Wem ein geregelter Stundenlohn versprochen wird, dürfte eine angebrachte Bezahlung vermuten – oder etwas nicht? Eine Streamerin und Musikerin kehrte nach ihrem Wechsel zu Kick wieder zu ihrer alten Plattform Twitch zurück. Was sie erzählt, lässt die tolle Deal-Fassade, mit der Kick sich präsentiert, bröckeln.
Was verrät die Streamerin? Die Streamerin und Musikerin Sabrina Solo, die sich selbst als One-Woman-Band bezeichnet, streamt regelmäßig auf Twitch, nachdem sie aus ihrem Vertrag mit dem Streaming-Rivalen Kick gekommen ist. Die Plattform ist dafür berüchtigt, Content-Creator mit teuren Angeboten von Twitch abzuwerben. Außerdem verspricht Kick auch den kleinen Streamern durch einen garantierten Stundenlohn Geld zu verdienen.
In einem Clip von Sabrina Solos Twitch-Stream vom 2. April 2025 äußerte sich die Musikerin zu ihrer Erfahrung bei Kick und was genau hinter den vielversprechenden Deals steckt, hinter denen Kick das große Geld verspricht: „Ich musste zurück zu Live-Gigs, denn damit ihr Bescheid wisst, drüben bei Kick – das war ein verdammter Reinfall! Das war wild!“
„Ich durfte nichts sagen“
Was sagt die Streamerin über ihre Erfahrung bei Kick? Die Musikerin erklärt, dass der versprochene Stundenlohn, mit dem Kick auch kleinere Content-Creator zu der eigenen Plattform bringen will, absolut lachhaft sei:
Sie haben uns ‘stündlich bezahlt’, mein Gott. Es waren 5 Dollar pro Stunde, Leute. (…) Ich verdiene 100 Dollar pro Stunde bei meinen Live-Auftritten, so viel verdiene ich, wenn ich als Musikerin engagiert werde. Als es also hieß, sie würden mir stündlich 5 Dollar zahlen, war das eine verdammte Beleidigung. Ich würde eine Bar auslachen, wenn sie mir sagen würden ‘wir zahlen dir 5 Dollar die Stunde’.
Sabrina Solo via Twitch
Äußern durfte sie sich zu dem Gehalt allerdings nicht, so wie sie es ihren Twitch-Zuschauern berichtete: „Wir mussten ein NDA unterschreiben, weil wir ja schließlich Partner wurden. ]…] Ich durfte nichts sagen. Und ich sollte den Anschein erwecken, als ob wir richtig Geld verdienen würden, das war Teil der Vereinbarung.“
Was brachte die Musikerin zurück zu Twitch? Die Bezahlung sei jedoch nicht das Einzige gewesen, was Sabrina an Kick störte.
„Es war wirklich eklig da drüben“, fügt sie in dem Clip hinzu, „Das Incel-Niveau ist extrem hoch. Der Großteil des Personals ist einfach verdammt seltsam, die Leute dort sind merkwürdig und ich habe die Stimmung hier (auf Twitch) vermisst.“
Da ist die Musikerin nicht die Einzige, die solche Aussagen über die Mitarbeitenden der Streaming-Plattform trifft. Eine ehemalige Mitarbeiterin kritisierte öffentlich ein Angebot der Plattform an eine kranke Streamerin, was die betroffene Person aus „moralischen Gründen“ ablehnen musste. Kick hat sich dazu bisher noch nicht geäußert.
Wie sehen andere Erfahrungen bei Kick aus? Viele Streamer äußern sich aufgrund unterschiedlicher Angebote und ihrer eigenen Erfahrung gemischt zu Kick. Ein Streamer, der sich anfangs sehr über ein Angebot des Twitch-Rivalen freute, ist letztendlich ähnlich unzufrieden wie Sabrina Solo und bezeichnet seine Zeit bei Kick als „die schlimmste Zeit, die er beim Streaming erlebt hat“: Twitch: Streamer war 1 Jahr lang auf Kick, kennt die Hintergründe – Erklärt, wie schlimm es da abgeht
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Warum hat sie den Vertrag unterschrieben wenn das zu wenig Geld ist, und samt NDA. Ergibt irgendwie keinen Sinn. Anscheinend hats ihr auf Twitch auch nicht so gefallen, sonst wäre sie gar nicht erst weg. Dieses Nachtreten ist unschön.
Achja die “ekligen Incels” .. die in der Regel das meiste Geld dalassen.
Abgesehen von dem Stundenlohn war das große Versprechen von Kick auch, dass Streamer eine Einnahmenbeteiligung von 95 % erhalten würden. Kann sein, dass manch einer den eher geringen Stundenlohn geschluckt hat, weil man dachte: Die Subs kommen ja noch on top. Die sind dann aber wahrscheinlich unter den Erwartungen geblieben, weil sich doch nicht so viele Zuschauer auf Kick verirrt haben.