Call of Duty: Vanguard ist zum Release nur halb so relevant wie Modern Warfare – Wo ist der Hype?

Das neue Call of Duty: Vanguard ist ein grundsolides CoD geworden. Doch das Interesse an dem neusten Teil der Shooter-Reihe ist so gering wie seit Jahren nicht. In Deutschland erreicht der Shooter, laut Google Trends, weniger als die Hälfte der Relevanz wie Modern Warfare (2019). MeinMMO begibt sich mit euch auf Spurensuche, woran das liegt.

Was ist Vanguard für ein CoD? Das neue Call of Duty nutzt das altbekannte Setting „Zweiter Weltkrieg“ und kommt mit einer Kampagne für Solo-Spieler, PvP-Action im Mehrspieler-Modus und PvE-Gemetzel im Zombie-Modus.

Bei der Technik setzt Vanguard auf eine aufpolierte Grafik-Engine von Modern Warfare, dem CoD aus 2019, und spielt sich auch ganz ähnlich. Zum Start bietet der wichtigste Modus, der Multiplayer, eine große Menge an Content und spaßiges Gameplay.

Trotzdem zog der Release nur wenig Interesse und das lag zu einem Großteil an hausgemachten „Problemen“. Denn die CoD-Reihe ist heute nicht mehr dieselbe wie noch vor 3 Jahren.

Alles, was ihr zum neuen Call of Duty: Vanguard wissen müsst – in 2 Minuten

Vanguards Hype bleibt zum Release aus

Ist das Interesse wirklich so gering? Ein starker Indikator für das Interesse an einem Spiel sind die Google-Trends. Mit diesem Tool kann man prüfen, wie viele Suchanfragen es im Zusammengang mit einem bestimmten Spiel oder einer Spielreihe gab. Schauen wir uns die „Trends“ der letzten 5 Jahre zum Schlagwort „Videospielreihe – Call of Duty“ an:

call of duty google volumen der letzten 5 jahre nov 2021

Wir haben die CoD-Releases der letzten Jahre farblich markiert. Das höchste Interesse der letzten 5 Jahre zogen demnach CoD WWII von 2017 und Modern Warfare von 2019. Unten endet die Skala mit dem neuen Vanguard auf dem vorletzten Platz und Black Ops 4 von 2018 mit dem geringsten Volumen zum Release.

Nach dem Release von Black Ops 4 galt die CoD-Reihe als Problem-Franchise beim Publisher Activision. Die Verkäufe lagen unter den Erwartungen und es kam sogar zu Entlassungen, die im Zusammenhang mit der schlechten Performance stehen könnten (via venturebeat.com).

Ähnlich gering sieht aktuell das Interesse an Vanguard aus, zumindest mit Blick auf die Google-Trends.

Auch die ersten Verkaufszahlen zeigen dieses Bild und so verkauft sich Vanguard in Großbritannien rund 40 % weniger als im letzten Jahr Cold War zum Release. Hier könnte es der schlechteste Start eines CoD seit 14 Jahren sein. Vanguard war trotzdem bisher der zweitgrößtes Release 2021 in Großbritannien hinter FIFA 22 und stieg auf Platz 1 der Verkaufscharts ein (via vgc.com).

Google Trends spiegelt das Such-Interesse an einem Thema und dem Themen-Cluster wider. Man kann es als Parameter dafür verwenden, wie hoch das Interesse an einem Thema ist: Es zeigt die Relevanz an.

Ein hausgemachtes „royales“ Problem

Wieso performt Vanguard relativ schlecht? Dafür kann man mehrere Gründe aufzählen:

  • Das Setting kam deutlich schlechter an als in den letzten beiden Jahren
  • Mit Battlefield 2042 feiert ein gehypter Konkurrent ebenfalls im November seinen Release

Doch es gibt eine Sache, die dem Premium-Titel am meisten zusetzt: Call of Duty: Warzone. Bedienen wir uns hier wieder dem Graphen von Google-Trends:

call of duty google volumen der letzten 5 jahre nov 2021 warzone

Das kostenlose Battle Royale hat der CoD-Reihe einen kräftigen Schub gegeben. Zusammen mit den Live-Seasons, die mit Modern Warfare 2019 eingeführt wurden, war Call of Duty plötzlich das ganze Jahr über relevant. Das Volumen ist also das ganze Jahr über höher, statt auf die Releases am Ende des Jahres konzentriert.

Besonders die ersten 6 Monate von Warzone ging regelrecht die Post ab und im April 2021 vermeldete das Battle Royale 100 Millionen Spieler.

Im neusten Quartalsbericht „Quartal 3“ von Activision Blizzard ist sogar von 119 Millionen monatlich aktiven Spielern die Rede, verteilt auf das ganze CoD-Franchise inklusive CoD Mobile (via activision.com). Zum Wachstum der Zahlen zum Vorjahres-Vergleich habe vor allem der Mobile-Ableger beigetragen.

