Warum musste man sich in MMORPGs früher für Bosse anstellen?

MMORPG-Veteranen kennen noch die Warteschlagen vor Bossgegnern in Dungeons. In modernen Online-Rollenspielen gibt es dies im Grunde gar nicht mehr. Wir schauen daher mal, was es damit auf sich hatte und warum es geändert wurde.

Wie liefen Bosskämpfe früher ab? Bossgegner waren früher in MMORPGs für jeden Spieler im Dungeon sichtbar. Es gab damals noch kaum Instanzen, weswegen die Dungeons oft überlaufen waren. Erreichte das Team dann den Bossgegner, so standen dort schon jede Menge anderer Spieler, um darauf zu warten, ihn endlich besiegen zu können.

Jedes Mal, wenn der Boss fiel, verschwand er für eine gewisse Zeit. Das große Warten begann, bis der Gegner endlich respawnte. Nun war das nächste Team an der Reihe. Denn jeder wollte die Quest abschließen und an den seltenen Loot kommen, denn ein Boss hinterließ.

Problematisch wurde es dann, wenn die Bosskämpfe sehr lange dauerten. Umso länger musste man warten, bis man endlich auch an der Reihe war.

Everquest bietet große offene Dungeons.

Eine lange Wartezeit

Wie lange dauert dies? Je nachdem, wie viele Spieler auf den Respawn warteten und wie lange der Kampf dauerte, konnte man schon mal mehrere Tage in der Wartephase verbringen. Deswegen wechselten sich die Spieler hier auch untereinander ab, um den Platz in der Schlange nicht zu verlieren.

Daher war es nötig, sich ein Dungeons zu reservieren. Dadurch wussten andere, dass es gerade belegt war und kamen später nochmal wieder.

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Wie funktionierte das Reservieren? Zu Beginn des Genres gab es noch keine Instanzen oder andere automatisierte Möglichkeiten, sich einen Boss zu „reservieren“. Das bedeutete, die Spieler mussten sich etwas einfallen lassen.

Man schrieb einen Brief mit Infos darüber, wer im Dungeon unterwegs war und wie lange es ungefähr dauerte. Diesen Brief hinterlegte man dann am Eingang, damit andere ihn lesen konnten. Mit der Zeit sammelten sich Briefe an, die sich Daten für das Dungeon und den Boss sicherten.

Bei welchen MMORPGs war dies der Fall? Früher waren offene Dungeons und deren Reservierung Standard. Daher boten viele bekannte Online-Rollenspiele dieses Prinzip. Darunter etwa:

  • Darkfall
  • Everquest
  • Vanguard: Saga of Heroes
  • Asheron’s Call
  • Ultima Online

In welchem Zeitraum gab es diese offenen Dungeons? Als MMORPGs Ende der 1990er Jahre im großen Stil aufkamen, etwa mit Meridian 59 und Ultima Online, mussten sich die Spieler die Dungeons und Bosse teilen.

RuneScape war 2001 das erste Online-Rollenspiel, welches Instanzen in größerem Stil für Quests nutzte. Als World of Warcraft 2004 veröffentlicht wurde, setzte sich dieses Prinzip richtig durch. Nach und nach folgten neuen Online-Rollenspiele diesem Beispiel, bis offene Dungeons kaum noch eine Rolle spielten.

Ultima Online Dungeon
In Ultima Online kann es in Dungeons zu Gedränge kommen.

Instanzen setzten sich durch

Warum wurde dies abgeschafft? Die Wartezeiten waren einfach zu lang. MMORPGs richteten sich immer mehr an eine breitere Zielgruppe. Erfolgserlebnisse mussten in immer geringeren Abständen erzielt werden und Spieler wollten in den Dungeons ein Abenteuer nur für ihre Gruppe erleben.

Die langen Wartezeiten führten häufig zu Frust und kein Entwickler möchte seine Kunden frustrieren. Daher mussten neue Systeme entwickelt werden.

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Wie wurde dies geändert? Die Instanzen kamen ins Spiel. Immer, wenn eine Gruppe ein Dungeon betrat, wird eine eigene Instanz, also eine Art Kopie, nur für dieses Team erschaffen, in der niemand anderes unterwegs ist. Auf diese Weise können die Spieler ungestört das Dungeon erkunden und den Boss besiegen.

Ein weiterer Vorteil von Instanzen ist, dass dieses parallel erschaffen werden. Das heißt, mehrere Spielergruppen können gleichzeitig in ihrer Instanz das Dungeon betreten. Das schaffte die Wartezeiten im Grunde ab.

Wie sieht dies heute aus? Instanzen haben sich längst durchgesetzt. Doch gerade Veteranen wünschen sich manchmal die Zeiten der großen, offenen Dungeons zurück. Denn diese waren auch eine soziale Komponente in MMORPGs. Man traf andere Spieler, konnte diesen helfen, sich untereinander austauschen und fand neue Freunde.

Mit Pantheon: Rise of the Fallen soll dieses Prinzip wieder zurückkehren. Die Dungeons sind offen und ihr solltet euch den Boss „reservieren“. Wie gut das dann ankommt, sehen wir, wenn Pantheon – vermutlich 2020 – erscheint.

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