Ein deutscher Streamer spielt Call of Duty: Black Ops 6 wie John Wick und macht unzählige Kills, ohne selbst zu sterben. Aber wie er das macht, ist eigentlich verboten.
Um wen geht es? Falaxii, das ist ein Twitch-Streamer und YouTuber, der als einer der besten deutschen CoD-Spieler gilt und mit starkem Gameplay beeindruckt.
- Falaxii hat auf Twitch durchschnittlich über 400 Zuschauer. Auf YouTube erreichen seine Videos zwischen 10.000 und 30.000 Aufrufe.
- In seinen Streams und Videos zeigt Falaxii vorrangig Call of Duty, zuletzt natürlich das neue Black Ops 6
- In Black Ops 6 erspielt Falaxii regelmäßig Runden, von denen die meisten Spieler nur träumen können – zum Beispiel 100 Kills am Stück ohne zu sterben oder 4 Nukes in einer Runde (via YouTube).
Die Sache hat allerdings einen Haken: Falaxii nutzt beim Spielen einen verbotenen „Trick“.
Streamer manipulieren das Matchmaking
Was macht der Streamer? Falaxii spielt wie viele andere Content-Creator der ganzen Welt mit einem sogenannten Neffen-Account. Das ist ein Account, auf dem absichtlich sehr schlecht gespielt wird, damit das Skill-based-Matchmaking (SBMM) ihn als schlechten Spieler einstuft und die Lobby entsprechend aufbaut.
Das Prinzip dahinter nennt sich Reverse-Boosting und wird von Activision als Verstoß gegen die Richtlinien gesehen. Spieler können dafür suspendiert werden (via activision.com).
Wenn ihr mit einem solchen Account ein Match sucht, wird die Wertung des Neffen-Accounts bei der Erstellung einer Lobby berücksichtigt. Ihr bekommt dann Gegner, deren Können irgendwo zwischen dem des Neffen-Accounts und eurem eingeschätzt wird.
Bei diesen gemischten Lobbys können gute Spieler dabei sein, es kann aber auch eine Runde geben, in der jeder Gegner sehr viel schlechter ist. In solchen Lobbys kann Falaxii dann spektakuläre Runden erspielen, in denen er seine Gegner wie John Wick dominiert.
Kein Einzelfall, aber trotzdem verboten
Ist Falaxii ein Einzelfall? Nein! In diesem Artikel geht es konkret um Falaxii, aber Reverse-Boosting wird weltweit von vielen YouTubern und Streamern genutzt. Wir nehmen Falaxii als Beispiel, weil er in seinen Videos die Kontroverse um „Neffen-Accounts“ verdeutlicht, indem er deutlich besser ist als seine Gegner.
Wieso ist das verboten? Beim Reverse-Boosting wird das Matchmaking manipuliert. Das heißt, ihr spielt dann gegen Spieler, gegen die ihr normalerweise nicht spielen würdet – weil sie merklich schlechter sind als ihr.
Für einen schlechteren Spieler kann sich das Spielen gegen einen Spieler wie Falaxii sehr unfair anfühlen – schließlich hat er keine Chance und wird wohl jeden Gunfight gnadenlos verlieren. Das SBMM schützt diese Spieler vor dieser „schlechten“ Spielerfahrung.
„In deinen Lobbys kann das jeder“
Kann das wirklich jeder? Nein. Natürlich werden die Lobbys durch das Reverse-Boosting leichter, weniger „schwitzig“, aber 100 Kills ohne Tod würden wohl trotzdem die wenigsten Spieler erreichen.
Falaxii hat beispielsweise in einem Video (via YouTube) einen Zuschauer mitspielen lassen, der schrieb, dass das in seinen Lobbys jeder könne. Der Streamer hatte dann in den gemeinsam gespielten Runden konstant etwa 100 Kills mehr als der Zuschauer, der gerade so mit einer positiven K/D aus dem Match ging. Es konnte also nicht jeder.