Call of Duty hat sich damit seit 2019 zu einem Titel entwickelt, der nicht mehr nur punktuell für einige Zeit nach einem großen Release relevant ist. CoD ist nun das ganze Jahr über ein Thema und hier liegt das Risiko für die jährlichen Premium-Titel.

Statt sich nämlich einmal im Jahr die volle CoD-Dröhnung abzuholen und das Geld für den Premium-Titel im November auszugeben, bespielt CoD sein Publikum nun das ganze Jahr. Wer Lust auf seine Ration CoD hat, der startet Warzone und hat dann nicht mehr das große Verlangen nach einem Bezahl-Titel zum Vollpreis zum Release.

ATVI call of duty bericht Q3 2021
CoD-Einschätzung aus dem Quartalsbericht Q3. Quelle: activision.com

Hat Vanguard trotzdem eine Chance?

Der große Hype zum Release von CoD 2021 bleibt aus, für Vanguard ist das aber noch kein schlechtes Zeichen. Hier müssen wir noch das große Pacific-Update der weiter beliebten Warzone abwarten und das folgende Weihnachtsgeschäft.

Call of Duty ist durch Warzone und CoD Mobile kein Sprint-Franchise mehr – es bewegt sich eher Richtung Marathon. Das ließ sich schon an den Verkäufen vom Vanguard-Vorgänger Cold War ablesen. So schaffte es das Black Ops von 2020, die besten Premium-Verkäufe in einem dritten Quartal abzuliefern im Vergleich mit allen Premium-Titeln vor dem Release von Warzone.

Die Verantwortlichen von Activision Blizzard weisen im Quartals-Bericht daraufhin, dass sie eine hohe Konversion von Free-to-Play-Spielern beobachten, die von der kostenlosen Warzone hin zu einem Bezahl-Titel wechseln.

cod warzone pacific neue map caldera blick vom vulkan
Die neue Map von Warzone soll auch wieder viele Vanguard-Verkäufe bringen.

CoD steht damit an einem Scheideweg. Cold War hatte ein deutlich höheres Interesse zum Release als Vanguard trotz Warzone und es muss sich noch zeigen, ob Vanguard tatsächlich von vielen Spielern abgelehnt wird oder Cold War noch nicht Teil dieser „Warzone-Spirale“ war.

Sicher ist jedoch: Der Release-Hype von Vanguard blieb aus, die Verkäufe lagen teilweise deutlich unter denen vom Vorjahr. Trotzdem hat das neue Weltkriegs-CoD gute Chancen auf einen kommerziellen Erfolg – denn es ist ein starkes CoD geworden, das jedoch noch etwas Luft zum Atmen braucht.

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SoulPhenom

Ganz klar wo der Hype ist bei Battlefield hab ich schon vor längerer Zeit geschrieben das viele einfach COD zocken weil es kein neues BF gibt !?

Phoesias

-Durchschnittliche Reviews
-WW2 Setting
-BF2042

Fertig ist der CoD Absturz

Mihari

Für mich persönlich ist das Setting uninteressant. WWI und WWII sind für mich “ausgebrannt” und deshalb habe ich dieses Jahr nicht zugeschlagen. Wenn es mal günstig im Sale ist, werde ich es mir vielleicht holen und auch nur die Kampagne spielen.

ConsoleCowboy

Lohnt nicht. Schau dir lieber einen Film auf Netflix an. Sieht auch gut aus.

