Lohnt es sich, für die Scharlach-Woche zu Destiny 2 zurückzukehren?

Das Warten hat ein Ende. Bei Destiny 2 hat der Weekly Reset am 13.2. den Start der Scharlach-Woche eingeläutet. Das Valentinstag-Event lockt die Hüter mit frischen Belohnungen und neuem Spielmodus vor die Bildschirme. Was hat sich konkret verändert? Wie spielt sich dieses Event? Lohnt es sich, für die Scharlach-Woche Destiny 2 zu starten?

Mit einer kleinen, wartungsbedingten Verspätung starteten gestern – am Dienstag, den 13.2. – die einwöchigen Festlichkeiten zu Ehren des Valentinstags in Destiny 2: Die Scharlach-Woche läuft. 

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Das Highlight in der Scharlach-Woche ist eine 2vs2-Schmelztiegel-Playlist. Über diese Playlist verdient Ihr Scharlach-Engramme, in denen allerhand kosmetische Event-Items stecken. Viel mehr hat das Valentinstag-Event jedoch nicht zu bieten. Lohnt es sich, für das 2vs2 mal wieder in Destiny 2 reinzuschauen?

2vs2-PvP-Modus – das Herzstück des Events

Bei der „Scharlach-Woche“-Playlist im Schmelztiegel handelt sich um den ersten PvP-Modus in Destiny 2, der vom einheitlichen 4vs4 abweicht.

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Der Spielmodus ist 2vs2-Konflikt, zudem ist er rundenbasiert.

Wie läuft das Runden-System ab? Jede Runde dauert 2 Minuten, wobei innerhalb von 4 Runden ein Sieger-Duo gefunden werden soll. Sprich, das Team, das zuerst 3 Runden gewinnt, gewinnt das gesamte Match. Für den Runden-Sieg benötigt man nach Ablauf der regulären 2 Minuten gemeinsam mit seinem Partner mehr Punkte als die gegnerische Seite. Ihr sammelt Punkte, indem Ihr Gegner besiegt. Pro Kill gibt’s einen Punkt.

Was passiert bei Punktegleichstand? Ist man am Ende einer Runde punktgleich mit seinen Opponenten, gibt es eine Verlängerung, wo man für einen Sieg einen Kontrollpunkt einnehmen oder die Gegner eliminieren muss. Respawns sind für die Dauer der Verlängerung deaktiviert.

Sollte es dazu kommen, dass es auch bei den Runden Unentschieden – also 2 zu 2 – steht, so gibt es eine Verlängerungsrunde. Auch hier müssen entweder ein Kontrollpunkt eingenommen oder Gegner ausgeschaltet werden, um als Match-Sieger hervorzugehen. Respawns sind bei dieser Verlängerung ebenfalls nicht möglich.

Destiny 2 Scharlach After match

Der neue PvP-Modus hat folgende Besonderheiten:

  • Wenn Ihr nahe bei Eurem Verbündeten seid, laden Eure Fähigkeiten schneller auf.
  • Seid Ihr von Eurem Verbündeten zu weit weg, wird für die Gegner ein Wegpunkt sichtbar, der Eure Position verrät.
  • Wiederbelebungen sind nicht möglich. Nach einer Tötung respawnt man automatisch nach wenigen Sekunden wieder.

Solltet Ihr keinen Partner für die PvP-Matches haben, werdet Ihr passend zum Valentinstag von Bungie mit jemandem verkuppelt.  Es gibt normales Matchmaking. Levelvorteile sind in der Scharlach-Playlist deaktiviert.

Kann das Valentinstag-Event überzeugen?

Sven meint:

Ich muss zugeben, die Scharlach-Woche hat mich bei ihrer Ankündigung nicht wirklich berührt. Sie markiert zwar einen weiteren kleinen Schritt in die richtige Richtung, jedoch sind meiner Meinung nach ganz andere Faktoren dafür verantwortlich, dass Bungie die Spieler in Scharen weglaufen, als ein Mangel an Events und an kosmetischen Belohnungen.