Wie ist das Ganze zu bewerten? Kritisch. In erster Linie ist es ein Verstoß gegen die Richtlinien, der anderen Spielern potenziell den Spielspaß nehmen kann. Da ändert sich auch nichts dran, wenn die Videos oder Streams unterhaltsam sind und der Spieler beeindruckendes Können zeigt.
In erster Linie ist hier jedoch Activision in der Verantwortung – aber nicht, um die Spieler zu bestrafen. Das würde nur das Symptom bekämpfen, aber nicht das Problem. Reverse-Boosting ist eine direkte Folge des viel kritisierten SBMM.
Viele Spieler wünschen sich das Matchmaking von früher zurück, bevor es SBMM gab. Um eine vergleichbare Spielerfahrung zu haben, greifen sie dann auf „Neffen-Accounts“ zurück. Einen solchen Account nutzt auch der kürzlich gebannte YouTuber Haptic: Deutscher YouTuber wird in CoD: Black Ops 6 gebannt, sagt sein Kumpel ist schuld
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Das Problem an SBMM ist das weniger Erfolgserlebnisse hast und nur noch mit gleichen Leuten spielst. Ich kriege gern mal auf Maul, möchte aber auch mal eine Lobby wo ich dominiere mal mit ner 4er KD rausgehen. CoD ohne SBMM war viel besser man hatte runden da wurde man abgefarmt aber man hatte auch runden da hat man rasiert. SBMM fördert dazu auch nicht mein Erfolgserlebnis das Game fühlt sich dadurch immer gleich an. Ich spiele daher nur Spiele ohne SBMM. SBMM = Eintöniges Spielerlebnis.
Solchen Typen sollte man eine Accountsperre für alle Activision-Spiele auf Lebenszeit verpassen. Das wäre die einzige Sprache die sie verstehen.
Seh ich tatsächlich anders. Die machen es ja nicht, um den schlechteren Spielern den Spaß zu verderben, sondern selbst mal wieder Spaß am Spiel zu haben – so wie in den alten CoD-Lobbys.
Auf einem bestimmten Skill-Level macht CoD unter SBMM vielen Spielern einfach keinen Spaß, weil es sehr kompetitiv und verschwitzt ist.
Die Lösung ist mMn eher, einen lockeren Modus ohne SBMM zu erschaffen, wie XDefiant es hat. Da können dann auch schlechtere Spieler entscheiden, ob sie das mitmachen wollen oder nicht.
Naja, so gesehen hat einer ein benefit (der streamer) während die restlichen Spieler gefrustet sind ggf. mit Konsequenzen (Rage-Quiz, deinstallation). Das ist unverhältnismäßig.
…und wenn einer 100 kills ohne Tod hat, dann braucht mir niemand erzählen, dass die restlichen in der Lobby auch ihren Spaß daran hatten.
Es gibt einen Grund für sbmm. Für mich eine Schande dieses Verhalten.
Ich will das auch nicht gut reden. Natürlich wird das die anderen Spieler in den Lobbys frustrieren, weshalb das ja auch von Activision nicht gewollt ist.
Ich selber habe aber durch SBMM viel weniger Spaß an Spielen wie Black Ops 6, weil man nicht einfach mal entspannt zocken und nebenbei mit Freunden quatschen oder Musik hören kann. Immer muss man sein Bestes geben. Und genau das ist ja der Grund, weshalb solche „Tricks“ genutzt werden.
Würde es einen Modus komplett ohne SBMM geben, wäre diese ganze Thematik obsolet. Wenn den Modus dann im Endeffekt nur die Top-5-% der Spieler spielen, weil schlechtere Spieler darauf keine Lust haben und der Modus dann genauso kompetitiv ist, wie der Modus mit SBMM, dann ist das so. Aber dann wurde wenigstens versucht, eine Möglichkeit zu schaffen, den Spielern entgegenzukommen.