Hüter und ihre Ausrüstung geben. Random Rolls kommen zurück. Es soll Titel und allerlei andere Sachen zu jagen geben.

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An wen richtet sich die Änderung? Das richtet sich klar an Spieler, die vorhaben, jede Woche Destiny 2 für einige Stunden zu spielen. Man spricht da von einem „Livestyle“-Game, von einem Spiel, das man in sein Leben einbaut. Wie andere Leute regelmäßig ins Fitness-Studio oder ins Kino gehen, sollen Destiny-2-Spieler regelmäßig einloggen und sich dort unterhalten.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Destiny 2 dieses Versprechen hält? Das ist ziemlich wahrscheinlich, dass Bungie sich darum bemüht und es ihnen auch gelingt. Immerhin haben sie es in Destiny 1 ja auch geschafft.

Hier sollte man aber nicht erwarten, dass Destiny 2 als Hobby heißt, dass es immer was Tolles und Neues gibt, sondern mehr Tiefe und mehr Grind.

Entscheidend wird sein, wie viel Arbeit Bungie wirklich in die „Träumende Stadt“ gesteckt hat. Dazu lässt sich vorm Launch nichts sagen. Die Endgane-Zone bleibt bei aller Spoilerei noch Bungies Geheimnis.

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5. Versprechen: Wir sind jetzt fertig, durchdacht, einfach besser

Darum geht’s: Das zentrale Versprechen vor Destiny 2 ist es, dass Forsaken das beste Destiny aller Zeiten wird. Man habe das Beste aus Destiny 1 und 2 genommen, Fan-Feedback mit einbezogen, dazu noch einige Neuigkeiten hinzugefügt – und jetzt sei es … vielleicht nicht perfekt, aber so gut wie es nie vorher war.

Die mitschwingende Aussage ist hier: „Wir wissen, dass wir Destiny 2 durch eine Casual-Ausrichtung und Zeitdruck vermasselt haben, diesmal ist es wirklich gut.“

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Wie will Bungie das Erreichen? Durch mehr Sorgfalt und mehr Zeit bei den Systemen. Vor Destiny 2 wurde das Mod-System zusammengestückelt, die Random-Rolls sollten durch was Besseres ersetzt werden – das wurde dann nicht fertig. Jetzt hatte man Zeit, all diese Systeme zu vollenden.

An wen richtet sich das Versprechen? Ausnahmslos an alle Spieler.

Wie wahrscheinlich ist es, dass Bungie das Versprechen hält? Das ist relativ wahrscheinlich. Sie hatten jetzt genug Zeit. Destiny 2 wurde in kleinen Schritten über die letzten Monate besser. Man kann davon ausgehen, dass Forsaken wirklich ausgereifter und durchdachter ist, als das Destiny der letzten Jahre.

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Forsaken kaufen – Ja oder Nein?

Lohnt sich Destiny 2 Forsaken?

  • Wer Innovation und „was Neues“ von Destiny 2 Forsaken erwartet, der kann ruhig skeptisch sein
  • Wer bei allen Ideen mit der Zunge schnalzt und „Jippie“ ruft, der hat Forsaken sicher schon vorbestellt
  • Wer sich unsicher ist, der sollte ruhig zwei Wochen mit der Kaufentscheidung warten. Bis dahin wird sich größtenteils herauskristallisiert haben, ob Destiny 2: Forsaken das hält, was es verspricht
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