Am stärksten leidet das Spiel unter fundamentalen Problemen wie zum Beispiel dem fehlendem End-Game, dem aktuellen Waffensystem, dem trivialen Loot oder der generellen casual-freundlichen Ausrichtung des Spiels  Diese Ärgernisse bleiben von den Neuerungen und Verbesserungen, welche dieses Event mit sich bringt, fast gänzlich unangetastet. Insofern bin ich mit einer großen Portion Skepsis in die Scharlach-Woche gestartet.

Destiny-Scharlach

Doch nach einem intensiven Abend im Schmelztiegel musste ich überrascht feststellen – das Event macht entgegen all meiner Erwartungen großen Spaß!

Den neuen 2vs2-Modus finde ich erfrischend, dieser tut dem Spiel definitiv gut. Selten zuvor habe ich in Destiny 2 so viel Spaß im Schmelztiegel gehabt wie am vergangenen Abend.

Warum kann der 2vs2-Modus überzeugen?

Der neue Modus fühlt sich schneller an als die Gefechte in den bisherigen Playlists. Die Aufladezeit der Fähigkeiten ist für meinen Geschmack im Gegensatz zum Hexenkessel-Modus genau richtig dosiert. Klar fliegen mir nun öfter Granaten entgegen, aber ich selbst kann sie ebenfalls häufiger nutzen.

Es eröffnen sich – so komisch das auch klingen mag – viel mehr taktische Möglichkeiten als beim regulären 4vs4. Man kann sich nun auch mal ruhigen Gewissens trennen und einen Gegner effektiv flankieren, ohne automatisch in den sicheren Tod zu rennen. Auf diese Weise konnte ich mich gestern Abend des Öfteren gegen zwei Gegenspieler gleichzeitig durchsetzen – auch wenn beide nahe beieinander agierten. Fast alle Gefechte verliefen spannend.

Dadurch blitzen die so schmerzlich vermissten Destiny-Momente aus dem Vorgänger wieder auf, ich fühlte mich – auch aufgrund der neuen alten Map – stellenweise in die gute alte Zeit zurückversetzt, die sich so viele von uns zurückwünschen. Auch über einige der Belohnungen, wie zum Beispiel den exotischen Scharlach-Sparrow, den ich nach circa 10 Runden endlich mein Eigen nennen durfte, habe ich mich gefreut.

Kurzum – ich hatte seit sehr langer Zeit wieder sehr viel Spaß mit Destiny 2. So viel, dass dieser Spaß mich für eine kurze Weile all die wirklichen Probleme, mit denen das Spiel hadert, vergessen ließ.destiny-2-scharlach

2vs2 wird nicht ewig die Sorgen vergessen lassen

Die wichtigste Frage hierbei ist, für wie lange? Denn die besagten Probleme sind dadurch nicht aus der Welt – sie werden durch den kurzweiligen Spaß des aktuellen Events nur ausgeblendet und ich befürchte, dass dieser Spaß spätestens mit dem Ende der Scharlach-Woche auch schnell sein Ende finden wird.

Klar würde ich jetzt lieber Rüstungen und Waffen mit Random-Rolls und spielrelevanten Werten hinterherjagen und nicht nur rein kosmetischem Kram. Klar möchte ich, dass Bungie endlich größere Verbesserungen und mehr Substanz bringt als nur die Abschwächung des Ingame-Shops und einen neuen PvP-Modus.

Aber eines habe ich gestern Abend deutlich gespürt: Wenn auch nur kurz – aber Destiny 2 schafft es trotzdem noch, die Genialität seines Vorgängers ab und an durchblitzen zu lassen. Das zeigt mir, dass Destiny 2 noch nicht tot ist. Nicht für mich.

Ich drücke alle Daumen, Zehen und was man noch alles drücken kann, dass Bungie es letztendlich schaffen wird, uns allen endlich die Spielerfahrung zu liefern, nach der wir uns so schmerzlich sehnen und die die Spielereihe auch verdient.

Lohnt es sich also, Destiny 2 für die Scharlach-Woche nochmal zu starten? Ja, kurzzeitig auf jeden Fall. Schnappt Euch Euren Kumpel, spielt ein paar Matches im 2vs2 und habt ein paar Stunden gemeinsam Spaß. Aber die grundlegenden Probleme von Destiny 2 sind damit noch nicht aus der Welt.

Habt Ihr das 2vs2 schon gespielt? Wie sieht Eure Meinung dazu aus?

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