ConsoleCowboy

Ich bin kein langjähriger CoD Spieler aber vielleicht ist meine Meinung daher von Interesse im Kontrast: Ich shoote schon ewig, habe aber lieber BF, CS, Fortnite, Apex oder so etwas gespielt. Vor allem Destiny 2 PvP. CoD war mir immer zu “ernst” zu sehr Macho-American-Super-Soldier-Hoorah! Über Warzone bin ich an CoD gekommen und wollte es im Multiplayer spielen, da ich bei Warzone dieses ultravorsichtige gecampe, und auf dem Dach gehocke langweilig fand. Ich habe mir also zum Release ColdWar gekauft und fand es ausprobiert. Fand ich gut, hat mich an Run+Gun Shooter wie Quake 3 und Unreal Tournament erinnert. Also fein. Dann las ich, das wäre ja alles voll kagge im Vergleich zu MW. Und das Vanguard ja endlich ENDLICH wieder wie MW wäre. Nun, wer wie ich ein gewisses Alter hat, der hat die Normandie schon vor über 25 Jahren digital gestürmt. WW2 = Lang.Wei.Lig. Aber gut, ich habs gekauft. Die Kampagne war zwar optisch toll aber der letzte Witz. Rassismus? Nur bei den Nazis. Frauenfeindlichkeit? Nein, das machen nur Deutsche! Ich fand es toll, als ich hörte das auch das Engagement von Frauen und Schwarzen im krieg gewürdigt werden soll. Hätte mir gerne auch von Briten verratene und verkaufte Inder oder deutsche Widerständler gewünscht aber egal. Frauen und Schwarze dienen in der völlig idiotischen Kampagne nur als woke Posterboys&Girls und haben NULL INHALT! Null Kritik! Nix, diese Kampagne ist rein wie Schnee… Und das Multiplayer? Killstreak – Killstreak – Killstreak, nach 10 Minuten wackelt der Bildschirm ohne Unterlass. Die Waffen sind langweilig – entweder hat man 0-Rückstoß (mit einem MG!!!!! (sic!)) und lasert so rum oder man macht keinen Stich. Die Maps sind hektisch, man spawnt oft direkt (kein Spaß!) vor der Flinte des Gegners. Es gibt keine Skins, die irgendwie Spaß machen oder zum Spielen animieren. Der Grind lohnt sich gar nicht. UND DANN hab ich mir verbilligt MW gekauft. Das spielt sich super. Sauber, taktisch, satte Waffen, sinnvolle Streaks, volle Server. Also ich mag CW (easy, superschnell, hektisch) und MW (ein wenig wuchtiger und taktischer) aber Vanguard findet keinen Platz. Weder Fisch noch Fleisch, keine Kampagne, keine Belohnungen, Maps, Level, Skins, Waffen, Modes – total boring. *Zombies nicht getestet, kann also super sein, wer das mag.

Ach eins noch: Sichtbarkeit ist miserabel und der Sound geht immer noch nicht richtig, dass man den Gegner wenigstens hören könnte. Und dann noch “DAS HAUS” – das ist ein Level, dass sich ein zwölf Jähriger ausgedacht hat?!?

Zuletzt bearbeitet vor 11 Tagen von ConsoleCowboy
Threepwood

Das Setting hält meiner Meinung nach die meisten potentiellen Spieler fern. Mich anfangs auch, allerdings hat es mich umso mehr überrascht, wie gut es rüberkommt und mich unterhält.

Warzone trifft in Zeiten, wo Streams und Co bei den Kids angesagt sind, den Nagel auf den Kopf. Allein weils keine 59€ kostet und dauerhaft weiterentwickelt wird.
Seit Warzone den Durchbruch schaffte sind in meiner (subjektiven) Wahrnehmung kaum bis gar keine Kids mehr im Hauptspiel unterwegs – spiele nur Hardcore. Ich höre durch die Bank weg ältere Spielerinnen und Spieler. Und das ist für mich eine extrem gute Entwicklung.

User

Wieso sollen Streams was für Kids sein? Ich bin in ein paar Monaten 40 und kann mir ein Leben ohne Twitch nicht mehr vorstellen.

Threepwood

Macht ja nichts, passiert. 😄

Die Zielgruppe und der Altersdurchschnitt, vor allem im Gaming auf Youtube und Twitch (dort eher bei allen “Inhalten”), ist eben bei den Kindern und Jugendlichen angesetzt.

Zuletzt bearbeitet vor 11 Tagen von Threepwood
Schuhmann

Ich glaube das ist abhängig von den Streamern.

Es gibt sicher Streamer, die sich bewusst an ein junges Publikum wenden (xQc, Tfue – Ninja früher) z.b.

Aber es gibt auch Streamer, die eher ein etwas älteres Publikum ansprechen. Man muss auch sagen, dass einige Streamer ja schon über 10 Jahre senden – und das Publikum altert dann auch einfach mit.

Generell wird Gaming insgesamt immer älter. Das zeigen eigentlich alle Umfragen.

Weil nur relativ wenige sagen: “Okay, ich bin 30. Nie wieder Gaming!” (Außer die Frau befielt es ihnen natürlich).

Wobei klar ist, dass viele, die dann Job und Familie haben, sicher nicht mehr so viel Zeit reinstecken wie während der Schule/dem Studium.

iBuhl

Black Ops 4 habe ich noch gefeiert, danach kam für mich persönlich nur noch Schmutz. Cod bis auf weiteres gestorben für mich. Monte hat übrigens die gleiche Meinung 😂

cribers

B04 war bis zu einem gewissen Punkt gar nicht schlecht. Ich spiele seit Jahren die CoD-Reihen. Wollte dieses Jahr bei Vanguard eine Pause machen. Leider haben mich die guten Kritiken abgeholt und habe es dann gekauft und bereue nichts. Es fühlt sich wie ein klassisches CoD, mit einem WW2 Setting, was ich sehr gerne mag. Mach dir doch mal selbst ein Bild von dem Game.

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